Anekdote #55: Badetag

badezeit-0211021Anmerkung: Man beachte bitte, wie kunstvoll ich das Gesicht des Babys anonymisiert habe. ;)

Ich weiß noch, wie nervös ich die ersten Male war, wenn es darum ging, Felix zu baden. So ein Baby ist so klein im Wasser nun mal – Überraschung! – glitschig und überhaupt ist alles noch neu. Nicht, dass das Kind ertrinkt oder die Badetemperatur nicht angenehm ist oder überhaupt – nicht, dass wir ihm ein Trauma fürs Leben bescheren.

Daran musste ich bei der Szene auf dem Foto denken. Doch der Reihe nach…

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Anekdote #54: Unbekannter Anrufer

Pascal und ich werden hier ständig von Werbefirmen angerufen. Wenn ich also einen Anruf in Abwesenheit von einer unbekannten Nummer habe, rufe ich normalerweise nicht zurück. Es sei denn, Felix ist in der Kita. Dann vielleicht. Aber auch da gilt ich mich meistens die Regel „Wenn es was Wichtiges ist, versucht Derjenige es noch einmal“.

Die Tage rief mich jemand mit der Nummer „0213158…“ an. (Die letzten Zahlen verrate ich euch natürlich nicht.)

Sehr nah am heimatlichen Düsseldorf befindet sich die Stadt Neuss. Diese sowie die nähere Umgebung hat die Vorwahl „02131″. Und so rätselte ich schon seit ein paar Tagen immer mal wieder kurz, wer das gewesen sein könnte, der auch meine chinesische Telefonnummer kennt. Allerdings rief ich nicht zurück, so dringend beschäftigte mich die Frage nun auch wieder nicht. Und diese Nummer mich auch nicht.

Gerade eben traf mich dann der Blitz der Erkenntnis und ich lachte laut auf. Sehr sogar. Weiterlesen

2016/04/19: Freizeitstress

Dienstag war ich voll im Freizeitstress. Pascal hat extra Home Office gemacht, damit ich die ganze Zeit das Auto haben konnte. Und das war auch nötig.

Der Tag begann chaotisch. Felix Kindergartengruppe hat einen Ausflug in den Century Park gemacht. Dafür sollten die Kinder erst in die Kita kommen und konnten wahlweise mit den Eltern oder dem Schulbus fahren. Ich wollte ihm die Fahrt mit dem Bus gönnen, weil er das so gerne macht. Pascal brachte ihn also wie gewohnt hin und dann hätte ich eigentlich auch schon losfahren sollen.

Weil ich aber irgendwie getrödelt hatte und – wie das eben so ist – natürlich ein paar Sachen wesentlich länger dauerten als gedacht, war ich dann schon spät dran, als ich das Haus verließ. Ich hätte es eigentlich so gerade eben noch rechtzeitig zum Treffpunkt am Park geschafft. Dummerweise gibt es eine neue Richtlinie, dass die Fahrer nicht mehr vorm Haus warten dürfen, sondern außerhalb des Compounds. Das ist sowieso schon voll ätzend, an dem Tag war es das aber besonders. Der Fahrer hatte meine Nachricht anscheinend nicht richtig verstanden und selbst irgendwie gebummelt und war wohl zu Hause oder weiß der Himmel. Ich stand wie Rumpelstilzchen im Eingang und kochte vor Wut. Das ist eher selten. Aber ich hatte ja auch geschlagene zwanzig Minuten Zeit dazu, mich aufzuregen. Um 09:29 Uhr kam er an, um halb hätte ich am Century Park sein müssen. Zu diesem Zeitpunkt hatte er dann auch gecheckt, dass ich echt sauer und viel zu spät war, er fuhr sehr, äh, sportlich und als er dann den entsprechenden Eingang nicht fand, fragte er noch diverse Verkehrspolizisten um Rat.

