Anekdote #83: Und wann geht’s zurück?

Als ich für die vorherige Anekdote nach einem alten Tweet suchte, stieß ich auf diesen Verlauf, den ich Silvester gepostet hatte (und jetzt noch mal minimal ergänzt habe, denn da hat man ja immer nur 140 Zeichen):

„Und wann geht ihr jetzt wieder zurück?“  „Äh, also wir wohnen ja jetzt wieder hier in Deutschland.“ – „Aber ihr geht doch nochmal zurück?“ – „Wir sind doch jetzt zurück?“ – „Aber ihr geht doch nochmal ZURÜCK?“ – „Naja, also die Umzugsleute haben nicht umsonst das ganze Zeug bei uns ins Haus getragen…?“

„Jaja, aber ihr geht doch zurück?“ – „Nein, wir wohnen jetzt wieder in Deutschland.“ – „Jaja, ok, das habe ich ja jetzt verstanden – aber dann zieht ihr doch jetzt in ein anderes Land? Wohin denn?“ „Also wie gesagt, unsere Möbel und unser ganzes Zeug ist jetzt wieder im Haus, wenn wir woanders hinzögen, wäre das ja sinnlos…?“ – „Ja, aber ALLE, die um Ausland waren, ziehen danach woanders hin.“ – „Aha? Wer denn?“ – „Die Bekannte der Cousine der Nachbarin…“.

„Alle Expats gehen noch mal ins Ausland.“ – „Nochmal: Bei uns ist da nichts geplant und ich sehe das in naher Zukunft auch als eher unrealistisch.“ – „Jaja, komm, du willst es doch bloß noch nicht sagen!“.  

Ich bin so ein netter Mensch, ne? Aber diese Gespräche machen mich wahnsinnig!

Dieses Gespräch habe ich nun schon diverse Male. Und. Es. Nervt So. Aaaaaaaaaah!

Viele Grüße,
Mareike

Netz-Fundstücke #7: Eine Tüte Gemischtes

Nachfolgend ein paar Links, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Auch wenn ich nicht mehr in China wohne, ist es ja nicht so, als würde mich nun nichts mehr dazu interessieren. :) In Kürze gibt’s hoffentlich auch noch mal ein paar Details dazu, wie wir uns eingelebt haben. Uns geht’s gut, wir haben nur immer noch viel zu tun. 


„Warum ein englisches Dorf von Chinesen überrannt wird“ (*klick* zum Artikel) – Ich will ja nicht in schönster Clickbaiting-Manier „Der Grund wird dich überraschen!“ schreiben, aber: Naja, also… Der Grund wird dich überraschen. ;) Ein wunderschöner Beitrag! Und wunderbar skurril.


A propos „skurril“: Hier die „Shanghaiist’s top 10 WTF moments of 2016″ (*klick* zum Artikel). Ich denke, die Überschrift ist selbsterklärend.


China verbinden viele immer noch mit billig produzierter Fließbandarbeit. Aber natürlich arbeiten nicht alle in Fabriken und fertigen da Plastikschrott an. Hier kann man was darüber nachlesen: „Chinas neue Arbeitswelt: Start-Up statt Fließband“ (*klick* zum Artikel).


Und wo wir gerade vor alten Klischees sprechen: „Handynutzung in China: Leben ohne Smartphone ist sinnlos“ (*klick* zum Artikel). Das Smartphone hat einen wesentlich höheren Stellenwert als in Deutschland.


„Warum Chinesen massenhaft Shampoo in Deutschland kaufen“ (*klick* zum Artikel) – Spoiler: Weil sie das teuer verkaufen können. Wer hätte das gedacht! Dennoch hat mich das Objekt der Begierde verwundert.


Zum Abschluss noch ein Artikel, der wirklich nachdenklich macht: „Lebensmittel aus China: Kann dieser Apfel mich vergiften?“ (*klick* zum Artikel). Ich könnte so viel dazu sagen, aber das lasse ich mal so stehen.


Viele Grüße,
Mareike

Epilog: Ich sitze auf einem Sofa. In China.

Ok, das war übertrieben, es ist kein Epilog. Hier wird es voraussichtlich noch eine Weile weitergehen.

Mein erster Beitrag hier handelte davon, dass ich auf einem chinesischen Sofa sitze (*klick*). Und wie verrückt das eigentlich ist.

Mittlerweile sind wir am Ende unseres Aufenthaltes angekommen und ich kann es gar nicht begreifen, dass es schon vorbei sein soll. Obwohl die Wohnung nahezu leer ist. Obwohl wir auf gepackten Koffern sitzen. Und obwohl wir uns von allen verabschiedet haben.

Ich freue mich auf die Heimat, aber ich bin so dankbar für die Zeit, die wir hier erleben durften. Es war nicht alles rosig, aber auch bei weitem nicht grau.

Die Zeit hier war sehr schön und vor allem wahnsinnig intensiv. Kaum zu glauben, dass es jetzt schon vorbei sein soll! Nun startet für uns ein neues Abenteuer: Unseren Platz in Deutschland finden und uns dort wieder einzufügen.

