Schein und Sein #1: Keksverpackungen

Hier habe ich mehrfach diese Koala-Kekse gesehen. Kennt ihr die? Diese kleinen, merkwürdig geformten Knubbel mit Aufdruck, die mit Schokocreme (es gibt auch andere Sorten) gefüllt sind? Ich habe sie als Kind geliebt, aber leider selten bekommen, weil in der relativ teuren Packung nur ein paar drin waren.

Gekauft habe ich diese seit Jahren nicht, aber nun stand ich im Laden davor und hielt das für eine super Idee, das Kind mit Schokokeksen zu beglücken, aber die Sauerei in Grenzen zu halten. Hier ist es schon konstant zwischen 20 und 30 Grad warm und die harmonieren nur bedingt mit Dingen, die mit Schokolade.  hergestellt sind

kekseIm selben Regal fand ich diese Kekse. Mit einem niedlichen Tiger drauf! Und da waren auch noch Bilder von Winnie Puh! (Ich? Merchandise-Opfer? Niemals!) Preislich waren sie mit den Koalas vergleichbar, die Packung war aber größer und außerdem niedlicher.

Nachmittags packte ich diesen Karton also aus und war empört. Leider musste mich beim Knipsen dieses Bildes sehr beeilen, weil Felix auf den Packungsinhalt scharf war. Naja, wer kann es ihm verübeln? Schließlich reden wir hier von Schokokeksen!

Wir füllten den Inhalt der Tüte in eine kleine Schüssel um, aber das zu fotografieren war mir unmöglich. Dafür hatte er nun wirklich kein Verständnis mehr.

Aber beim Rest… Puh! Ist euch auf dem Foto aufgefallen, wie klein die Tüte im Vergleich zu der sechseckigen Packung ist? Und jetzt stellt euch mal vor, dass diese prall aufgeplusterte Packung gerade mal halb voll war. Ich bin froh, dass ich überhaupt einen Keks abbekommen habe, denn es waren wirklich nicht viele.

In der Hinsicht bin ich sowas von deutsch und fühle mich total verarscht. Ich muss gestehen, dass ich keine Ahnung habe, wie es in Deutschland nun mit Verpackungen genau geregelt ist, aber: Das wäre dort nicht passiert. Die Verbraucherschützer und überhaupt jeder würde aufschreien und schwupps, müssten die Hersteller das ändern.

Dieses Phänomen habe ich nun schon mehrfach erlebt und kann mich da nicht so recht dran gewöhnen. Das hatte ich nun schon bei einigen Sachen und mich verwirrt das. Ein Blick auf die Mengenangabe oder das Wiegen in der Hand hilft mir da auch nur bedingt, ich bin da nicht geübt drin, zu sagen, wie schwer normalerweise eine Packung Chips sein müsste.

Ich meine ja, die Kekse waren lecker, die Finger blieben sauber und Menge sowie Preis waren ungefähr mit den Koalas vergleichbar – aber dennoch fühle ich mich als Kunde irgendwie betrogen. Da hilft auch der Tiger nicht mehr.

(Trotzdem werde ich diese Kekse wieder kaufen. Hilft ja alles nix und was tut man nicht alles für den Nachwuchs. Konsequent kann ich.)

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Anekdote #10: Cleveres Bürschchen

Vorabbemerkung: Eigentlich ist das keine richtige Shanghai-Anekdote, aber ich fand es so niedlich.

Felix und der Fahrer sind ein Team. Er lässt sich von ihm ganz selbstverständlich auf den Arm nehmen, ins Auto setzen und anschnallen. Dafür gibt er sogar sein Laufrad aus der Hand. Ich bin manchmal immer noch baff, wenn ich das so sehe, denn selbst, wenn er schlecht gelaunt ist, klappt das ganz gut. Also meistens zumindest.

In dem Zusammenhang erinnere ich mich immer mit Schrecken an eine Szene in Deutschland, in der er sich mit aller Kraft aufbäumte und partout nicht angeschnallt werden wollte. Diese endete darin, dass Felix und ich am Auto standen und uns gegenseitig anbrüllten. (Darf man als Mutter eigentlich „Er hat angefangen!“ sagen? Nee, oder?). Natürlich vor der Haustür und gegenüber von so Stalker-Nachbarn, die alles genauestens beobachten. Naja.

Nun aber zur eigentlichen Geschichte. Weiterlesen

Der Disney-Store in Shanghai ist eröffnet!

Vor gar nicht langer Zeit – genauer gesagt am 4. Mai – entdeckte ich zufällig, dass in Lujiazui ein Disney Store gebaut wird. Lujiazui ist eine Gegend von Pudong und meine Hood, wie ich immer so schön sage. Zwar hatte ich die Baustelle schon mehrfach gesehen, aber die Disney-Hinweise wurden dann erst deutlich.

Ich war völlig aus dem Häuschen. Der weltgrößte Disney Store sollte es werden und einen Vorgeschmack auf den Park geben, der nun 2016 fertig werden soll. Whoaaaah! Wie geil!

