Anekdote #84: Eine Bahnfahrt, die ist lustig, eine Bahnfahrt, die ist schön…

Heute morgen bin ich mit der U-Bahn in die Stadt gefahren. Dieselbe Bahn fährt auch in die Gegend, in der seit einiger Zeit Huawei und wohl auch andere chinesische Firmen angesiedelt sind.

So kam es, dass in der Bahn überraschend viele Chinesen waren. Um mich herum saßen sogar ausschließlich Chinesinnen. Das fühlte sich ein bisschen surreal an. Vor allem waren die alle sehr ruhig und das verwirrte mich ein bisschen. Genauer gesagt, war ich zwar angenehm überrascht, aber es war so… Surreal eben.

Die gegenüber von mir telefonierte die ganze Zeit. Auch das tat sie in einer untypischen Lautstärke, nämlich eher gedämpft. Ich konnte alles hören, aber naja, auf einem Vierersitz ist das ja irgendwie offensichtlich.

Mein Chinesisch ist ja bekanntermaßen äußerst spärlich, aber sie sprach sehr deutlich, wie aus dem Lehrbuch. So schnappte ich ein paar Begriffe auf.

Zwischendurch sagte sie immer mal wieder „nicht mehr“, dann „eins, acht zehn“ und dann mitten im einem Satz auf deutsch das Wort „Steuerhinterziehung“. Das ist ja meistens so, dass in Gesprächen in einer anderen Sprache Begriffe fallen. Meist sind das aber Filmtitel, Eigennamen wie „Rossmann“ oder auch „Arbeitsamt“. Aber ausgerechnet „Steuerhinterziehung“…?

Das fand ich amüsant.

2016/12/02: „Shanghai Natural History Museum“ und Weihnachtsmarkt

Gestern war so ein schöner Tag. Sehr anstrengend, aber wahnsinnig toll. <3

(Vor-)Mittags waren Felix und ich mit einem anderen kleinen Jungen, dessen Mama und Baby im Museum.

Das „Shanghai Natural History Museum“ hat letztes Jahr erst eröffnet und ich hatte zwar davon gelesen, aber irgendwie hatte ich das nicht so richtig auf dem Schirm. Zwar wollte ich da gerne immer mal hin, aber wie das halt so ist: Alleine gehe ich da nicht hin, mit Besuch hatten wir andere Ziele, am Wochenende meiden wir solche Sightseeing-Orte bewusst, weil es dann einfach viel zu voll ist und ansonsten ergab sich einfach keine Gelegenheit.

museum2Jetzt hatte der Kindergarten ja diese Woche geschlossen, aber trotzdem hatten wir immer was vor. Freitag hat es dann doch geklappt und ich freue mich so! Das Museum ist nämlich sensationell! Wirklich! Geht da hin, wenn ihr könnt! Und es ist noch nicht mal teuer, Erwachsene zahlen 30 RMB (das sind aktuell vier Euro) Eintritt und Kinder unter 1,30m nichts. Dafür kriegt man sehr viel geboten.

Das Museum hat eine futuristische Architektur und ist als Gebäude an sich schon mal echt hübsch und liegt in einem Skulpturenpark. Dort befinden sich also… Na? Genau, Skulpturen. Gestern waren sowohl Luft als auch Luft super, also eigentlich gar kein Museumswetter. Der Weg war also auch richtig schön, aber das Museum – erwähnte ich schon, wie SUPER das ist? Weiterlesen

Eine Bootsfahrt, die ist lustig…

Im letzten Tagebuchsbeitrag (*klick*) erzählte ich, ich müsse nun gehen, weil ich zum Essen verabredet war. Danach waren wir noch ein bisschen draußen am Fluss spazieren und als wir da so standen und aufs Wasser guckten, seufzten wir beide ein bisschen und sprachen darüber, dass wir es hier ganz schön vermissen werden. Als wir eines der Boote sahen, die abends bunt beleuchtet sind, kamen wir darauf, dass wir es einfach nie geschafft hatten, damit zu fahren. Das ist mit kleinen Kindern halt auch immer so ne Sache. Die mitzunehmen geht abends auch nicht immer und man nimmt sich ja auch nicht für alles nen Babysitter.

