Anekdote #83: Und wann geht’s zurück?

Als ich für die vorherige Anekdote nach einem alten Tweet suchte, stieß ich auf diesen Verlauf, den ich Silvester gepostet hatte (und jetzt noch mal minimal ergänzt habe, denn da hat man ja immer nur 140 Zeichen):

„Und wann geht ihr jetzt wieder zurück?“  „Äh, also wir wohnen ja jetzt wieder hier in Deutschland.“ – „Aber ihr geht doch nochmal zurück?“ – „Wir sind doch jetzt zurück?“ – „Aber ihr geht doch nochmal ZURÜCK?“ – „Naja, also die Umzugsleute haben nicht umsonst das ganze Zeug bei uns ins Haus getragen…?“

„Jaja, aber ihr geht doch zurück?“ – „Nein, wir wohnen jetzt wieder in Deutschland.“ – „Jaja, ok, das habe ich ja jetzt verstanden – aber dann zieht ihr doch jetzt in ein anderes Land? Wohin denn?“ „Also wie gesagt, unsere Möbel und unser ganzes Zeug ist jetzt wieder im Haus, wenn wir woanders hinzögen, wäre das ja sinnlos…?“ – „Ja, aber ALLE, die um Ausland waren, ziehen danach woanders hin.“ – „Aha? Wer denn?“ – „Die Bekannte der Cousine der Nachbarin…“.

„Alle Expats gehen noch mal ins Ausland.“ – „Nochmal: Bei uns ist da nichts geplant und ich sehe das in naher Zukunft auch als eher unrealistisch.“ – „Jaja, komm, du willst es doch bloß noch nicht sagen!“.  

Ich bin so ein netter Mensch, ne? Aber diese Gespräche machen mich wahnsinnig!

Dieses Gespräch habe ich nun schon diverse Male. Und. Es. Nervt So. Aaaaaaaaaah!

Viele Grüße,
Mareike

Anekdote #82: Kein Anschluss unter dieser Nummer

Ach kommt, eine kleine Anekdote kann ich jetzt noch schnell erzählen, die mir schon lange unter den Nägeln brennt:

Wenige Wochen nachdem wir wieder da waren, schrieb mich jemand auf Facebook an. „Wie kann ich dich denn jetzt am besten erreichen???“ wurde ich gefragt. Da ich ehrlich gesagt sehr selten auf Facebook bin, war das reiner Zufall, dass ich das las. „Du kannst mir ja einfach weiter auf WhatsApp schreiben?“ antwortete ich und war ein bisschen verwirrt. Das hatten wir nämlich bisher immer getan. Darauf erhielt ich aber keine Antwort und ich machte mir keine weiteren Gedanken.

Dann fiel mir auf, dass besagte Person auffällig viel mit Pascal besprach, dachte mir aber nichts weiter dabei.

Beim nächsten Treffen sagte sie ganz bestürzt: „Ich versteh einfach nicht, unter welcher Nummer ich dich erreichen kann! Ich hab jetzt zwei?!“.

Ich antwortete: „Eine beginnt mit +86 und eine mit +49, nehme ich an?“„Ja!“„Dann nimm die mit der deutschen Vorwahl und lösch die andere…?“„Ja, aber ich hab doch jetzt zwei Nummern?“ – „Ja, und…?“„Aber ich habe doch jetzt zwei Nummern, welche ist denn die richtige???“„Naja, also dann guckst du in deinen Kontakten und guckst einfach, welche mit +49 und welche mit +86 anfängt und löschst die eine dann.“„Aber welche ist denn die Richtige? Nachher lösche ich die Falsche!!“„Eine hat die Vorwahl von Deutschland und eine die von China, dann löschst du einfach die mit der chinesischen Vorwahl! *Pause*. Also die, die mit +86 anfängt…?“.

„Ja, aber welches ist denn jetzt die richtige Nummer? Ich habe doch jetzt zwei! *theatralische Pause*. DAS VERSTEHT DOCH KEINER!!.

Puh. So ging das noch eine Weile hin und her.

Ich atmete irgendwann sehr tief durch, ließ mir freundlich, aber bestimmt, das Handy geben und löschte meine chinesische Nummer aus dem Telefon.

Und bekam dann Ärger, weil ich ja nicht zurückgerufen hatte. Denn die Festnetznummer, auf der man sicherheitshalber angerufen hatte („Ich wusste ja nicht, ob das nun WIRKLICH deine richtige Handynummer war, da habe ich das auf dem Festnetz versucht!“) war noch nicht wieder aktiv.

Viele Grüße,
Mareike


Nachtrag: Nein, die weiter oben beschriebene Person ist nicht sonderlich alt und eigentlich auch technikaffin. Und ja, das ist leider wirklich so passiert. 

2016/12/15: So.

Erstmal danke für das Daumendrücken bezüglich der Luftfracht. Das Abholen hat gut geklappt. Ich war gar nicht dabei, weil ich einen Termin hatte und mein Mann eh da sein musste, weil das ja alles auf seinen Namen läuft. Einige Dinge mussten wohl noch mal umgepackt und herausgenommen werden, aber so im Großen und Ganzen war es wohl harmlos.

Wir durften anscheinend gar keine Lebensmittel mitnehmen und jetzt haben wir ein paar Chips und sowas, das ich Freunden mitbringen wollte, wieder ausgepackt. Naja.

Nun ist die Bude total leer, es sind nur noch ein paar Leihmöbel da, ein bisschen Zeug, das hier bleibt und das, was in die Koffer kommt.