Das war auch so ’ne Story für sich: An der Abbiegerspur einer großen Kreuzung machte er an der roten Ampel einfach die Warnblinker an, stieg aus, rannte zu diesem Verkehrspolizisten in der Mitte, diskutierte wild mit ihm, mittlerweile wurde es grün und… Ich starb innerlich tausend Tode. So ähnlich war das dann noch mal eine Straße weiter und ich sag’s mal so: Die waren echt hilfsbereit.  Weiterlesen

Anekdote #53: Vom Waschen

Ich habe diese Geschichte bestimmt schon tausend Mal erzählt, aber euch bisher noch nicht. Glaube ich zumindest. Es ist nämlich super kompliziert, weil ich so viele kleine Dinge drumherum erklären muss, damit man die ganze Geschichte überhaupt versteht. Momentan ist das Thema gerade wieder sehr aktuell, weil ich wieder auf die kurzärmeligen Sachen umsteige, die ich schon lange nicht mehr an hatte. Aber der Reihe nach…

Unsere jetzige Ayi (*klick*) ist zum Glück ganz fantastisch. Ich möchte das nicht zu laut sagen und eigentlich auch nicht aufschreiben, weil man ja weiß, was dann passiert – aber ich freue mich immer noch so, dass wir seit Februar oder so endlich wieder eine tolle haben.

Die eine Ayi, die wir übergangsweise hatten, hat – wie alle anderen Ayis auch – sich auch um unsere Wäsche gekümmert. Zwischendurch wasche ich auch selbst, aber eigentlich ist das ihre Aufgabe.

Immer, wenn die Klamotten aus der Wäsche kamen, waren die irgendwie komisch. Die Ayis hängen herumliegende Klamotten gerne einfach wieder in den Schrank. Das kann ich gar nicht haben, denn ich lege Sachen, die man zwar getragen, aber durchaus noch mal anziehen kann, normalerweise außerhalb des Schrankes ab. Oder wenn, dann hänge ich die in eine bestimmte Ecke. Das ist jetzt meiner Meinung nach kein besonders ungewöhnliches System, aber nun gut. Eine andere Ayi hat zum Beispiel alles immer direkt gewaschen, wenn da was lag. Ich habe aber eben das erwähnte System. Oder, anderes Beispiel: Ich ziehe zuhause immer gerne meine normalen Klamotten aus und eine Jogginghose an. Die lege ich nicht jedes Mal gefaltet in den Schrank, aber man muss die nun auch nicht jeden Tag waschen. In beiden Fällen haben wir geklärt, dass ich das nicht mag und fertig.

Die eine Ayi hat das aber auch mit getragenen Socken gemacht und das fand ich schon… Tja… Nicht so geil. Ich laufe ungern barfuß und habe im Sommer immer gerne Socken an, wenn ich in der Wohnung herumlaufe. Als ich dann schnell zum Kindergarten bin, habe ich die an der Tür liegen lassen, um dort in die Flip Flops zu steigen. Als ich wieder kam, lagen die nicht mehr da und ich dachte, gut, die sind dann in der Wäsche, was soll’s. Aber nein, die waren zusammengerollt zwischen den frischen Socken.  Weiterlesen

Anekdote #52: Von Verwechslungen

Ich hatte heute morgen spontan ein paar Lebensmittel bestellt und die kamen überraschenderweise viel eher, als gedacht. Da war ich gerade auf dem Sprung zum Kindergarten und die Ayi packte alles aus. Das mag ich nicht so. Unsere jetzige Ayi hat das ziemlich gut ‚raus, was wohin kommt – das ist nicht das Problem. Wenn ich das nicht selbst mache, verliere ich manchmal den Überblick und vergesse dann, was ich schon gekauft habe. Oder eben auch, was nicht.

Als ich später mit dem Kochen des Abendessens beginnen wollte, stutzte ich. Hä? Hatte ich versehentlich zwei Mal Kartoffeln gekauft? Das wäre theoretisch nicht ungewöhnlich, denn oft gibt es die nur in 500-Gramm-Schritten und das sind je nach Größe gerade mal drei oder vier Stück. Aber warum hatte ich bloß unterschiedliche Sorten gewählt?

Während ich noch mit der Stirn runzelte, löste sich das Rätsel. Das eine waren nämlich gar keine Kartoffeln, sondern Mangos. Ja, MANGOS!