Ich sagte, mit der Fähre zu fahren wäre immerhin ein bisschen vergleichbar und dann kam raus, dass sie das noch nicht gemacht hatte. Nicht, dass ich da jetzt wahnsinnig routiniert wäre, ich bin da auch nur zwei oder drei Mal mit hin und zurück gefahren. Aber das war echt schön und eines der Sachen, die man viel zu selten macht.

Dann folgte einer dieser Momente. Ich sah auf die Uhr und stellte fest: „Also wir hätten noch Zeit, bis wir die Kinder aus dem Kindergarten abholen müssen…? Das können wir schaffen!“ und grinste. Weiterlesen

Anekdote #63: Alles im Lack

Ich wäre nicht ich, wenn ich mich ab und zu total aufregen würde. (So viel zum Fazit meines letzten Posts. Haha.). Und ich habe euch noch gar nicht die Story erzählt, was mir auf dem Flug nach Deutschland abgenommen wurde. Das habe ich nur mal grob als Notiz festgehalten.

Wir waren rechtzeitig am Flughafen in Shanghai angekommen und erstaunlich gut in der Zeit. Wenn man die Koffer aufgibt, werden die erst durch so ein Röntgengerät (oder sowas) geleitet, bevor die aufs Band fahren. Koffer eins geht also durch und ich zeige dem aufgeregten Felix, wie der weiter aufs Gepäckband transportiert wird, Koffer zwei geht durch, Koffer drei geht… ‚rein… und… braucht ’ne gefühlte Ewigkeit. Irgendwann leuchtet dann eine Signallampe auf. Rot. Äh… Was ist denn da los?

Der Koffer wird erst noch mal zurückgenommen und Pascal muss mit einem Sicherheitsbeamten mitkommen und verschwindet in einem abgetrennten Zimmer. Mir wird erstmal heiß und kalt und ich stehe da verdattert mit Felix auf dem Koffertrolley und überlege fieberhaft, was denn da bloß drin ein könnte und was überhaupt da drin ist.

Mir fällt nichts Schlimmes ein und ich sehe unseren wunderbaren Zeitplan verpuffen und überhaupt, unsere ganze Reise. Ich tendiere da ein klitzekleines bisschen zum Drama, auch wenn ich in dem Moment weiß, dass das albern ist. Oder es zumindest hoffe. Weiterlesen

2017/04/09: Tatütata, die Feuerwehr ist da!

feuerwehr-1Heute war ein aufregender Tag für Felix. Dieser ist nämlich Feuerwehr-Fan und durfte ein paar Feuerwehrautos aus der Nähe betrachten. Nein, keine Sorge, es hat nicht gebrannt oder so. Das kam so…

Wir fahren ab und an an einer Feuerwehrstation vorbei. Bei der sind die Tore normalerweise geschlossen und diese also nur mittelmäßig spannend. Doch heute nicht. Alle Tore waren weit geöffnet und vor jedem stand ein anderes Feuerwehrauto. „Guck mal, Felix!“ riefen wir aufgeregt, der gerade woanders hinsah. Wie ordentlich trainierte Eltern das halt so machen. ;) (Alle Eltern, die auch ohne Kind im Auto nach Baggern, Kränen, Müllabfuhr, Feuerwehr, Polizei und so weiter Ausschau halten, kennen das.)

