Anekdote #82: Kein Anschluss unter dieser Nummer

Ach kommt, eine kleine Anekdote kann ich jetzt noch schnell erzählen, die mir schon lange unter den Nägeln brennt:

Wenige Wochen nachdem wir wieder da waren, schrieb mich jemand auf Facebook an. „Wie kann ich dich denn jetzt am besten erreichen???“ wurde ich gefragt. Da ich ehrlich gesagt sehr selten auf Facebook bin, war das reiner Zufall, dass ich das las. „Du kannst mir ja einfach weiter auf WhatsApp schreiben?“ antwortete ich und war ein bisschen verwirrt. Das hatten wir nämlich bisher immer getan. Darauf erhielt ich aber keine Antwort und ich machte mir keine weiteren Gedanken.

Dann fiel mir auf, dass besagte Person auffällig viel mit Pascal besprach, dachte mir aber nichts weiter dabei.

Beim nächsten Treffen sagte sie ganz bestürzt: „Ich versteh einfach nicht, unter welcher Nummer ich dich erreichen kann! Ich hab jetzt zwei?!“.

Ich antwortete: „Eine beginnt mit +86 und eine mit +49, nehme ich an?“„Ja!“„Dann nimm die mit der deutschen Vorwahl und lösch die andere…?“„Ja, aber ich hab doch jetzt zwei Nummern?“ – „Ja, und…?“„Aber ich habe doch jetzt zwei Nummern, welche ist denn die richtige???“„Naja, also dann guckst du in deinen Kontakten und guckst einfach, welche mit +49 und welche mit +86 anfängt und löschst die eine dann.“„Aber welche ist denn die Richtige? Nachher lösche ich die Falsche!!“„Eine hat die Vorwahl von Deutschland und eine die von China, dann löschst du einfach die mit der chinesischen Vorwahl! *Pause*. Also die, die mit +86 anfängt…?“.

„Ja, aber welches ist denn jetzt die richtige Nummer? Ich habe doch jetzt zwei! *theatralische Pause*. DAS VERSTEHT DOCH KEINER!!.

Puh. So ging das noch eine Weile hin und her.

Ich atmete irgendwann sehr tief durch, ließ mir freundlich, aber bestimmt, das Handy geben und löschte meine chinesische Nummer aus dem Telefon.

Und bekam dann Ärger, weil ich ja nicht zurückgerufen hatte. Denn die Festnetznummer, auf der man sicherheitshalber angerufen hatte („Ich wusste ja nicht, ob das nun WIRKLICH deine richtige Handynummer war, da habe ich das auf dem Festnetz versucht!“) war noch nicht wieder aktiv.

Viele Grüße,
Mareike


Nachtrag: Nein, die weiter oben beschriebene Person ist nicht sonderlich alt und eigentlich auch technikaffin. Und ja, das ist leider wirklich so passiert. 

2017/03/19: Hachjanun.

Uns geht’s immer noch gut, aber: Kinder, ich komm‘ ja zu nix. Ein paar Dinge würde ich gerne verbloggen, aber mal sehen, vielleicht schaffe ich das ja bald. Momentan vermisse ich Shanghai ein bisschen mehr als sonst. Diese Woche war aber auch komisch.

Erst fand ich bei Penny diese Äquivalent zu meinem Lieblingssaft (ja, ich weißte, den kann ich mir auch selbst pressen, aber das ist halt nicht dasselbe, ne?):

Dann brachte ein Freund noch eine Tasche mit ein bisschen Zeug mit, dass ich noch in Shanghai hatte. Unter anderem ein Geschenk, das ich von Freundinnen zum Abschied bekam.

Dabei musste ich an „Ich hab noch einen Koffer in Berlin“ denken. Da wird gesungen: „Deswegen muss ich nächstens wieder hin. / Die Seligkeiten vergangener Zeiten sind alle noch in meinem kleinen Koffer drin. Ich hab noch einen Koffer in Berlin. / Der bleibt auch dort und das hat seinen Sinn.“.

