2017/04/09: Käsekuchen, Ostern und Sauerstoff

Beginnen wir mit einem Ohrwurm:

„Seitdem ich dich kenne, hab‘ ich ein Problem / Du gehst mir auf die Nerven, Baby! / Und zwar extrem. (…) Du redest Quark! Den ganzen Tag!

Schätzungsweise kann nur der/die aufmerksame LeserIn meine Euphorie nachvollziehen, aber: Ich werde morgen einen Käsekuchen backen. Einen Kä-se-ku-chen! Das habe ich schon ewig nicht gemacht. Generell habe ich das vor Jahren das letzte Mal getan, in den letzten zwei Jahren aber aus folgendem Grund nicht: Der wäre ja nahezu unbezahlbar geworden. Weiterlesen

2016/12/02: „Shanghai Natural History Museum“ und Weihnachtsmarkt

Gestern war so ein schöner Tag. Sehr anstrengend, aber wahnsinnig toll. <3

(Vor-)Mittags waren Felix und ich mit einem anderen kleinen Jungen, dessen Mama und Baby im Museum.

Das „Shanghai Natural History Museum“ hat letztes Jahr erst eröffnet und ich hatte zwar davon gelesen, aber irgendwie hatte ich das nicht so richtig auf dem Schirm. Zwar wollte ich da gerne immer mal hin, aber wie das halt so ist: Alleine gehe ich da nicht hin, mit Besuch hatten wir andere Ziele, am Wochenende meiden wir solche Sightseeing-Orte bewusst, weil es dann einfach viel zu voll ist und ansonsten ergab sich einfach keine Gelegenheit.

museum2Jetzt hatte der Kindergarten ja diese Woche geschlossen, aber trotzdem hatten wir immer was vor. Freitag hat es dann doch geklappt und ich freue mich so! Das Museum ist nämlich sensationell! Wirklich! Geht da hin, wenn ihr könnt! Und es ist noch nicht mal teuer, Erwachsene zahlen 30 RMB (das sind aktuell vier Euro) Eintritt und Kinder unter 1,30m nichts. Dafür kriegt man sehr viel geboten.

Das Museum hat eine futuristische Architektur und ist als Gebäude an sich schon mal echt hübsch und liegt in einem Skulpturenpark. Dort befinden sich also… Na? Genau, Skulpturen. Gestern waren sowohl Luft als auch Luft super, also eigentlich gar kein Museumswetter. Der Weg war also auch richtig schön, aber das Museum – erwähnte ich schon, wie SUPER das ist? Weiterlesen

Anekdote #65: Von Snacks, aber eventuell abgelaufenen…?

Imme, wenn wir nach Deutschland fahren, bringen wir jede Menge Süßigkeiten und Knabberkram mit. Die Herren stehen besonders auf allerlei Chips mit Fleischgeschmack, die es hier in zig Sorten gibt.

Was fast alle lieben und ich seitdem in rauen Mengen dabei habe: Oreos in ungewöhnlichen Sorten. Ich weiß nicht ob ich schon mal darüber schrieb, aber: Hier gibt es viele unterschiedliche Sorten. Manche schmecken sehr künstlich, manche sehr lecker.

Dazu gibt es welche, die ganz dünn sind. In Deutschland gibt es die wohl auch manchmal, hier aber immer. Die mit Zitrone habe ich glücklicherweise zuerst probiert, denn die sind der absolute Megahammer. Echt, wenn ihr könnt, probiert die! UNBEDINGT! Die sind sooooo gut! Und, äh, liebe Oreo-Verantwortlichen: Verkauft die doch auch bitte in Deutschland. Eine Provision fürs Anfixen nehme ich gerne entgegen. ;) Weiterlesen

Anekdote #58: Es gibt Reis, Baby

Felix steht auf Reis, das ist hier immer ganz praktisch, wenn wir essen gehen. Ist ja schließlich viel gesünder als Pommes. ;)

Besonders gerne mag er Eier-Reis, den man hier in diversen Restaurants bestellen kann. Das Problem ist, dass dort oft Schnittlauch, Frühlingszwiebeln oder sonstiges Grünzeugs drin sind. Das muss man dann ‚rauspuhlen.