Dann sahen wir, dass da mehrere kleine Kinder herumliefen und Feuerwehrkostüme trugen. Man muss Chancen ja nutzen und so baten wir den Fahrer wild gestikulierend, dass er doch bitte dorthin fahren möge. Der war etwas verwirrt, denn die Mitte der Fahrbahn ist bepflanzt und man muss erst eine Weile weiter fahren und dann einen U-Turn machen und generell fand er unserer Wunsch verbunden mit der plötzlichen Aufregung wohl irgendwie seltsam. Weiterlesen

2017/04/06: Regen und von A nach B

Heute hat es ständig geschüttet wie aus Kübeln. Von diesem Weltuntergangsszenario habe ich euch schon ein kleines Video bei Instagram gezeigt:

Und weil ich immer schon mal Wege filmen wollte und heute so in der Stimmung dazu war, habe ich euch auch mal davon ein Video gemacht. Da seht ihr mal, wie lang die Auffahrt auf die Nanpu Bridge ist. Wahnsinn, oder? Jetzt überlegt mal, wie lange man zur Überquerung braucht, wenn da auch noch Stau ist.

Mal sehen, ob ich das so weiterführe. Und bevor ihr fragt: Bisher gibt es nur Teil 1. ;)

Ansonsten gäbe es theoretisch auch viel zu erzählen. Praktisch habe ich aber keine Lust. Aber hey, gleich zwei Mal bewegte Bilder in einem Beitrag – das ist doch schon mal was!

Sightseeing: Die Sache mit der Beleuchtung

Ich sprach in meinem letzten Sightseeing-Bericht ein Thema an von dem ich dachte, da sollte ich auch mal allgemein drauf hinweisen. Ein bisschen Service möchte ich euch ja auch bieten. ;) Also aufgepasst, jetzt kommt ein gar nicht mal so unwichtiger Sightseeing-Hinweis: Die Beleuchtung der Sehenswürdigkeiten in Shanghai ist zeitlich begrenzt.

Wenn ihr euch abends also die Skyline von Pudong in ihrer vollen Pracht ansehen wollt, müsst ihr den richtigen Zeitpunkt erwischen. Es kann sein, dass sie im Dämmerlicht noch gar nicht an- oder auch schon abgeschaltet wurde. Dann sieht die immer noch toll aus, aber ihr werdet nicht so viel davon erkennen. ;) Das kann zwar auch reizvoll sein, ist aber nur bedingt spektakulär. Und auch die Scheinwerfer, welche die historischen Gebäude am Bund in indirektes gelbes Licht tauchen, sind abends ausgeschaltet.

Hier mal zur Veranschaulichung ein Bild, das ich abends aus dem Flaschenöffner gemacht habe:

Die weiße Spitze rechts gehört zum Jin Mao Tower, der dunkle Streifen links daneben im unteren Drittel ist der Huangpi River und daran angereiht seht ihr den gelb beleuchteten Bund

Auch das Anschalten kann spannend aussehen. Der Oriental Pearl Tower „fährt“ quasi richtig hoch und animiert das entsprechend. Bei anderen Hochhäusern geht die halt einfach an. Das ist natürlich nicht so, als würde da nun zeitgleich überall ein Schalter umgelegt werden, das geht schon nach und nach. Aber eben zu einem relativ festen Zeitpunkt. Aus gehen die Lichter relativ unspektakulär.

Die Straßenbeleuchtung wird natürlich nicht so früh ausgeknipst, es ist jetzt nicht so, als würde Shanghai irgendwann komplett im Dunkeln sein und die Bürgersteige werden auch nicht hochgeklappt. ;) Aber es macht schon einen riesigen Unterschied, ob alle möglichen Displays und Beleuchtungen um die Wette blinken und strahlen oder nicht. Gerade in Lujiazui.

Der Beleuchtungszeitraum beträgt sieben Stunden, von Sommer zu Winter verschiebt der sich aber um eine Stunde nach vorne beziehungsweise hinten. Wann der genaue Wechsel ist, weiß ich gar nicht, aber da die Tage jetzt langsam länger werden, dürfte es bald wieder soweit sein. Ja, bei euch in Deutschland wurde ja jetzt die Uhr umgestellt, aber hier gibt es keine Sommer- und Winterzeit.

Momentan gehen die Lichter um 18:00 Uhr an und um 22:00 Uhr wieder aus. Bald wird es dann von 19:00 bis 23:00 Uhr sein.