Montag Morgen hatte ich dann das erste Mal ein „So. Reicht dann jetzt auch.“-Gefühl. Nicht weil ich hier weg will, sondern weil ich das ganze Gepacke und die Verabschiederei so leid bin. Viele meiner Freunde hier sind schon auf dem Weg in ihre Heimatländer, um über Weihnachten dort sein zu können und auch der Kindergarten macht ab nächster Woche Weihnachtsferien – es liegt also eine allgemeine Abschiedsstimmung in der Luft. Nicht nur Plätzchenduft. ;)

Ich denke, langsam bin ich bereit. Andererseits fliegen wir übermorgen und es fühlt sich noch so weit weg an.

Viele Grüße aus Shanghai,
Mareike

(Bald kann ich das nicht mehr schreiben, so verrückt!)

2016/11/27: Bleibt alles anders

Alltag, ach, Alltag… Wer braucht schon Alltag? Ich schon. Tatsächlich hätte ich sogar gerne einen ganz langweiligen – aber nun, der ist mir einfach nicht gegönnt.

Nachdem die letzte Woche schon etwas durcheinander war, wird die nächste ganz anders, als gedacht: Der Kindergarten ist nämlich wegen „Hand-Mund-Fuß“ geschlossen. Mindestens die kommende Woche über, vielleicht noch länger.

Diese Krankheit ist wirklich ätzend, aber irgendwie reagieren die Chinesen da anscheinend besonders empfindlich drauf. Also im übertragenen Sinne. Ab soundsoviel kranken Schülern (oder einem anderen System, im Detail weiß ich das nicht) wird eine Einrichtung nämlich einfach erstmal geschlossen, damit das Virus nicht weiter verbreitet wird. Weiterlesen

2016/11/23: Adventskalender, mal etwas anders

Keine Sorge, hier steht kein Text zum #adventskalendergate. (Und falls ihr nicht wisst, was der Hashtag bedeutet beziehungsweise worauf ich anspiele: Seid froh! Fragt besser nicht! Wirklich nicht!)

Auch wird es hier keinen Adventskalender mit Gewinnspielen geben.

Ich möchte euch nur mitteilen, dass Felix ab morgen die ersten Türchen seiner Adventskalender öffnen darf. Er hat nämlich zwei bekommen, einen von uns und einen von Oma und Opa. Pascal hat die von seiner Geschäftsreise im Oktober mitgebracht.

Und weil die beiden Kalender echt viel Platz im Koffer einnehmen würden und ja dann größtenteils leer wären, beginnen wir schon ab morgen damit und zählen damit bis zur Abreise herunter.

„Ja, wie…? Und was ist dann mit der Zeit bis Weihnachten?“ wurde ich aus Deutschland bereits entgeistert gefragt. Ja… Nix halt. Er wird das schon überleben. In der letzten Woche vor Weihnachten ist so viel los, das wird wohl das kleinste Problem sein.

Wir fanden unseren Einfall super genial und voll innovativ. Bis wir dann zufällig herausfanden, das viele Expats das so machen, die über Weihnachten in den Urlaub fahren. Sei es nun in die Heimat oder woanders hin. Püh! Weiterlesen

Anekdote #79: WeChat Payment

Eines der geilsten Features von WeChat ist, dass man da Geld verschicken und empfangen kann. Ich kann also an diversen Stellen damit bezahlen, aber wir können uns auch einfach so transferieren. Wenn du Das ist so unfassbar praktisch! Gerade für Kleinbeträge und weil man das auch gut nachvollziehen kann. Wenn zum Beispiel einer einer Sammelbestellung Bastelpapier macht und von jedem Dreieurofuffzig kriegt, dann muss man da nicht herumhantieren oder dran denken, wenn man sich sieht oder so, sondern überweist das schnell. Theoretisch kann man auch seine Rechnungen bezahlen und so, aber ich kann da nur mein Handyguthaben mit aufladen. Denn, und jetzt kommt’s: Meine Bankkarte ist nicht verbunden. Alles, was da drauf ist, bekam ich von Pascal oder Freunden überwiesen.

Soweit wäre das ja egal, könnte man meinen. Ist es aber nicht. Denn durch das Verknüpfen seiner Bankkarte bestätigt man seine Identität. Einigen Gruppen darf man gar nicht beitreten. Und vor allem ist diese Transferfunktion limitiert. Mit Beschränkungen, die man so nicht nachvollziehen kann. Weiterlesen

2016/10/28: Uff

Ich hätte euch so viel zu erzählen und habe Texte begonnen und wieder aufgehört. Aber diese Woche ist ziemlich vollgepackt und ich bin Strohwitwe. Das bedeutete, dass ich auch abends keine richtige Ruhe habe, weil Felix immer erst sehr spät schläft. Falls ihr mich vermisst, könnt ihr mal auf meinem Twitter-Account vorbeischauen, da bin ich schon mal öfter.

Und auf Instagram findet man mich auch immer mal wieder, so habe ich zum Beispiel gestern folgendes Bild gezeigt:

Meine wenige verbleibende „richtige“ Freizeit habe ich vorhin zum Beispiel für ein spontanes Frühstücksdate mit einer Freundin genutzt. Getreu dem Motto „so jung kommen wir nicht mehr zusammen“ und schließlich muss man das Leben ja auch mal genießen. Und gleich gehe ich nochmal Hosen umtauschen, die Felix nicht gepasst haben, obwohl wir von derselben Marke in derselben Größe und dem angeblich gleichen Schnitt perfekt sitzende haben. A neverending story, die mich in Deutschland schon wahnsinnig macht.

Ach so und vielleicht hab ich ab Montag keine Ayi mehr. Hier ist also alles wie immer. ;)

Viele Grüße aus Shanghai,
Mareike