Ich hab‘ jetzt keinen Koffer mehr in Shanghai. Wobei das eigentlich auch kein Koffer war, sondern eine Tasche. Und da war auch nichts drin, mit dem ich da wirklich was hätte reißen können, aber: Ihr wisst schon, worauf ich hinaus will.

Außerdem haben wir ein Foto der Skyline ausdrucken lassen und aufgegangen, das macht mich abwechselnd glücklich und wehmütig.

Es ist alles nicht so einfach, wenn man wieder kommt. Schön, ja. Das ist es. Aber auch seltsam und vor allem gewöhnungsbedürftig.

Viele Grüße,
Mareike

Netz-Fundstücke #7: Eine Tüte Gemischtes

Nachfolgend ein paar Links, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Auch wenn ich nicht mehr in China wohne, ist es ja nicht so, als würde mich nun nichts mehr dazu interessieren. :) In Kürze gibt’s hoffentlich auch noch mal ein paar Details dazu, wie wir uns eingelebt haben. Uns geht’s gut, wir haben nur immer noch viel zu tun. 


„Warum ein englisches Dorf von Chinesen überrannt wird“ (*klick* zum Artikel) – Ich will ja nicht in schönster Clickbaiting-Manier „Der Grund wird dich überraschen!“ schreiben, aber: Naja, also… Der Grund wird dich überraschen. ;) Ein wunderschöner Beitrag! Und wunderbar skurril.


A propos „skurril“: Hier die „Shanghaiist’s top 10 WTF moments of 2016″ (*klick* zum Artikel). Ich denke, die Überschrift ist selbsterklärend.


China verbinden viele immer noch mit billig produzierter Fließbandarbeit. Aber natürlich arbeiten nicht alle in Fabriken und fertigen da Plastikschrott an. Hier kann man was darüber nachlesen: „Chinas neue Arbeitswelt: Start-Up statt Fließband“ (*klick* zum Artikel).


Und wo wir gerade vor alten Klischees sprechen: „Handynutzung in China: Leben ohne Smartphone ist sinnlos“ (*klick* zum Artikel). Das Smartphone hat einen wesentlich höheren Stellenwert als in Deutschland.


„Warum Chinesen massenhaft Shampoo in Deutschland kaufen“ (*klick* zum Artikel) – Spoiler: Weil sie das teuer verkaufen können. Wer hätte das gedacht! Dennoch hat mich das Objekt der Begierde verwundert.


Zum Abschluss noch ein Artikel, der wirklich nachdenklich macht: „Lebensmittel aus China: Kann dieser Apfel mich vergiften?“ (*klick* zum Artikel). Ich könnte so viel dazu sagen, aber das lasse ich mal so stehen.


Viele Grüße,
Mareike

Ich mach‘ mal *Piep*!

Jaja, das war geschickt. Den letzten Beitrag, den hab‘ ich gar nicht veröffentlicht. So klug von mir.

Mittlerweile sind wir seit dreieinhalb Wochen wieder in der Heimat und uff, es ist so viel passiert. Keine Sorge, uns geht’s gut. Sogar super. Aber es gibt halt sehr viel zu tun und deswegen kam ich auch nicht zum Bloggen und habe nur ab und zu mal getwittert. Ok, und zwei Bilder bei Instagram gezeigt, die jeweils Bier thematisierten:

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Epilog: Ich sitze auf einem Sofa. In China.

Ok, das war übertrieben, es ist kein Epilog. Hier wird es voraussichtlich noch eine Weile weitergehen.

Mein erster Beitrag hier handelte davon, dass ich auf einem chinesischen Sofa sitze (*klick*). Und wie verrückt das eigentlich ist.