Letzten Mittwoch wurde der Laden auch schon feierlich eröffnet. Mir war klar, dass es mega voll werden würde und ich wohl keine Chance haben würde. Als ich am nächsten Tag las und sah, wie voll es tatsächlich war, verschob ich meinen Besuch in einen Tag in der näheren Zukunft. Ist ja nun nicht so, als würde ich nicht hier wohnen und so. ;)

Heute Morgen entschloss ich spontan, es zu versuchen und siehe da: Die Schlange war gar nicht so lang. Der Weg in diese gestaltete sich allerdings etwas schwierig. Der Eingang ist quasi schräg gegenüber einem Ausgang der Super Brand Mall. Dort kann man aber nicht die Straße überqueren, sondern muss oben auf eine ringförmige Fußgängerbrücke. Es wurden extra Rolltreppen und ein Aufzug gebaut, damit man von da aus direkt runter zum Disney Store gelangen kann, aber der Zugang ist noch nicht eröffnet. Also nahm ich den Abgang zum Oriental Pearl Tower, lief daran vorbei, eine ganze Ecke weiter zum Fußgängerüberweg und dann wieder zurück. Das ist zwar nicht so weit, aber vom Weg her irgendwie albern.

Da stand ich also in der Phantasialand-Schlange (wie ich diesen mit Bändern abgetrennten Wartebereiche immer nenne) in der grellen Vormittagssonne und… Schwitzte. Aber ich wusste ja, wofür. ;)

Wie aufregend! Gleich würde ich im weltweit größten Disney Store sein! Ich träumte von einem Merchandising-Paradies mit all meinen liebsten Disney-Figuren und war voller Vorfreude.

Zum Glück ging die Schlange recht zügig voran und ging nach einigen Metern auch überdacht und damit im Schatten weiter. Insgesamt wartete ich vielleicht 20 Minuten, ich habe nicht auf die Zeit geachtet.

Im Vorfeld hatte ich schon ein paar verheißungsvolle Bilder gesehen. Die könnt ihr euch hier angucken (*klick*).

Am Eingang bekamen alle ein Körbchen in die Hand gedrückt und los ging’s!

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Maßgeschneidert

Eigentlich suchte ich nach dem genauen Wortlaut eines anderen Zitats, fand dann aber das hier und muss euch das einfach mit auf den Weg geben:

Der einzige Mensch, der sich vernünftig benimmt, ist mein Schneider. Er nimmt jedes mal neu Maß, wenn er mich trifft, während alle anderen immer die alten Maßstäbe anlegen in der Meinung, sie passten auch heute noch. (George Bernard Shaw)

Ist das tiefsinnig oder was? Da könnt ihr jetzt mal drüber nachdenken. Und dann die zugegebenermaßen nicht mal annähernd so anspruchsvolle Geschichte hier lesen, wie ich mir mal ein maßgeschneidertes Kleid anfertigen ließ. ;) Weiterlesen

Wetterwarnung vor „gelbem Nebel“

wetterwarnung.jpgIch habe nun endlich ein neues Smartphone mit viel mehr Speicherplatz und einer viel geileren Kamera. Das habe ich hier in China gekauft. (Billig war es leider trotzdem nicht.)

Die Sprache ist auf Deutsch eingestellt und in den meisten Bereichen funktioniert das auch wunderbar.

Das Wetter-Symbol zeigte vorhin eine rote Wolke mit einem Ausrufezeichen und als ich drauf klickte, erschien der Text vom Screenshot. „Ach so!“ dachte ich belustigt. Weiterlesen

Von Damenhygiene-Artikeln

Heute mal ein Thema, das die Männer wahrscheinlich nicht so brennend interessieren wird und manche Frauen auch nicht. Dennoch ist es besonders für letztere von Bedeutung. Es geht nämlich um sogenannte Hygieneartikel für Damen. Gnihihi. *Hier bitte verschämtes Kichern denken*

Eine, die demnächst nach Shanghai zieht, fragte mich neulich, ob man denn hier „super plus“-Tampons bekäme. Ich wusste es nicht und versprach, Ausschau zu halten. Dass es hier Tampons gibt – meist sogar die von o.b. – wusste ich bereits, aber nicht, welche Sorten. Die Beschriftung ist nämlich chinesisch und ich war mir nicht sicher, ob die Farbkodierung dieselbe ist. Und ich selbst bin mit einer Kollektion diverser Sorten angereist und musste noch keine kaufen.

Ich habe nun zwar bei weitem nicht jeden Online-Shop und jeden Supermarkt in Shanghai abgegrast und auch nur wenige andere befragt, aber meine bisherige Recherche ergab Folgendes: Es gibt erstaunlich häufig Tampons von o.b. zu erwerben. Keine „ProComfort“ oder „Flexia“, aber die normalen in den Größen Mini, Normal und Super.

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Anekdote #9: Immer die gleiche Leier

Ich erwähnte ja nun mehrfach, dass ich äußerst anfällig für Ohrwürmer bin und mich öfters in beziehungsweise in der Nähe der Super Brand Mall aufhalte. Heute erzähle ich mal eine Anekdote, in der beides auf einmal vorkommt! ;)

Unten im Eingangsbereich wurde neulich ein großer Stand aufgebaut, an dem Schmuck verkauft wird. Große Lautsprecherboxen, aus denen laute Musik scheppert, ist dabei Pflicht, wenn man in China dazugehören will. Völlig egal, ob die Anlage übersteuert ist und man manchmal fast gar nichts versteht. Die Lautstärke kann einen dennoch taub werden lassen.

Als ich die ersten drei Male im Vorbeigehen immer denselben Song hörte, grinste ich noch wegen der geringen Liedzahl in heavy rotation. Das ist hier nicht ungewöhnlich. Weiterlesen