Im Hellen ins Bett

Ich schrieb mal über „Im Dunkeln ins Bett“ (*klick*). Darin erzählte ich, dass die Sonne in Shanghai auch im Sommer relativ früh untergeht. Pi mal Daumen so gegen 19:00 Uhr. Das hatte für uns alle den riesigen Vorteil, dass Felix wusste: Oh, es wird langsam dunkel, bald wird es also Zeit fürs Bett.

Natürlich hat er dennoch regelmäßig Theater gemacht und wollte nicht, dennoch war es für uns sehr praktisch. In dem Artikel fragte ich mich, wie das wohl im Heimaturlaub aussehen würde, denn im Sommer ist es in Deutschland abends wesentlich länger hell. Zum Glück wurde es nicht so dramatisch, sondern es klappte immerhin so so lala. Da spielte der Jetlag noch mit rein und im Urlaub ist das auch was anderes, da kann man auch mal später schlafen gehen.

Mittlerweile wohnen wir wieder in Deutschland und die Tage werden immer länger. Spätestens seitdem die Uhren umgestellt wurden, ist Felix entrüstet, dass es schon Schlafenszeit sein soll. Schließlich ist es ja noch hell draußen! Was soll denn das?!?

Und auch ich tu mich damit etwas schwer. Gestern waren wir abends im Garten und ich hatte weder Uhr, noch Handy dabei, werkelte so herum und dachte irgendwann „Oh! Es müsste ja schon recht spät sein!“ und tatsächlich war es schon sieben und ich musste noch das Abendbrot vorbereiten.

Aber naja, auch daran werden wir uns bald gewöhnen und die Vorteile zu schätzen wissen.

Viele Grüße aus Düsseldorf,
Mareike

Anekdote #83: Und wann geht’s zurück?

Als ich für die vorherige Anekdote nach einem alten Tweet suchte, stieß ich auf diesen Verlauf, den ich Silvester gepostet hatte (und jetzt noch mal minimal ergänzt habe, denn da hat man ja immer nur 140 Zeichen):

„Und wann geht ihr jetzt wieder zurück?“  „Äh, also wir wohnen ja jetzt wieder hier in Deutschland.“ – „Aber ihr geht doch nochmal zurück?“ – „Wir sind doch jetzt zurück?“ – „Aber ihr geht doch nochmal ZURÜCK?“ – „Naja, also die Umzugsleute haben nicht umsonst das ganze Zeug bei uns ins Haus getragen…?“

„Jaja, aber ihr geht doch zurück?“ – „Nein, wir wohnen jetzt wieder in Deutschland.“ – „Jaja, ok, das habe ich ja jetzt verstanden – aber dann zieht ihr doch jetzt in ein anderes Land? Wohin denn?“ „Also wie gesagt, unsere Möbel und unser ganzes Zeug ist jetzt wieder im Haus, wenn wir woanders hinzögen, wäre das ja sinnlos…?“ – „Ja, aber ALLE, die um Ausland waren, ziehen danach woanders hin.“ – „Aha? Wer denn?“ – „Die Bekannte der Cousine der Nachbarin…“.

„Alle Expats gehen noch mal ins Ausland.“ – „Nochmal: Bei uns ist da nichts geplant und ich sehe das in naher Zukunft auch als eher unrealistisch.“ – „Jaja, komm, du willst es doch bloß noch nicht sagen!“.  

Ich bin so ein netter Mensch, ne? Aber diese Gespräche machen mich wahnsinnig!

Dieses Gespräch habe ich nun schon diverse Male. Und. Es. Nervt So. Aaaaaaaaaah!

Viele Grüße,
Mareike

Keine fremdsprachigen Bücher, DVDs und Spiele mehr bei Taobao

Kürzlich las ich bei „That’s Shanghai“, dass man mittlerweile keine fremdsprachige Bücher, DVDs und Spiele mehr bei Taobao kaufen kann. Und da gibt’s sonst ALLES. Das hätte ich nicht gedacht.

Ich wusste ja, dass man nicht alle Bücher einführen darf und so war es uns aufgrund der Zollbestimmungen auch nur erlaubt, einige wenige mit in die Seefracht packen. Diesbezüglich hatte man uns empfohlen, auch nur Bestseller oder Bilderbücher mitzunehmen, da die gegebenenfalls individuell überprüft werden und das viel Zeit in Anspruch nimmt.

Hier ist die Quelle für das Verbot: „Banned from Taobao: Foreign Books, Games, DVDs and More“ (*klick*). Dort heißt es: „The new ban forbids vendors from selling foreign books (including children’s picture books like Peppa Pig), comic books, video games, DVDs, CDs and cassette tapes — even if the government has approved them for circulation in the Chinese mainland. Vendors who violate the new rules could face a(…) seven-day suspension and possibly get their accounts shut down entirely.“.

Besonders der Hinweis in Klammern hat mich überrascht zurückgelassen. „Peppa Pig“ ist ja nun wirklich ausgesprochen harmlos. Ich habe in den zwei Jahren ziemlich viele englische Bücher für Kleinkinder gekauft, wie eben „Peppa Pig“, „Grüffelo“ oder auch „The very hungry caterpillar“ (= „Die kleine Raupe Nimmersatt“).