Mittlerweile sind wir am Ende unseres Aufenthaltes angekommen und ich kann es gar nicht begreifen, dass es schon vorbei sein soll. Obwohl die Wohnung nahezu leer ist. Obwohl wir auf gepackten Koffern sitzen. Und obwohl wir uns von allen verabschiedet haben.

Ich freue mich auf die Heimat, aber ich bin so dankbar für die Zeit, die wir hier erleben durften. Es war nicht alles rosig, aber auch bei weitem nicht grau.

Die Zeit hier war sehr schön und vor allem wahnsinnig intensiv. Kaum zu glauben, dass es jetzt schon vorbei sein soll! Nun startet für uns ein neues Abenteuer: Unseren Platz in Deutschland finden und uns dort wieder einzufügen.

Ich habe in den letzten Wochen viele Tränen vergossen, aber diese hatten verschiedene Gründe: Abschiedsschmerz, Wehmut, Rührung und Glück. Auch wenn ich echt sowas von keinen Bock auf die Arbeit habe, die uns nun bevorsteht, so bin ich doch sehr optimistisch.

Vor allem freue ich mich auf die gute Luft. Die ist hier seit gestern nämlich schlecht.

Ein letztes Mal kann ich es noch schreiben:

Viele Grüße aus Shanghai,
Mareike

2016/12/15: So.

Erstmal danke für das Daumendrücken bezüglich der Luftfracht. Das Abholen hat gut geklappt. Ich war gar nicht dabei, weil ich einen Termin hatte und mein Mann eh da sein musste, weil das ja alles auf seinen Namen läuft. Einige Dinge mussten wohl noch mal umgepackt und herausgenommen werden, aber so im Großen und Ganzen war es wohl harmlos.

Wir durften anscheinend gar keine Lebensmittel mitnehmen und jetzt haben wir ein paar Chips und sowas, das ich Freunden mitbringen wollte, wieder ausgepackt. Naja.

Nun ist die Bude total leer, es sind nur noch ein paar Leihmöbel da, ein bisschen Zeug, das hier bleibt und das, was in die Koffer kommt.

Montag Morgen hatte ich dann das erste Mal ein „So. Reicht dann jetzt auch.“-Gefühl. Nicht weil ich hier weg will, sondern weil ich das ganze Gepacke und die Verabschiederei so leid bin. Viele meiner Freunde hier sind schon auf dem Weg in ihre Heimatländer, um über Weihnachten dort sein zu können und auch der Kindergarten macht ab nächster Woche Weihnachtsferien – es liegt also eine allgemeine Abschiedsstimmung in der Luft. Nicht nur Plätzchenduft. ;)

Ich denke, langsam bin ich bereit. Andererseits fliegen wir übermorgen und es fühlt sich noch so weit weg an.

Viele Grüße aus Shanghai,
Mareike

(Bald kann ich das nicht mehr schreiben, so verrückt!)

2016/12/11: Sisyphos-Arbeit – jetzt neu in der Expat Edition

Ich finde Bloggen momentan ein bisschen langweilig. Also für euch. Weil ich gerade ein wenig einseitig bin. Dennoch mal ein Lebenszeichen: Läuft hier.

Heute in einer Woche sind wir zurück in Deutschland und ich kann das kaum fassen.

Das ganze Wochenende durch haben wir wild herumgerödelt. Morgen früh wird die Luftfracht abgeholt. Eigentlich war das für Dienstag geplant, aber dann ist den Verantwortlichen noch kurzfristig eingefallen, dass sie dafür den Pass meines Mannes brauchen und der den dann gar nicht vor der Abreise zurückbekommen kann.

Ich zog eine Augenbraue hoch und tja, dann haben wir also Sachen gepackt. Die Kartons hatten wir schon vor dem Wochenende bekommen und durften die selbst packen. Hoffen wir zumindest, denn wenn die den ganzen Trallala noch mal aus- und wieder einpacken, müssen, dann… Tja, dann dauert das morgen echt lange. Weiterlesen