Wie im Reality-TV…

Bevor ich das erste Mal hier in Shanghai war, hatte ich mir in den schillerndsten Farben ausgemalt, wie es hier sein könnte. Vieles davon trat aber nicht ein. Was auch gut ist, denn vieles waren eher irrationale Befürchtungen. Gestern hatte ich dann das erste Mal einen richtigen Kulturschock und ich kam mir vor wie so’n armes Mädel von „auf und davon“. Zum Glück waren keine Kameras dabei.

Doch der Reihe nach. Hier in Shanghai geht man – zumindest als Expat – nicht in Deutschland in einzelne Arztpraxen, sondern in ein Ärztezentrum oder eine Klinik. Das läuft hier relativ amerikanisch.

Im Krankenhaus-Eingang geht es zu wie in einer Bahnhofshalle kurz vor Weihnachten. Da herrscht Chaos und wenn man sich nicht auskennt, ist man ziemlich verloren. Leute quetschen sich durch die Türen und rennen hektisch durcheinander. Sie stehen an Schaltern an, stehen vor den Aufzügen, stehen einfach mitten im Weg rum. Es blinkt und leuchtet überall irgendwas, gerne auch in den buntesten Farben. LED-Laufbänder voller chinesischer Schriftzeichen laufen um die Wette. Viele rufen sich quer durch den Raum etwas zu oder brüllen herum. (Ich glaube, Italiener und Chinesen teilen nicht nur die Vorliebe für Nudeln, nein, die schreien sich auch ständig an. Und oft geht es auch um gar nichts Negatives). Der Lautstärkepegel ist enorm. Ausnahmen bestätigen die Regel: Manche schlurfen so langsam, dass man fürchtet, sie schaffen es nirgendwo mehr hin. Es ist wie ein Bienenstock auf LSD.

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Ein Geldbeutel voller Hunnis

Ich gehöre zu den Leuten, die eher wenig Bargeld dabei haben. In Deutschland kann ich die Gelegenheiten, an denen ich mal einen Hunderter dabei hatte, wahrscheinlich an einer Hand abzählen.

Hier laufe ich aber dauernd mit einem Geldbeutel voller Hunderter herum. Also gefühlt.

Wir hatten öfter Probleme, was am Geldautomaten abzuheben und mein Mann und ich besprachen, dass ich an dem, von dem wir wussten, dass es klappt und an dem ich sowieso vorbei kam, mal zweitausend abholen sollte. Huiui! Das Gerät spuckte aber nur tausend aus. Dieses Bündel Geld steckte ich dann zu den zwei Hundertern, dem Fünfziger und dem Zehner, die ich eh noch im Geldbeutel hatte und kam mir irre reich vor. 1.260! Whohoo! Bei der Summe wurde ich direkt nervös.

Dummerweise handelte es sich dabei um RMB. Demnach trug ich 180,46 EUR herum. Klar ist das immer noch viel Geld, aber es relativiert sich dann doch recht schnell.

Oft habe ich so um die vierhundert RMB dabei. Das sind etwas mehr als 60 Euro. Im Scheinefach sieht das aber oft total viel aus, weil ich gefühlt immer alles in Zehnern wiederbekomme. Also ist mein Geldbeutel im übertragenen Sinne nicht so prall gefüllt, wie er wirkt.

Was mich aber am meisten verwirrt: Der Hunderter ist der höchste Schein. Und zur Erinnerung: Der entspricht 14,31 Euro. Ich habe nun gelesen, dass es aus Geldfälschungsgründen keine größeren Scheine gibt. Die jetzigen werden deswegen aber viel gefälscht und auch entsprechend oft auch an der Kasse geprüft. Wäre es da nicht vielleicht einfacher und schneller, einen 200er oder einen 500er zur prüfen?

Bekannte erzählten uns, dass sie die Kaution im Wert von mehreren tausend Euro in RMB bar zahlen mussten. Die hatten dann wirklich einen Geldkoffer dabei. Wie in so nem Film!

Sightseeing: Shanghai Museum of Public Security

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Wir wollten heute Vormittag ein bisschen was unternehmen, hatten aber keine Lust auf einen großen Ausflug. Und schon gar nicht auf eine Mall. Eigentlich wären wir am liebsten eine Runde spazieren gegangen, aber dafür waren die Luftwerte definitiv zu schlecht.

Pascal suchte online ein wenig herum und fand schließlich bei Trip Advisor das „Shanghai Museum of Public Security“, das prima klang. Laut Internetbewertungen braucht man für den Rundgang etwa eine Stunde und dort gibt es Polizei- und Feuerwehrautos. Also ideal für kleine (und große) Jungs.

