Anekdote #20: Papierkram auf Chinesisch

Für Gas, Wasser und Strom sowie Telefon/Internet bekommt man hier Rechnungen. Soweit nicht überraschend. ;) Das wird aber nicht per Bankeinzug oder Überweisung oder so geregelt, sondern man bekommt zweiteilig perforierte  Rechnungen. Damit geht man in einen Family Markt, das ist eine Kette von Kiosken, die meistens rund um die Uhr (oder lange jedenfalls) geöffnet sind.

Da zahlt man dann – endlich mal wieder in bar, denn was anderes wird nicht akzeptiert – und bekommt eine halbe Rechnung mit Stempel und Kassenbon zurück. Also die halbe Papier-Rechnung. Man muss schon den ganzen Betrag zahlen. ;) Weiterlesen

I feel lonely…

„I feel lonely, lo-lo lo-lo- lonely…“ um es mit den Worten von Sasha zu singen. Der Rest des Textes passt schon gar nicht mehr. Und wenn man den Song kennt und wie das Zitat gesungen wird, weiß: Ganz so tieftraurig ist es eigentlich nicht, sondern eher locker-flockig. Dennoch. Einen gar nicht mal so kleinen Funken Wahrheit enthalten diese Zeilen.

Ich habe es gerade nachgelesen, den Beitrag „Hey, I just met you…“ verfasste ich nach nicht mal zwei Monaten hier. Darin beschrieb ich, wie unglaublich einfach es ist, hier andere Expats kennenzulernen und wie unglaublich schnell diese zart geknüpften Bande aber auch schon wieder gekappt werden.

Inzwischen sind wir nun über ein halbes Jahr hier und ach… *seufz* Mein Eindruck wurde bestätigt. Irgendwer kommt immer. Und irgendwer geht immer. Als ob Shanghai nur aus Drehtüren bestünde. Weiterlesen

Von chinesischen Baumärkten und Garagen-Lädchen

Wir waren heute in einem Baumarkt. Das war vielleicht aufregend!

Ach nee. War es nicht. Denn der chinesischen Baumarkt sah aus wie… Tja…. Ein Baumarkt! Wer hätte das bloß für möglich gehalten? Also ich nicht! Und das war gar nicht mal so ironisch gemeint.

Die Quelle für Farbe, Werkzeug, Rohre und so weiter hatte ich bisher nämlich nur anderweitig in so kleinen „Garagen-Lädchen“ gesehen. In einer Straße hier in der Nähe reihen sich solche aneinander. Den Begriff „Garagen-Lädchen“ habe ich mir ausgedacht, weil mir eine passende Umschreibung fehlte. Oft handelt es sich hierbei einfach nur um freie Bereiche unten in einem Haus, die eben wie eine Garage aussehen. Nur ohne Tor, dafür meistens mit Gitter.

Es ist auch nicht so, als wären die von innen nett angestrichen worden oder so, sondern Wände und Böden sind , äh… in ihrer ursprünglichen Form erhalten geblieben. In so einer Ga… – pardon, Geschäft – steht dann jede Menge Zeugs in mehr oder weniger provisorischen Regalen. Ich kenne diesen Anblick gut, allerdings eben aus abschließbaren Autounterbringungseinheiten, die zu Einfamilienhäusern gehören. Ihr bestimmt auch. „Garagen-Lädchen“ sind dnn diese Sorte, in die entweder gar kein Auto mehr ‚rein passt – oder nur durch jahrelang antrainiertes Fingerspitzengefühl. Weiterlesen

Anekdote #19: Alles im Fluss

Wir können aus dem Wohnzimmerfenster auf den Huang Pu River sehen. Oder wie wir es nennen: Auf den chinesischen Rhein. Den Vergleich finden wir sehr passend, denn wie in vielen Städten, die von einem Fluss getrennt werden, gibt es immer DIESE und JENE Flussseite. So ist Puxi für uns also „auf der anderen Rheinseite“.  Und ansonsten sind wir eigentlich ganz normal. ;)

Auf dem Rhein, pardon, dem Huang Pu River tuckern normalerweise die unterschiedlichsten Boote entlang. Sowohl Tag, als auch Nacht.