„Hä? Säuft die Alte jetzt beim Bloggen?“ werdet ihr euch vielleicht fragen. Nein, tut sie nicht.

Hier gibt es nämlich Mini-Mangos. Zumindest ab und zu. Vor ein paar Tagen hatte mir eine Freundin davon erzählt, dass die bald wieder Saison haben müssten. Bis dahin hatte die gar nicht wahrgenommen und noch nicht mal von deren Existenz gewusst. Als ich die heute zufällig online entdeckte, musste ich sie natürlich direkt bestellen.

Es ist mehr Schälerei und es ist war zumindest bei diesen hier ein wenig tricky, den Kern zu entfernen. Dafür wurde ich allerdings auch mit den süßesten und aromatischsten Mangoscheiben seit Langem belohnt. Hmmmm! Köstlich! Die werde ich wohl noch ein paar Mal kaufen müssen.

Auch wenn man mit die Ähnlichkeit mit Kartoffeln weiterhin verwirren wird. Zumindest in dem eher schummerigen Licht unserer Küche. Aber spätestens beim Schälen wäre eine Verwechslung ausgeschlossen. Die Mangos kleben nämlich wie Sau. Und außerdem sind Kartoffeln hier meistens total erdig. Bisher fragte ich mich immer, woran das liegt. Aber jetzt weiß ich es: Um einer Verwechselung vorzubeugen. ;)

Anekdote #51: Aua!

Diese Dreisprachigkeit hat öfter ein paar Tücken. Dabei fällt mir ein, dass ich generell ein paar Dinge zu dem Thema anmerken wollte. Hier aber erst einmal eine amüsante Anekdote dazu.

Wie ich hier (*klick*) schon mal erwähnte, hat Felix ein „communication book“. Dort finden sich immer Infos über den Tag. Wenn wir nach Hause fahren, lese ich ihm immer vor, was darin steht und so sprechen wir ein bisschen über den bisherigen Tag. Da das in englischer Sprache gehalten ist, lese ich ihm das natürlich auch so vor. Allerdings besprechen wir den Rest drumherum auf Deutsch.

Unter anderem gibt es dort auch die Info, ob man was mitbringen muss, oder ob die Kinder sich vielleicht verletzt haben und ein Feld für den Mittagsschlaf. Der dauert bei ihm meistens eine Stunde. Da steht dann also „1 hour“. Manchmal variiert das aber auch und dann steht da eine Angabe in Minuten.

Ein paar Wochen lang las ich jedoch immer „1 hour“ vor und bekam jedes Mal dieselbe energische Antwort: „Ich nicht ein Aua hab‘, Mama!“.

Er hat also kein Aua. Nicht mal eins, sondern gar keins. ;)

Anekdote #50: Ein Supermarkt, der Luft verkauft

Ich stolperte heute über folgenden Artikel: „‘Supermarket’ sells nothing but air“ (*klick*). Darum geht es also um einen Supermarkt, der nur Luft verkauft.

Ein paar Mal las ich schon davon, dass man frische Luft in Dosen oder anderen Behältern kaufen kann. Meistens wurde die dann am Meer oder in den Bergen abgefüllt. Was sich wie ein Scherz anhört, gibt es tatsächlich. Das ist auch an sich nichts Neues, das gibt es schon ein Jahren und viele deutsche Küstenorte bieten das wohl bei den Souvenirs an.

Da die Luft hier in China ja bekanntlich oft schlecht ist, findet das wohl teilweise reißenden Absatz. Leider habe ich dazu gerade keine Quelle parat, doch ich las in der Vergangenheit schon öfters davon, das könnt ihr bei Interesse selber googeln. ;)

Jetzt ging ich also davon aus, dass man in oben erwähntem Supermarkt nur sowas erwerben kann. Doch weit gefehlt. Dabei handelt es sich stattdessen um ein Kunstprojekt. Dort wurden allerlei handelsübliche Verpackungen von ihrem Inhalt befreit und zu Attrappen umgewandelt.

Tja. Kann man natürlich machen.