Mal wieder ein kurzes Lebenszeichen

Offensichtlich habe ich meine Yahoo-Mailadresse schon ewig nicht mehr abgerufen beziehungsweise die Weiterleitung hat wohl nicht funktioniert. Vorhin habe ich mich mal eingeloggt und Mails gefunden, die teilweise schon von Januar sind. Ich sag’s mal so: Ups. Das tut mir wirklich leid! Aaaaaaaaaaber ich habe sie dennoch beantwortet. Und ich versuche, ab wieder öfter reinzugucken. Wirklich! Traut euch ruhig, mich anzusprechen, ich helfe euch gerne weiter. Zumindest im Rahmen meiner Möglichkeiten. :)

Falls jemand von euch mit auf WeChat angeschrieben hat: Da kann ich mich leider nicht mehr einloggen. Kurz nach der Rückkehr nach Deutschland stimmte mein Passwort angeblich nicht mehr und eine Bestätigungs-SMS mit Freischaltecode konnte ich mir leider nicht schicken, weil ich die die chinesische SIM-Karte schon nicht mehr hatte. Das war, Nein, IST echt blöd.

Mittlerweile sind wir schon fast so lange wieder da, wie wir in Shanghai waren. Kinder, wie die Zeit vergeht! Etwa drei viertel der Expats, die ich dort kennengelernt habe, sind mittlerweile wieder in Deutschland oder sind in ein anderes Land weitergezogen. Eine Familie ist sogar wieder von Shanghai zurück nach Deutschland und zurück. Verrückt, oder? Aber überraschenderweise wohl gar nicht so ungewöhnlich. Mit vielen habe ich auch noch Kontakt, mit den einen mehr, mit den anderen weniger. Wie das halt so läuft. Und einige wohnen ja auch in der Nähe, das ist schon ziemlich cool. Neulich warb ich mit mehreren Essen und das war so bizarr, dass wir in einem Restaurant in Deutschland waren, im Unterbewusstsein wundert man sich da schon über die deutschen Begriffe auf der Speisekarte und will den Kellner auf Englisch ansprechen. In Shanghai waren wir auch gerne mal abends gemütlich zu Dinner aus und es war sozusagen wie immer.

Da viele inzwischen nicht mehr da sind und die Stadt sich ja auch rasant ändert, ist die akute Vermissung auch nicht mehr ganz so krass. Schließlich wäre nicht mehr alles „wie immer“, wenn ich zurück beziehungsweise zu Besuch käme. Das ist einerseits schön, andererseits auch befremdlich. Nach wie vor freue ich mich immer sehr, wenn die Skyline im Fernsehen oder in Videos auftaucht oder wenn ich Fotos auf Instagram sehe oder, oder, oder. Die Stadt wird immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben und hach ja.

In diesem Sinne: Gute Nacht!

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Von Litschis

Fangen wir erstmal mit der Schreibweise an: „Litschis“ klingt fürchterlich eingedeutscht, die heißen hier aber nun mal so. Auf Englisch sieht es ein bisschen besser aus, da heißt es nämlich „Lychee“. Alternativ geht aber auch „Chinesische Haselnuss“, „Litschipflaume“ oder „Liebesfrucht“. Das lernt man alles bei Wikipedia, das könnt ihr am besten selbst hier nachlesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Litschibaum

Mein Mann Pascal steht total auf die Litschifrucht und da die aus China kommt und zumindest im Düsseldorf der 80er Jahre (also unserer Kindheit) der Standard-Nachtisch neben gebackener Banane war, wenn man chinesisch essen ging, dachten wir, die wird da ja wohl unheimlich populär sein. Er hat sich darauf gefreut, alles mögliche mit Litschi-Geschmack zu bekommen.

Direkt zu Beginn fanden wir auch Trinkpäckchen, die, naja, sagen, wir, ein Litschi-Fruchtsaftgetränk enthielten. Hier geht’s zur Verkostung (*klick*). Das war es dann aber auch mehr oder weniger.