Während der Taifun-Warnung neulich (Achtung, Schenkelklopfer!) schiffte es, aber es war kein Boot zu sehen.

Neben dem immer wieder gegen die Scheiben prasselnden Regen und dem pfeifenden Wind war etwas am Geräuschpegel anders. Nur was? So ruhig war es eigentlich nicht.

Lange suchte mein Unterbewusstsein nach dem Grund, bis mir endlich auffiel, woran es lag. Während auf der Straße noch relativ viele Autos fuhren und man ab und zu auch einen Passanten mit seinem Hund Gassi gehen sah, war auf dem Fluss nichts los. Also wirklich NICHTS.

Kein Schiff. Kein Tuten. Kein Tuckern. Kein leichtes Wummern in der Magengrube, wenn die richtig großen Dinger vorbei fahren. Keine Fähre. Kein bunt leuchtendes Partyschiff. Ganz eigenartig.

Nur die Wasserpolizei fuhr wohl ab und an Patrouille, wie uns zugetragen wurde. Die Strecke können wir von uns aus nämlich nicht so gut sehen.

Der Schiffverkehr war aus Sicherheitsgründen gesperrt und der Fluss lag in seiner vollen Pracht vor uns. Die Wasseroberfläche war aufgrund des Wetters natürlich aufgewühlt, aber ansonsten wurde sie nicht unterbrochen und schillerte vor sich hin.

Das war sehr eigenartig, denn auf dem Fluss ist sonst echt viel los und gerade am Wochenende beschleicht mich manchmal das Gefühl, dass es mehr Schiffe als Platz dafür gibt.

Test mit Hindernissen

Ich muss euch diese Geschichte unbedingt erzählen. Erst wollte ich es nicht, aber ich MUSS das loswerden und euch daran teilhaben lassen.

Neulich ärgerte ich mich über einige Wehwehchen und während ich so vor mich hin fluchte, dachte ich noch „Maaaann ey! Das letzte Mal, als ich das hatte, war ich schwanger und wusste das noch nicht“ und hielt inne.

Oh.

Dann dachte ich daran, dass ich die anderen Wehwehchen da auch hatte und dachte noch mal: Oh. Also…

Oh!

OH!!

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Akute-Drogeriemarkt-Vermissung

Neulich hatte ich schon mal einen Anfall von Garten-Vermissung, nun sind es die Drogeriemärkte.

Konkret sind das dm und Rossmann. Ich liebe es dort, kann mich da stundenlang aufhalten und stöbern. Besonders oft war ich seit der Geburt meines Sohnes da, denn irgendwas braucht man immer. Wirklich. Und auch Dinge, die man eigentlich nicht braucht, kann man da gut kaufen. Lasst es euch gesagt sein. ;)

Reinigungsmittel, Lebensmittel, Kosmetikprodukte, Hygieneartikel,… Es ist alles dabei.

Heute Morgen war ich bei „Watsons“, das ist eine Kette, die man hier oft findet. Der im Kerry Parkside in Pudong ist nun endlich fertig renoviert. Klar gibt’s da viel Kram und ich kaufe da auch Allerlei, aber… ABER! Es ist bei Weitem kein vergleichbares Einkaufserlebnis.  Weiterlesen

Anekdote #18: Karamell-Sirup

Ich bin bekennende „Macchiato-Mutti“ und trinke gerne Milchkaffee mit Sirup. Unterwegs fröne ich dieser Lust teilweise mit einem „Vanilla Latte“ oder mit „Hazelnut Syrup“. Oder ich behelfe mir – ganz verrückt! – mit etwas Zucker. ;)  In Deutschland hatte ich diverse Sirup-Sorten zuhause und wollte das hier auch gerne.

Dummerweise habe ich bisher keinen gefunden. Wir hatten ja damals nix, als wir in China waren. Es gibt zwar jede Menge Sirup-Sorten: Cane Sugar (das verwendet man hier, um Limos zu süßen), Maracuja, Grenadine, Minze, Mojito (was wieder Erwarten nach süßlichem Kaugummi und damit nicht so erfrischend wie gedacht schmeckt) und so weiter. Nur eben nichts Kaffee-typisches.