Anders als in Deutschland, gibt’s die dort nämlich oft als Paperback. Also nicht als Pappbilderbuch, wie wir es kennen, sondern aus stabilerem Papier, das hinten geheftet wird. Das macht die wesentlich dünner, leichter und damit auch wesentlich preisgünstiger. Naja, und natürlich empfindlicher, aber Felix ist da größtenteils sehr gut mit umgegangen.

Schade, dass das nun nicht mehr geht. Ich weiß gar nicht, ob das nun auch die „richtigen“ Buchläden betrifft. Das nehme ich aber nun mal an. Das würde ja deren Aus bedeuten.

Viele Grüße,
Mareike

Hurra! Gleich drei deutsche Marken-Shops online!

Kaum lebe ich nicht mehr in China, ändert sich mal wieder eine Menge. Seit Anfang des Monats wurden diverse Marken-Shops eröffnet, von denen ich zwar bisher hörte, dass es „demnächst“ soweit sein soll, aber… Nun ja. Man kennt das. Das dauert dann doch immer alles noch ewig, steht eigentlich „kurz vor der Vollendung“… Und es zieht sich immer weiter.

So war es angeblich schon so gut wie besiegelt, dass Aldi Süd in China Fuß fasst, als wir nach Shanghai zogen, dauerte es doch noch über zwei Jahre.

Getreu der Liedzeile „Im Märzen der Bauer die Rösslein anspannt“, sind nun aber drei deutsche Marken in virtuellen Ladenzeilen erhältlich. Hurra! Hier sind die entsprechenden Infos:

Würde ich noch in China wohnen, wäre ich bei allen drei Mitteilungen begeistert auf und ab gehüpft und hätte meine virtuellen Einkaufswägen prall gefüllt.

Hier geht’s direkt zum dm-Shop (*klick*) und soweit ich das nach einem schnellen Klicken beurteilen kann, haben die Einiges. Die ganzen Sachen von Balea zum Beispiel und ja – sogar Milchpulver.

Mich persönlich hat besonders die Nachricht, dass man nun auf offiziellem Wege „Persil Sensitive“ kaufen kann, sehr glücklich gemacht, denn: Ich hatte mit den meisten Waschmitteln so meine Schwierigkeiten. Falls ich das noch nicht ausdrücklich genug erwähnt haben sollte, schreibe ich gerne genauer darüber. Und ja, man kann es natürlich einfach irgendein anderes verwenden oder das bestimmte schon mal von anderen Expats, die zurückkehren, aufkaufen. Die Gelegenheit hat man aber eher selten.

Oder aber man bezieht es von irgendeinem Taobao-Shop, doch das Persil gab es das während unseres Aufenthaltes nur bei sehr wenigen seriös wirkenden Anbietern. Und da man auch Waschmittel strecken oder gleich was ganz anderes in die Flaschen beziehungsweise Packungen füllen kann, bin ich etwas vorsichtig.

Ich brauche das ja alles nicht mehr, wenn ich was davon haben möchte, gehe ich einfach in die entsprechenden Läden und kaufe das zu einem wesentlich günstigeren Preis. Das ist ganz klar einer der großen Vorteile, wieder hier zu sein! ;) Aber ich freue mich für alle Freunde, die (noch) in Shanghai wohnen!

Viele Grüße,
Mareike

Anekdote #82: Kein Anschluss unter dieser Nummer

Ach kommt, eine kleine Anekdote kann ich jetzt noch schnell erzählen, die mir schon lange unter den Nägeln brennt:

Wenige Wochen nachdem wir wieder da waren, schrieb mich jemand auf Facebook an. „Wie kann ich dich denn jetzt am besten erreichen???“ wurde ich gefragt. Da ich ehrlich gesagt sehr selten auf Facebook bin, war das reiner Zufall, dass ich das las. „Du kannst mir ja einfach weiter auf WhatsApp schreiben?“ antwortete ich und war ein bisschen verwirrt. Das hatten wir nämlich bisher immer getan. Darauf erhielt ich aber keine Antwort und ich machte mir keine weiteren Gedanken.

Dann fiel mir auf, dass besagte Person auffällig viel mit Pascal besprach, dachte mir aber nichts weiter dabei.

Beim nächsten Treffen sagte sie ganz bestürzt: „Ich versteh einfach nicht, unter welcher Nummer ich dich erreichen kann! Ich hab jetzt zwei?!“.

Ich antwortete: „Eine beginnt mit +86 und eine mit +49, nehme ich an?“„Ja!“„Dann nimm die mit der deutschen Vorwahl und lösch die andere…?“„Ja, aber ich hab doch jetzt zwei Nummern?“ – „Ja, und…?“„Aber ich habe doch jetzt zwei Nummern, welche ist denn die richtige???“„Naja, also dann guckst du in deinen Kontakten und guckst einfach, welche mit +49 und welche mit +86 anfängt und löschst die eine dann.“„Aber welche ist denn die Richtige? Nachher lösche ich die Falsche!!“„Eine hat die Vorwahl von Deutschland und eine die von China, dann löschst du einfach die mit der chinesischen Vorwahl! *Pause*. Also die, die mit +86 anfängt…?“.