Außerdem stand da, dass es 8 RMB (= 1,15 EUR) Eintritt (für Studenten sogar nur 5) kostet, man teilweise aber sogar umsonst reinkäme. Die maximal 24 RMB für drei Leute hätten wir zwar gerade noch aufbringen können, aber for free ist natürlich auch nett. Allerdings rechne ich es mal so aus: Vier voll zahlenden Personen hätten genauso viel berappt wie man für einen Starbucks-Kaffee hinlegt. Wie dem auch sei.

Nach der Fahrt (endlich mal über den Fluss drüber!) wurden wir vor einem eher unscheinbaren Gebäude abgesetzt. Wir wussten, dass es sich um ein eher kleines Museum handelt und die Eingangstür des Hauses, das es sein sollte, war geöffnet. Rechts befanden sich mehrere alte Polizeiautos („Wow!“ rief der Kurze begeistert, „Oooh!“ machten wir), links Vitrinen mit Ausstellungsstücken. Ansonsten waren da noch zwei chinesische Besucher und wir wussten nicht so recht, wohin.

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Wie Sie sehen, sehen Sie nichts.

Wir liefen einfach mal zu den Aufzügen, die für uns nicht weiter erkenntlich beschriftet waren. Drin lag eine rote Matte mit „Welcome“ aus, aber auch dort stand so gar kein Hinweis und wir fuhren einfach mal in den ersten Stock. Mehr als in einem Polizeibüro zu landen, konnte uns ja eigentlich nicht passieren, dachten wir uns. In der ersten Etage hing dann glücklicherweise ein repräsentatives Polizeiwappen an der Wand und darunter standen chinesische Schriftzeichen und lateinische. Die waren zwar schlecht lesbar, aber dort stand der Name des Museums. Puh!

Die ersten paar Meter waren eher langweilig, da waren viele Bilder von Polizeichefs oder anderen wichtigen Leuten. Die Beschreibungen waren alle eher knapp und fast ausschließlich in chinesischen Schriftzeichen. Und die können wir halt nicht lesen.

Bei einem Exponat machte mein Mann sich die Mühe, diese mittels App zu übersetzen. Da stand ein großer Teekessel und darüber ein Foto mit einem Uniformierten, der etwas in den Becher einer lachenden Frau goss. Laut Text handelt es sich um den Teekessel, mit dem Uniformierte die Bevölkerung mit heißem Wasser versorgten. Ach so. Wir waren genauso schlau wie vorher. ;) Im Nachhinein las ich, dass wohl einige Texte unfreiwillig komisch wären, wenn man Chinesisch könne. Das kann ich natürlich nicht näher beurteilen.

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Die linke Wand erinnert übrigens an ein Feuerwehrauto.

Viele Räume waren mit viel Liebe zum Detail hergerichtet. Besonders der Bereich zum Thema „Feuerwehr“ hat es mir angetan. Und das nicht nur, weil Felix da gerade so darauf abfährt. Siehe Foto rechts. Es gab einige Fahrzeuge, viele Modelle, Bilder, und Exponate. Bei vielen blieben uns mangels Sprachkenntnissen zwar der Hintergrund verborgen, aber das machte gar nichts.

Es gab viele Waffen und auch einen kleineren Bereich, in dem es um Kriminalfälle ging. Plötzlich sahen wir dann weiter oben groß aufgezogene Tatortfotos. Die waren zwar schlecht aufgelöst und schwarzweiß, aber man sah, dass viel Blut im Spiel gewesen war. Drunter sah man beispielsweise eine Axt, die vermutlich die Tatwaffe war. Ich wurde kurz skeptisch, aber der Kleine guckte gar nicht hin und stapfte durch den Flur schnell durch – und ich hielt ihn auch nicht auf. Die Drogen-Labor-Thematik verstand er sowieso nicht. Es wird ihm also keine schlaflosen Nächte bereiten.

Mit etwas älteren kleinen Kindern kann man diesen Bereich aber gut umgehen, denn das Museum ist auf mehrere kleine Etagen aufgeteilt. Jede war heute übrigens unterschiedlich stark geheizt beziehungsweise gekühlt. Bis Etage vier war alles normal, in Etage fünf war die Tür ge-, aber nicht verschlossen und dahinter befand sich eine Ausstellung im Dunkeln. Also wirklich im Dunkeln. Da war kein Licht an und die Räume in völliger Dunkelheit. Äh, ja. In Etage sechs fand eine Feier statt und wir sind uns nicht sicher, wer überraschter guckte – wir oder die Leute im Eingang. Und in Etage sieben war einfach gar nichts mehr. Äh, ja. Ich schätze, das ist mal wieder the chinese way.