Wir fanden das merkwürdig, denn es gab eher selten was. Weder die Früchte, noch Eis, Bonbons, Säfte, Cocktails, Obstsalat, Kuchen oder was auch immer damit.

Als das auf einer Party mal zur Sprache kam, sagte eine der anwesenden Chinesinnen, die Liebesfrucht wäre einfach deswegen nicht so oft zu finden, weil die eine typische „arme-Leute-Speise“ wäre. Und damit will sich ja keiner identifizieren.

Das wäre ja eine echt einfache und schlüssige Erklärung. Ob das auch so stimmt, kann ich allerdings nicht sagen.

How long has this been going on…?

Hallo! Ja, mich gibt es noch. Eigentlich hätte ich viel zu erzählen, aber nun ja, ich hatte halt keine Zeit und ehrlich gesagt auch keine Muße. Uns geht’s aber soweit gut und wir haben uns wieder eingelebt. :)

Ich gucke gerne MTV (ja, das gibt es noch) und da lief vor einer Weile des Öfteren „How long“ von Charlie Puth. Inzwischen hört man es auch im Radio, vermutlich kennt der Eine oder Andere das also auch.

Das Lied mag ich sehr gerne, obwohl der Text eigentlich gar nicht zu diesem locker-flockigen Groove passt. Vor allem stimmt mich das Video aber äußerst melancholisch. Für alle, die es nicht kennen, hier, bitteschön:

Jetzt werdet ihr euch vielleicht fragen, warum mich das melancholisch stimmt und was zum Henker das mit der 0211-021-Thematik zu tun hat. Ich habe nach wilder Googelei herausgefunden, dass das Video wohl in Los Angeles gedreht wurde (wenn man es auf YouTube guckt, kann man auch bei Minute 1:11 erkennen, dass auf der Tür „Los Angeles Center Studios“ steht), dennoch erinnert es mich sehr an Shanghai. Weiterlesen

Anekdote #84: Eine Bahnfahrt, die ist lustig, eine Bahnfahrt, die ist schön…

Heute morgen bin ich mit der U-Bahn in die Stadt gefahren. Dieselbe Bahn fährt auch in die Gegend, in der seit einiger Zeit Huawei und wohl auch andere chinesische Firmen angesiedelt sind.

So kam es, dass in der Bahn überraschend viele Chinesen waren. Um mich herum saßen sogar ausschließlich Chinesinnen. Das fühlte sich ein bisschen surreal an. Vor allem waren die alle sehr ruhig und das verwirrte mich ein bisschen. Genauer gesagt, war ich zwar angenehm überrascht, aber es war so… Surreal eben.

Die gegenüber von mir telefonierte die ganze Zeit. Auch das tat sie in einer untypischen Lautstärke, nämlich eher gedämpft. Ich konnte alles hören, aber naja, auf einem Vierersitz ist das ja irgendwie offensichtlich.

Mein Chinesisch ist ja bekanntermaßen äußerst spärlich, aber sie sprach sehr deutlich, wie aus dem Lehrbuch. So schnappte ich ein paar Begriffe auf.

Zwischendurch sagte sie immer mal wieder „nicht mehr“, dann „eins, acht zehn“ und dann mitten im einem Satz auf deutsch das Wort „Steuerhinterziehung“. Das ist ja meistens so, dass in Gesprächen in einer anderen Sprache Begriffe fallen. Meist sind das aber Filmtitel, Eigennamen wie „Rossmann“ oder auch „Arbeitsamt“. Aber ausgerechnet „Steuerhinterziehung“…?

Das fand ich amüsant.