„Ja, aber welches ist denn jetzt die richtige Nummer? Ich habe doch jetzt zwei! *theatralische Pause*. DAS VERSTEHT DOCH KEINER!!.

Puh. So ging das noch eine Weile hin und her.

Ich atmete irgendwann sehr tief durch, ließ mir freundlich, aber bestimmt, das Handy geben und löschte meine chinesische Nummer aus dem Telefon.

Und bekam dann Ärger, weil ich ja nicht zurückgerufen hatte. Denn die Festnetznummer, auf der man sicherheitshalber angerufen hatte („Ich wusste ja nicht, ob das nun WIRKLICH deine richtige Handynummer war, da habe ich das auf dem Festnetz versucht!“) war noch nicht wieder aktiv.

Viele Grüße,
Mareike


Nachtrag: Nein, die weiter oben beschriebene Person ist nicht sonderlich alt und eigentlich auch technikaffin. Und ja, das ist leider wirklich so passiert. 

2017/03/19: Hachjanun.

Uns geht’s immer noch gut, aber: Kinder, ich komm‘ ja zu nix. Ein paar Dinge würde ich gerne verbloggen, aber mal sehen, vielleicht schaffe ich das ja bald. Momentan vermisse ich Shanghai ein bisschen mehr als sonst. Diese Woche war aber auch komisch.

Erst fand ich bei Penny diese Äquivalent zu meinem Lieblingssaft (ja, ich weißte, den kann ich mir auch selbst pressen, aber das ist halt nicht dasselbe, ne?):

Dann brachte ein Freund noch eine Tasche mit ein bisschen Zeug mit, dass ich noch in Shanghai hatte. Unter anderem ein Geschenk, das ich von Freundinnen zum Abschied bekam.

Dabei musste ich an „Ich hab noch einen Koffer in Berlin“ denken. Da wird gesungen: „Deswegen muss ich nächstens wieder hin. / Die Seligkeiten vergangener Zeiten sind alle noch in meinem kleinen Koffer drin. Ich hab noch einen Koffer in Berlin. / Der bleibt auch dort und das hat seinen Sinn.“.

Ich hab‘ jetzt keinen Koffer mehr in Shanghai. Wobei das eigentlich auch kein Koffer war, sondern eine Tasche. Und da war auch nichts drin, mit dem ich da wirklich was hätte reißen können, aber: Ihr wisst schon, worauf ich hinaus will.

Außerdem haben wir ein Foto der Skyline ausdrucken lassen und aufgegangen, das macht mich abwechselnd glücklich und wehmütig.

Es ist alles nicht so einfach, wenn man wieder kommt. Schön, ja. Das ist es. Aber auch seltsam und vor allem gewöhnungsbedürftig.

Viele Grüße,
Mareike

Netz-Fundstücke #7: Eine Tüte Gemischtes

Nachfolgend ein paar Links, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Auch wenn ich nicht mehr in China wohne, ist es ja nicht so, als würde mich nun nichts mehr dazu interessieren. :) In Kürze gibt’s hoffentlich auch noch mal ein paar Details dazu, wie wir uns eingelebt haben. Uns geht’s gut, wir haben nur immer noch viel zu tun. 


„Warum ein englisches Dorf von Chinesen überrannt wird“ (*klick* zum Artikel) – Ich will ja nicht in schönster Clickbaiting-Manier „Der Grund wird dich überraschen!“ schreiben, aber: Naja, also… Der Grund wird dich überraschen. ;) Ein wunderschöner Beitrag! Und wunderbar skurril.


A propos „skurril“: Hier die „Shanghaiist’s top 10 WTF moments of 2016″ (*klick* zum Artikel). Ich denke, die Überschrift ist selbsterklärend.


China verbinden viele immer noch mit billig produzierter Fließbandarbeit. Aber natürlich arbeiten nicht alle in Fabriken und fertigen da Plastikschrott an. Hier kann man was darüber nachlesen: „Chinas neue Arbeitswelt: Start-Up statt Fließband“ (*klick* zum Artikel).


Und wo wir gerade vor alten Klischees sprechen: „Handynutzung in China: Leben ohne Smartphone ist sinnlos“ (*klick* zum Artikel). Das Smartphone hat einen wesentlich höheren Stellenwert als in Deutschland.


„Warum Chinesen massenhaft Shampoo in Deutschland kaufen“ (*klick* zum Artikel) – Spoiler: Weil sie das teuer verkaufen können. Wer hätte das gedacht! Dennoch hat mich das Objekt der Begierde verwundert.


Zum Abschluss noch ein Artikel, der wirklich nachdenklich macht: „Lebensmittel aus China: Kann dieser Apfel mich vergiften?“ (*klick* zum Artikel). Ich könnte so viel dazu sagen, aber das lasse ich mal so stehen.


Viele Grüße,
Mareike