Heute war kaum was los, es waren nur wenige andere Besucher da. Wir werden bestimmt noch mal bei schlechtem Wetter wiederkommen. Gerade weil es nicht so groß ist und man das noch mal kurz nachmittags unternehmen kann. Allerdings weiß ich nicht, wie es in dem Bereich mit der Rush Hour aussieht. Wir hätten uns ein paar Sachen sicherlich intensiver angesehen, wenn wir die Erklärungen verstanden hätten, an einigen schlenderten wir mehr oder weniger vorbei und an einigen, wie dem ausgestopften Schäferhund („Wuff, Wau, Wau!“ kommentierte Felix das) oder der wirklich aufwändig und toll gestalteten Modellszenerie eines Feuerwehreinsatzes blieben wir länger stehen. Insgesamt waren wir eine knappe Stunde dort und es hat sich gelohnt.

Hier findet ihr noch zwei weiterführende Links in englischer Sprache: Bericht zum Museum of Public Security bei „Smart Shanghai“ – Da seht ihr auch Bilder einer goldenen Handfeuerwaffe sowie erwähnten Schäferhund. Sowie die Bewertungen bei „Trip Advisor“. Ich kann euch besonders den ersten Link empfehlen. Im Nachhinein habe ich nun doch noch mal ein paar Hintergrundinformationen erfahren.

Fazit
Name: Shanghai Museum of Public Security
Eintritt: 8 RMB, 5 für Studenten – oder aber umsonst ;)
Adresse (international): 2-4/F, 518 Ruijin Nan Lu, near Xietu Lu
Adresse (chinesisch): 请带我去 瑞金南路518号2-4层, 近斜土路
Note: 2+

Ausprobiert: „GuS Dry Valencia Orange“

Ich suche ja vor allem nach einer Orangenlimo. Diese hier fand ich in einem weiteren Supermarkt bei den importierten Produkten. Die Marke heißt „GuS“, was für „Grown-up Soda“ steht. Es sind aber keine anzüglichen Bilder drauf und sie ist alkoholfrei. ;)

Den Namen plus den Vermerk „not too sweet“ fand ich schon mal ansprechend, genauso die halbwegs natürlichen Inhaltsstoffe. Endlich mal keine grellorange Farbe! (Der Gelbstich des Fotos ist dem Kunstlicht und meiner Faulheit, noch mal aufzustehen, geschuldet.)

Diese Limo kommt aus New York und ich war hin- und hergerissen zwischen „Hoffentlich taugt die was, die klingt so lecker!“ und „Hoffentlich ist die nix, die ist so teuer!“.

Nachdem sie nun über 24 Stunden im Kühlschrank stand, habe ich sie gerade geöffnet und probiert. Ich formuliere es mal so: Och, naja. Mir persönlich schmeckt sie ZU natürlich. (Dass ich das mal über eine in China erstandene Limo sagen würde!) Da könnte ich auch Sprudel mit Orangensaft mixen, das würde wahrscheinlich ein ähnliches Ergebnis erzielen. Meins ist es nicht. Ich habe die Hälfte getrunken und ich glaube, das reicht dann auch.

Von derselben Marke gab es auch noch andere Sorten, ich glaube, es war eine Cola. Aber die werde ich wohl nicht ausprobieren.

Fazit
Name: Dry Valencia Orange
Firma: GuS – Grown-up Soda
Preis:
ich glaube 24 RMB (3,43 EUR)
Menge: 360ml
Behälter: Glasflasche
Quelle: Olé Supermarkt
Note: 4

Ausprobiert: Instant-Kaffee

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Oben sehen Sie den fertigen Caramel Latte in seiner natürlichen Umgebung mit einem kleinen Dreier-Pack Schoko-Oreos. ;)

Von Besuch mal abgesehen, bin ich die einzige Person, die in diesem Haushalt Kaffee trinkt. Zwar besitzen wir eine Filterkaffee-Maschine, aber die ist – naaaaa? Genau. In der Seefracht. Damit koche ich nur für mich aber eh keinen Kaffee, die wird nur an Geburtstagen rausgeholt.

In Deutschland besaß ich unter anderem anderthalb Jahre lang eine Tassimo-Maschine, aber als klar war, dass ich hier keinen (beziehungsweise nur kompliziert) Nachschub bekommen würde, verkaufte ich die vor der Abreise noch. Glücklicherweise kam sie in gute Hände. Kurz hatte ich überlegt, auf eine andere Maschine umzusteigen, aber bisher sah ich da noch keinen Anlass. Denn für mich alleine koche ich eh keinen Kaffe. (Und das als Macchiato Mom!)