Netz-Fundstücke #8: Eine Tüte Gemischtes

Nachfolgend ein paar Links, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Auch wenn ich nicht mehr in China wohne, ist es ja nicht so, als würde mich nun nichts mehr dazu interessieren. :) 


„Wovon Chinesen träumen, wenn sie nach Deutschland ziehen“ (*klick* zum Artikel) – Natürlich kann ich nicht sagen, wie repräsentativ der Artikel ist, aber ich fand ihn äußerst interessant. Darin taucht die Frage auf, warum es in deutschen Großstädten – anders als in Amerika zum Beispiel – keine typischen „Chinatowns“ gibt.


„Air Pollution in Shanghai“ (*klick* zum Artikel). Ich denke, die Überschrift dieses englischsprachigen Textes ist selbsterklärend.


Dieser Text bezieht sich nicht unbedingt auf China, sondern auf Sprache im Allgemeinen und was das mit einem macht, wenn man eine andere spricht: „Sprache: Mensch, was bist denn du für einer?“ (*klick* zum Artikel). Das hat mich zum Nachdenken angeregt. Denn der andere Klang, die anderen Metaphern und überhaupt so viele Kleinigkeiten führen dazu, dass man sich in einer andere Sprache auch anders verhält. Chinesen können laut einigen Forschern besser auf Englisch schimpfen, weil sie das kulturell in ihrer eigenen Sprache nicht geübt sind.


Und auch dieser Link ist nur bedingt auf China bezogen, dafür mehr auf Düsseldorf: „Supermärkte mit Spezialitäten aus anderen Ländern“ (*klick* zum Artikel). Falls Ihr zufällig auch von hier seid und was „exotisches“ kochen wollt.


Viele Grüße,
Mareike

2017/04/09: Käsekuchen, Ostern und Sauerstoff

Beginnen wir mit einem Ohrwurm:

„Seitdem ich dich kenne, hab‘ ich ein Problem / Du gehst mir auf die Nerven, Baby! / Und zwar extrem. (…) Du redest Quark! Den ganzen Tag!

Schätzungsweise kann nur der/die aufmerksame LeserIn meine Euphorie nachvollziehen, aber: Ich werde morgen einen Käsekuchen backen. Einen Kä-se-ku-chen! Das habe ich schon ewig nicht gemacht. Generell habe ich das vor Jahren das letzte Mal getan, in den letzten zwei Jahren aber aus folgendem Grund nicht: Der wäre ja nahezu unbezahlbar geworden. Weiterlesen

Im Hellen ins Bett

Ich schrieb mal über „Im Dunkeln ins Bett“ (*klick*). Darin erzählte ich, dass die Sonne in Shanghai auch im Sommer relativ früh untergeht. Pi mal Daumen so gegen 19:00 Uhr. Das hatte für uns alle den riesigen Vorteil, dass Felix wusste: Oh, es wird langsam dunkel, bald wird es also Zeit fürs Bett.

Natürlich hat er dennoch regelmäßig Theater gemacht und wollte nicht, dennoch war es für uns sehr praktisch. In dem Artikel fragte ich mich, wie das wohl im Heimaturlaub aussehen würde, denn im Sommer ist es in Deutschland abends wesentlich länger hell. Zum Glück wurde es nicht so dramatisch, sondern es klappte immerhin so so lala. Da spielte der Jetlag noch mit rein und im Urlaub ist das auch was anderes, da kann man auch mal später schlafen gehen.

Mittlerweile wohnen wir wieder in Deutschland und die Tage werden immer länger. Spätestens seitdem die Uhren umgestellt wurden, ist Felix entrüstet, dass es schon Schlafenszeit sein soll. Schließlich ist es ja noch hell draußen! Was soll denn das?!?

Und auch ich tu mich damit etwas schwer. Gestern waren wir abends im Garten und ich hatte weder Uhr, noch Handy dabei, werkelte so herum und dachte irgendwann „Oh! Es müsste ja schon recht spät sein!“ und tatsächlich war es schon sieben und ich musste noch das Abendbrot vorbereiten.

Aber naja, auch daran werden wir uns bald gewöhnen und die Vorteile zu schätzen wissen.

Viele Grüße aus Düsseldorf,
Mareike