Ja, ich hab früher auch gesagt, dass der das mal schön selber machen kann oder eben gar nichts isst, aber… Hey, was interessiert mich mein Geschwätz von früher. ;)

Was ich aber eigentlich erzählen wollte: Am Wochenende waren wir im Paulaner. Also einem deutschen Lokal. Er liebt auch Würstchen und Kartoffeln und „Nitzel“. Wir gingen davon aus, dass er begeistert Schnitzel einfordern würde, wenn wir ihn fragen, was er gerne essen möchte. Stattdessen sagt er mit leuchtenden Augen: „Eier-Reis!“.

Tja.

Zum Glück waren Pommes und Schnitzel aber auch genehm und er hat es genossen. Die Integration ist also doch noch nicht vollständig abgeschlossen. Glück gehabt!

Anekdote #56: Von Kaltgetränken

Wer hier schon länger mitliest, erinnert sich, dass ich anfangs sehr damit haderte, dass Cola und Fanta hier anders schmecken als zuhause. Mittlerweile habe ich mich dran gewöhnt.

Was mich aber nach wie vor nervte, war, dass die Getränke meist nicht gekühlt waren. Wenn man hier im Lokal Cola oder so bestellt, bekommt man meistens eine Dose. Das ist schon mal gut. Also zumindest aus Hygienegründen und was das Wasser angeht und so, aus umwelttechnischer Hinsicht natürlich nicht.

Die wurde zwar schon meist kaltgestellt, aber so richtig kalt war ist die normalerweise nicht. Dafür bekommt man dann ein ganzes Glas mit Eiswürfeln, welche bei Kontakt mit pisswarmer (sorry, aber ist doch so) Cola direkt dahinschmelzen. Über Eiswürfel kann man sich jetzt streiten, aber die werden halt meistens mit unabgekochtem Leitungswasser hergestellt und ich meide das lieber.

Ab der viertausendsten pisswarmen Cola und je nach Lokalität wird man da allerdings nachlässig, ich meide die Eiswürfel mittlerweile nicht mehr wie der Teufel des Weihwasser. (Was für ein schöner Vergleich!). Weiterlesen

Anekdote #52: Von Verwechslungen

Ich hatte heute morgen spontan ein paar Lebensmittel bestellt und die kamen überraschenderweise viel eher, als gedacht. Da war ich gerade auf dem Sprung zum Kindergarten und die Ayi packte alles aus. Das mag ich nicht so. Unsere jetzige Ayi hat das ziemlich gut ‚raus, was wohin kommt – das ist nicht das Problem. Wenn ich das nicht selbst mache, verliere ich manchmal den Überblick und vergesse dann, was ich schon gekauft habe. Oder eben auch, was nicht.

Als ich später mit dem Kochen des Abendessens beginnen wollte, stutzte ich. Hä? Hatte ich versehentlich zwei Mal Kartoffeln gekauft? Das wäre theoretisch nicht ungewöhnlich, denn oft gibt es die nur in 500-Gramm-Schritten und das sind je nach Größe gerade mal drei oder vier Stück. Aber warum hatte ich bloß unterschiedliche Sorten gewählt?

Während ich noch mit der Stirn runzelte, löste sich das Rätsel. Das eine waren nämlich gar keine Kartoffeln, sondern Mangos. Ja, MANGOS!

„Hä? Säuft die Alte jetzt beim Bloggen?“ werdet ihr euch vielleicht fragen. Nein, tut sie nicht.

Hier gibt es nämlich Mini-Mangos. Zumindest ab und zu. Vor ein paar Tagen hatte mir eine Freundin davon erzählt, dass die bald wieder Saison haben müssten. Bis dahin hatte die gar nicht wahrgenommen und noch nicht mal von deren Existenz gewusst. Als ich die heute zufällig online entdeckte, musste ich sie natürlich direkt bestellen.

Es ist mehr Schälerei und es ist war zumindest bei diesen hier ein wenig tricky, den Kern zu entfernen. Dafür wurde ich allerdings auch mit den süßesten und aromatischsten Mangoscheiben seit Langem belohnt. Hmmmm! Köstlich! Die werde ich wohl noch ein paar Mal kaufen müssen.