Vor der Tassimo bereitete ich mir öfters Instant-Kaffee zu. Die Premium-Variante von Aldi Süd ist meiner Meinung nach echt lecker. Auch, wenn man öffentlich gar nicht zugeben darf, dass man sowas mag. Ist ja total verpönt. Eigentlich wollte ich auch eine Packung davon mitnehmen, entschied mich dann aber doch dagegen. Zuhause trinke ich gar nicht so viel Kaffee und ich dachte, dann gehe ich vielleicht öfter mal zu nem Starbucks oder so um die Ecke und vermeide, dass ich mich einigele.

Das mit dem Einigeln habe ich bisher erfolgreich vermieden, aber immer zu Starbucks und Kollegen zu gehen wird mir auf Dauer dann doch etwas zu teuer. Im Moment habe ich viel Kaffeedurst. Deswegen habe ich mir im Supermarkt gegenüber ein Glas Instant-Kaffee gekauft. Daneben befand sich dieses „Caramel Latte“-Pulver und ich dachte, ach, das probierste mal. Denn teuer war es nicht und es waren in der kleinen Packung nur fünf Beutelchen drin.

Daheim probierte ich es direkt aus. Das Karamell-Gittermuster ist natürlich genauso schön wie auf der Packung. ;) So Pulverzeug ist ja meist einfach nur süß, aber hier war ich überrascht. Er ist angenehm karamellig und süffig. Gar nicht so überzuckert, wie man das von sowas kennt. Den Cappuccino davon habe ich mir inzwischen übrigens auch zugelegt, der ist gar nicht süß.

Der Caramel Latte kommt natürlich nicht an „anständigen“ Kaffee aus einer guten Maschine ran, aber ich bin sehr zufrieden.

Entgegen vieler Unkenrufe bekommt man hier übrigens in jedem Supermarkt, in dem ich bisher war, Kaffee. In nahezu allen Varianten. Sogar ganze Bohnen. Ich mein ja nur.

Fazit
Name: Caramel Latte
Firma: Nescafé
Preis:
14,60 RMB für fünf Stück (2,03 EUR) bzw.
29,50 RMB für 12 Stück (4,10EUR)
Menge: Portionsbeutel
Behälter: Kommt drauf an, ne? ;)
Quelle: Der Supermarkt gegenüber bzw. Tesco Online
Note: 1-

Ausprobiert: Frisch gepresste Säfte

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Von links nach rechts: Wassermelonensaft. Apfelsaft. „Mama said“ = Karotte, Apfel und Ingwer.

Bei meinem ersten Besuch in China waren wir eines mittags bei „element fresh“, einer Kette, die sich unter anderem ganz unten in der Super Brand Mall befindet. Obwohl ich da beim Thema Essen und Trinken noch mega vorsichtig war, konnte ich beim Lesen der Speisekarte nicht widerstehen und bestellte mir einen „Watermelon Juice“. Vorsichtshalber erstmal in der kleinsten Größe.

Wie soll ich es sagen: Es war eine Offenbarung für mich. Ich liebe Wassermelone. Ich hasste aber immer schon die Darreichungsform. Dieses Geschnippel mit der harten Schale. Dann erwischte ich immer gerne eine, bei der das Fruchtfleisch so komisch kristallig war. Die in Deutschland sind generell öfters eher wässrig und nicht so aromatisch wie zum Beispiel in Spanien.

Die Kerne rauszupopeln ist ätzend. Die Kerne zu schlucken ist genauso ätzend. Immer läuft einem die klebrige Suppe über die Hände und auch sonst überall auf die Arbeitsplatte. Und die mit Messer und Gabel zu essen ist auch irgendwie lächerlich. Außerdem muss man ja dann schon die Vorarbeit geleistet haben oder aber man muss die fertigen Scheiben kaufen und die sind erstens unheimlich teuer und gammeln schnell.

Von mir aus haltet mich für bekloppt, das ist mir egal.

Das alles führte dazu, dass ich selten Wassermelone esse. In Deutschland kriegt man auch selten was, das danach schmeckt. Ich erinnere mich gerade, dass ich mal Bonbons und Kaugummi damit hatte, aber so richtig kommt das an die Frucht ja auch nicht ran.