Ich habe in den letzten Wochen viele Tränen vergossen, aber diese hatten verschiedene Gründe: Abschiedsschmerz, Wehmut, Rührung und Glück. Auch wenn ich echt sowas von keinen Bock auf die Arbeit habe, die uns nun bevorsteht, so bin ich doch sehr optimistisch.

Vor allem freue ich mich auf die gute Luft. Die ist hier seit gestern nämlich schlecht.

Ein letztes Mal kann ich es noch schreiben:

Viele Grüße aus Shanghai,
Mareike

2016/12/15: So.

Erstmal danke für das Daumendrücken bezüglich der Luftfracht. Das Abholen hat gut geklappt. Ich war gar nicht dabei, weil ich einen Termin hatte und mein Mann eh da sein musste, weil das ja alles auf seinen Namen läuft. Einige Dinge mussten wohl noch mal umgepackt und herausgenommen werden, aber so im Großen und Ganzen war es wohl harmlos.

Wir durften anscheinend gar keine Lebensmittel mitnehmen und jetzt haben wir ein paar Chips und sowas, das ich Freunden mitbringen wollte, wieder ausgepackt. Naja.

Nun ist die Bude total leer, es sind nur noch ein paar Leihmöbel da, ein bisschen Zeug, das hier bleibt und das, was in die Koffer kommt.

Montag Morgen hatte ich dann das erste Mal ein „So. Reicht dann jetzt auch.“-Gefühl. Nicht weil ich hier weg will, sondern weil ich das ganze Gepacke und die Verabschiederei so leid bin. Viele meiner Freunde hier sind schon auf dem Weg in ihre Heimatländer, um über Weihnachten dort sein zu können und auch der Kindergarten macht ab nächster Woche Weihnachtsferien – es liegt also eine allgemeine Abschiedsstimmung in der Luft. Nicht nur Plätzchenduft. ;)

Ich denke, langsam bin ich bereit. Andererseits fliegen wir übermorgen und es fühlt sich noch so weit weg an.

Viele Grüße aus Shanghai,
Mareike

(Bald kann ich das nicht mehr schreiben, so verrückt!)

2016/12/11: Sisyphos-Arbeit – jetzt neu in der Expat Edition

Ich finde Bloggen momentan ein bisschen langweilig. Also für euch. Weil ich gerade ein wenig einseitig bin. Dennoch mal ein Lebenszeichen: Läuft hier.

Heute in einer Woche sind wir zurück in Deutschland und ich kann das kaum fassen.

Das ganze Wochenende durch haben wir wild herumgerödelt. Morgen früh wird die Luftfracht abgeholt. Eigentlich war das für Dienstag geplant, aber dann ist den Verantwortlichen noch kurzfristig eingefallen, dass sie dafür den Pass meines Mannes brauchen und der den dann gar nicht vor der Abreise zurückbekommen kann.

Ich zog eine Augenbraue hoch und tja, dann haben wir also Sachen gepackt. Die Kartons hatten wir schon vor dem Wochenende bekommen und durften die selbst packen. Hoffen wir zumindest, denn wenn die den ganzen Trallala noch mal aus- und wieder einpacken, müssen, dann… Tja, dann dauert das morgen echt lange. Weiterlesen

2016/11/30: Gääääähn

Also eigentlich IST mir nicht langweilig, sondern ich BIN langwellig.

Felix und ich haben den freien Tag heute so richtig ausgekostet und waren mittags Nudeln essen und haben im Anschluss noch Brot und mir einen Kaffee gekauft. Ansonsten hingen wir zuhause herum.

Ja, das mit dem „richtig auskosten“ war leicht sarkastisch gemeint. Und ja, das muss auch mal sein. Weiterlesen

Ausblick: Dezember 2016

Wer hier mitliest, weiß: Der Dezember wird sehr aufregend. Denn Mitte des Monats ziehen wir zurück nach Deutschland.

Bis dahin stehen noch eine Nikolausfeier sowie diverse Geburtstags- und Abschiedsfeiern an. Außer uns gehen noch einige andere. Um Weihnachten herum sind es dieses Mal sogar mehrere und im Februar steht abermals eine Welle bevor.

Lustigerweise werden wir sogar mit mehreren Freunden und Bekannten am selben Wochenende, dem selben Tag und teilweise sogar demselben Flug abreisen. Einige von denen fliegen nur über Weihnachten in die Heimat, aber einige verlassen Shanghai genauso wie wir.

Bis dahin bin ich ordentlich ausgelastet (zum Beispiel wegen der spontanen Woche Kindergartenfrei, Erklärung gibt’s hier *klick*). Was einerseits ein bisschen schade ist, da ich gerne noch mal ein wenig entspannen wollte. Andererseits ist das vielleicht auch gar nicht schlecht, da komme ich nicht zum Nachdenken.

Es ist eine wilde Mischung zwischen Abschiedsschmerz, Vorfreude, Angst vor den Veränderungen, Respekt vor der ganzen Arbeit und dem Moment genießen. Aktuell fühlt es sich gut an, aber fragt mich in fünf Minuten noch mal. ;) Das wechselt momentan ständig und ich bin ein bisschen (ok, ein bisschen sehr) nah am Wasser gebaut.

Viele Grüße aus Shanghai,
Mareike