Auch wenn man mit die Ähnlichkeit mit Kartoffeln weiterhin verwirren wird. Zumindest in dem eher schummerigen Licht unserer Küche. Aber spätestens beim Schälen wäre eine Verwechslung ausgeschlossen. Die Mangos kleben nämlich wie Sau. Und außerdem sind Kartoffeln hier meistens total erdig. Bisher fragte ich mich immer, woran das liegt. Aber jetzt weiß ich es: Um einer Verwechselung vorzubeugen. ;)

Von allerlei Obst und Gemüse

Vor einer ganze Weile schon stöberte ich in einer Buchhandlung und kaufte Felix das Buch, was ihr hier seht. Das war gar nicht teuer und kostete nur knapp 17 RMB und damit etwa 2,30 EUR.

Es ist total hübsch und hochwertig aufgemacht und darin sind ganz viele Obst- und Gemüsesorten abgebildet. Die sind dann mit chinesischen Schriftzeichen, Pinyin (also der chinesischen Lautschrift) und Englisch beschriftet.

Ich fand das auf Anhieb super. Das ist nämlich auch für Erwachsene sehr praktisch. So lerne ich beim Angucken gleich was mit. Felix kann „Apfel“ und „Banane“ auf Deutsch nicht korrekt aussprechen, auf Englisch geht so und auf Chinesisch überraschenderweise sehr deutlich. Zumindest, wenn man ihm es vorher einmal vorsagt. Das hat mich echt verblüfft, weil er in unserer Gegenwart sonst kaum Chinesisch spricht und selbst wenn, könnte ich das dann eh nicht kontrollieren.

Aber ich greife vor. Felix fand das Buch lange nicht besonders spannend und das lag hier herum.

Bis Vorgestern, da fiel es ihm in die Hände und er wollte es unbedingt angucken. Gesagt, getan. Wir sahen uns alles an und er benannte Einiges, wollte wissen, wie dies oder jenes heißt – wie man das eben so macht. Ich las ihm die englischen Begriffe vor und übersetzte simultan ins Deutsche. Natürlich waren ihm die Schriftzeichen nicht entgangen, doch ich sagte ihm, dass ich das Chinesisch nicht richtig vorlesen könne. Da stünden zwar die Worte in Pinyin, jedoch wolle ich ja nicht, dass er sich das falsch einpräge. Ob er denn wisse, wie das hieße?

Anstatt zu antworten, schlug er ganz aufgeregt vor, die Ayi könne ihm das ja später vorlesen, wenn sie kommt. (Das hat sie noch nie gemacht! Normalerweise ist sie nämlich gar nicht für die Kinderbetreuung zuständig, auch wenn das hier meist so üblich ist. Sie spielen zwar schon mal ein bisschen was, aber eher wenig.)

Ich fand den Vorschlag toll. Nachmittags wollten wir eigentlich los, als die Ayi kam. Doch da hatte ich die Rechnung ohne Felix gemacht, der wollte das Buch natürlich mit ihr ansehen. Also saßen wir zu dritt in der Küche und gingen diverse Obst- und Gemüsesorten durch. Dabei bestätigte sich, was ich schon vermutete hatte: Sie spricht (anscheinend) super deutlich und ohne Dialekt oder so. Alles, was sie sagte, klang wie aus dem Lehrbuch, das fand ich sehr faszinierend und angenehm.

Da dieses Buch ja jetzt nicht sooo viel Text enthält, beschloss ich, die deutschen Begriffe jeweils daneben zu schreiben. Bei einigen musste ich nämlich länger überlegen und bei sehr vielen hatte ich keine Ahnung, was das überhaupt war. Interessant fand ich, dass die Mango oder die Litschi auf Chinesisch und Deutsch nahezu gleich heißen. Der „Chinakohl“ heißt auch auf Englisch „Chinese Cabbage“, „Rotkohl“ hingegen „Purple Cabbage“. Was ja eigentlich logisch ist, ich finde auch, der ist eher lila als rot.

Abends setzte ich mich dann hin und notierte erstmal die deutschen Bezeichnungen, die ich problemlos wusste. Das waren zum Glück schon mal einige. Dennoch gab es viele Dinge, die mir total fremd waren und viele, die ich so auch nicht auf Anhieb nicht finden konnte. Das war echt nervig.  Weiterlesen