Da die Cafés das im Kaffee anbieten, muss man den hier ja irgendwo kaufen können. In der Metro habe ich noch nicht geguckt, da könnte es den geben. Ansonsten fand ich einen Anbieter, der Vanille- und Mandelsirup führt. Das ist aber direkt mal ’ne 700ml-Pulle und kostet 94 RMB. Das sind umgerechnet fast 14 Euro. Sooo süchtig bin ich dann nun auch wieder nicht, um den stolzen Preis hinzublättern… Naja. (Falls ihr dennoch Interesse habt: Den gibt’s bei Epermarket.)

Eigentlich wollte ich mir welchen aus Deutschland mitbringen (lassen). Heute bekam ich bei Twitter aber den Tipp, selbst welchen zu machen. Unter anderem bekam ich den Hinweis zu „Herrn Grün“. Das Rezept ist gut erklärt, man braucht nur zwei Zutaten und es ist wirklich sehr einfach und sehr schnell gemacht. Hier findet ihr es zum Nachmachen: www.herrgruenkocht.de/karamellsirup-selber-machen.   Weiterlesen

Anekdote #17: From Sarah With Love

Wer mir auf Twitter folgt, hat es vermutlich mitbekommen:

Freitag war ich unterwegs und als wir gerade den Rückweg von Puxi antraten, schaltete der Fahrer eine CD an. Ich war etwas verwirrt. Das macht er nämlich sonst nicht. Ab und zu macht er mal das Radio an, aber ich bin immer ganz froh, wenn er das bleiben lässt. Er hört nämlich gerne eine Diskussions-Sendung, in der die Leute sich im Studio unterhalten und hin und wieder Leute anrufen.

Es wird euch nicht überraschen, dass diese Sendung komplett auf Chinesisch ist. Und auch nicht, dass diese mich daher überhaupt gar nicht interessiert.

Musikalisch sind wir auch nicht gerade auf einer Wellenlänge. Er mag chinesische Schnulzen. Ich nicht. Ich mag internationale Pop-Songs. Er nicht.

Also bleibt das Radio meist aus und ich dachte, damit haben wir einen guten Kompromiss gefunden.

Bis Freitag. Da startete er besagte CD und ich dachte bei den ersten Klängen noch „Ach, guck an, klingt wie From Sarah With Love.“ Nach ein paar Takten war klar: Es war besagtes Lied.   Weiterlesen

Orkan „Ella“ und Taifun „Chan-Hom“

Ich hab eh Schiss vor Gewitter, aber seitdem Orkan Ella (*klick*) letztes Jahr den halben Baumbestand Düsseldorfs abgemäht hat (und das ist leider nicht übertrieben), bin ich leicht hysterisch. Während des Orkans war ich alleine mit dem damals nicht ganz anderthalbjährigen Kind zuhause, war komplett unvorbereitet und hatte schlicht und ergreifend Angst.

Gott sei Dank ist uns, unserer Familie und unseren Freunden nichts passiert und es gab in meinem näheren Umfeld auch eher wenige Schäden zu beklagen. Dennoch, die Wochen danach waren schlimm. Besonders die erste.

Damals ging der Kleine noch nicht in die Kita, er steckte in einer heuligen Phase, in der man es ihm nicht recht machen konnte – und ich sowieso nicht. Dazu stand ich am Anfang von zehn Tagen Strohwitwenzeit (Fun Fact: Mein Mann war unter anderem hier in Shanghai und da wussten wir noch nicht, dass wir herziehen würden) und ich war ziemlich aufgeschmissen.

Der Großteil der Verabredungen, die ich für die darauffolgenden Tage getroffen hatte, mussten wir absagen. Das Verkehrschaos war nicht schön, denn es waren nicht nur Äste und Bäume im Weg, sondern die Bahn war über größere Streckenabschnitte gesperrt und irgendwie mussten die Leute ja von A nach B kommen. Der Wald und nahezu alle Parks waren dicht und auch ansonsten musste man sehr gut aufpassen, wenn man unter Bäumen entlang ging, weil da immer noch was herunterkrachen konnte. Bei jedem Windzug blickte ich außerdem nervös nach oben, wenn wir unter Bäumen standen. Und das war ziemlich häufig.