Dieser Wassermelonensaft begeisterte mich so sehr, dass ich er einen fetten Pluspunkt auf der imaginären „ich kann mir vorstellen, in Shanghai zu wohnen“-Liste setzte. Der und ein Zucchini-Carrot-Cake. Klingt vielleicht etwas bescheuert, ist aber so. (Und ja, ich esse gerne.)

Zu meiner großen Freude stellte ich dann nach meiner finalen Ankunft fest, dass es hier in vielen Restaurants oder auch Ständen in den Malls eine mehr oder weniger große Auswahl an frisch gepressten Säfte gibt. Natürlich ist manche davon auch Saftläden (den Kalauer konnte ich mir nicht verkneifen!), aber da kaufe ich auch nichts. Für mich ist das ideal, weil ich nicht so viel Obst esse, wie ich sollte.

Ich trinke also gerne Wassermelonensaft. Pur oder auch mit Lemon und Mint oder auch wie am Sonntag in der Kombination mit Pear. Letzteres ergab bei mir ein anfänglich verwirrtes Gesicht, weil ich grundsätzlich aufgrund irgendwelcher falsch verbundenen Synapsen „Pear“ für „Pfirsich“ anstatt „Birne“ halte. Andersherum passiert mir das allerdings nie.

Der frisch gepresste Apfelsaft in der Mitte des Fotos sieht immer etwas fies aus, weil sich da viel Schaum bildet und der braun aussieht. Nach kurzer Zeit setzt sich da auch einiges ab. Der Apfelsaft ist hundert Mal geiler als „normaler“, aber unser Apfelsaftbegeisterter Sohn mag den bisher des Aussehens nicht probieren. (Von wem er das nur hat? Ähem.)  Da verpasst er was!

Meine Vorliebe für frisch gepresste Säfte ist inzwischen sogar schon so weit fortgeschritten, dass ich heute eine Kombination mit dem klangvollen Namen „Mama said“ probierte, der aus Möhren, Apfel und Ingwer besteht. Karottensaft! Bäh! In Deutschland habe ich den ab und zu für Nudelsaucen gekauft und fand den pur total fies. Aber der hier schmeckt in der Kombination und frisch gemacht einfach super.

Fazit
Name, Firma, Preis, Menge, Quelle: Unterschiedlich. ;)
Behälter: Glas oder To-Go-Becher
Note: 1+ mit Sternchen

„Zuhause“ vs. „Heimat“

Vielleicht ist es dem Einen oder Anderen von euch bereits aufgefallen, vielleicht habe ich es hier noch nicht so deutlich betont. Ich unterscheide bereits die Worte „Zuhause“ und „Heimat“.

Wenn wir von unterwegs aus hier in das Appartement wollen, sagen wir dem Fahrer immer „Go Home“ und ja, das stimmt. Auch mein Mann gibt Bescheid, wann er voraussichtlich nach Hause kommen wird. Erstaunlicherweise fühle ich mich hier in Shanghai schon „zuhause“. Gerade in unserer Wohnung. Obwohl hier bisher nur ein paar Leihmöbel stehen anstatt unserer. In der Nachbarschaft kenne ich mich halbwegs aus. Getreu dem Motto „Home is where the heart is“, weiß ich: Mein Mann und mein Kind sind hier. Hier fühle ich mich wohl, hier sind (zumindest einige meiner) Sachen, hier schlafe ich, hier kann ich entspannt auf dem Sofa herumhängen, hier habe ich Wlan (hey, das ist wichtig!), hier lebe ich. Also bin ich hier zuhause. Und finde das toll.

Düsseldorf war lange mein Zuhause und wird es sicherlich auch wieder werden. Vor allem ist es aber meine Heimat. Da kenne ich mich viel besser aus, wenn ich das nächste Mal zurückkehre, wird sich allerdings auch schon wieder viel verändert haben. Da lebt meine Familie. Viele meiner Freunde wohnen dort oder in der Umgebung. Düsseldorf und auch Deutschland im Allgemeinen sind meine Heimat. Düsseldorf hat da aber noch mal Vorrang, denn auch, wenn ich in vielerlei Hinsicht deutsch bin – zöge ich im Anschluss an Shanghai beispielsweise nach Hamburg, wäre Düsseldorf dennoch das, was ich als „Heimat“ bezeichnen würde.

Anders ist es übrigens mit dem Wort „daheim“, da es sich hierbei für mich um eine Art Mischform handelt. Das liegt daran, dass „heim“ darin enthalten ist. Ich würde sage, der Duden gibt mir da recht: duden.de/rechtschreibung/daheim – Dieses Wort kann für mich also sowohl Shanghai als auch Düsseldorf beschreiben.