Unsere üblichen Spazierstrecken in der Gegend boten ein Bild des Schreckens und waren teilweise auch natürlich nicht Prio 1 wie zum Beispiel der Hofgarten und brauchten Wochen, bis die halbwegs passierbar waren. Alle Orte, die man dann mit Kleinkindern so aufsuchen konnte, waren natürlich ziemlich voll. Der Alltag war also lange noch beschwerlich. So dankbar ich bin, dass uns nicht geschah – es war eine anstrengende Zeit.

Was das Thema „Unwetter“ angeht, bin ich also immer noch traumatisiert. Und ich schäme mich nicht dafür, da könnt ihr eure Witze machen, wie ihr lustig seid.

Soviel zur Vorgeschichte.

Ich hatte mich mal beim Auswärtigen Amt registriert und in den Mail-Verteiler aufnehmen lassen (und bin gefühlt die Einzige, aber das ist ein anderes Thema). Da bekam ich Freitag folgende Nachricht:

„…der tropische Wirbelsturm „Chan-hom“ , der derzeit immer noch an Stärke gewinnt, wird voraussichtlich am 10. oder 11. Juli (…) auf das chinesische Festland treffen und dann abgeschwächt nach Norden (über Shanghai) weiter ziehen. In den Provinzen Zhejiang, Shanghai und Jiangsu ist durch Starkregen, Überschwemmungen und hohen Wellengang mit starken Beeinträchtigungen sowohl entlang der Küste als auch weiter im Landesinneren zu rechnen. Die China Meteorological Administration hat für „Chan-Hom“ die zweithöchste Sturmwarnung „Orange“ herausgegeben. 

Zu Ihrem eigenen Schutz informieren Sie sich regelmäßig in den Medien und folgen Sie den Anweisungen der lokalen Behörden. Aktuelle Informationen über die Entwicklung des Sturms finden Sie hier (…).“

Ok. Durchatmen. Zum Glück bin ich ja in solchen Situationen nicht hysterisch, sondern nur sehr besorgt. Oder so. Es war recht stürmisch, aber das war dann auch schon alles. Ansonsten war es an dem Tag erstaunlich warm und sonnig. Was in den letzten Wochen ja eher selten der Falls war.

Abends twitterte ich:

https://twitter.com/von0211nach021/status/619512370151342080 Weiterlesen

Es regnet, es regnet… Part #2

IMG_20150629_154112Vor einiger Zeit schrieb ich einen Beitrag namens „Es regnet, es regnet…“. Ich habe vorhin nachgesehen, wann das war. Das ist mittlerweile schon einen knappen Monat her! Und da hatte es schon einige Tage durchgeregnet.

Zu diesem Thema wollte ich gerne noch ein kurzes Update schreiben. Die gute Nachricht vorab: Inzwischen trägt Felix seine Gummistiefel gern und hüpft durch die Pfützen. Zumindest manchmal. Also ab und zu. Hin und wieder. Aber immerhin! Und dann sogar gerne!

Der aufmerksame Leser hat allerdings zwischen den Zeilen gelesen und erkannt, dass es anscheinend immer noch die Notwendigkeit für Gummistiefel gibt. Das bedeutet also, dass es immer noch regnet. Also schon etwa einen Monat lang.

Puh.

Ich bin echt kein Sonnenanbeter und mag Regen. Ehrlich. Aber nicht so gut wie jeden Tag!

Wie repräsentativ das aktuelle Wetter ist, vermag ich nicht zu beurteilen, aber ich würde sagen: Es gibt – zumindest dieses Jahr! – eine Regenzeit. Definitiv. Und wenn die Pflaumen nach diesem „Pflaumenregen“ nicht ganz fantastisch werden, nehme ich das persönlich! Weiterlesen