We’ll do it the chinese way #12: Holzspielzeug

Am Wochenende waren wir in der großen Buchhandlung in der Super Brand Mall. Erwähnte ich, dass ich die erst kürzlich entdeckte hatte, obwohl die echt riesig ist?

Das haben die Chinesen von den verwinkelten Einkaufszentren! Irgendwann habe ich nämlich gar keine Lust mehr, die weiteren Etagen anzusehen und bleibe auf meinen ausgetretenen Pfaden.

Ich fand dort dieses Puzzle. Es ist aus Holz. Und sogar 3D. Aber ob es in Deutschland unter „pädagogisch wertvoll“ eingeordnet würde? Ich schätze, nicht… ;)

Hinweis: Dieser Beitrag war ursprünglich nur ein Foto bei Instagram.

Krankenwagen in Shanghai

Vermutlich erwähnte ich schon mal hier im Blog das heikle Thema „Krankenwagen“ und möchte da heute ein bisschen näher drauf eingehen.

Wenn einem hier was zustoßen sollte, ruft man nicht die 112 an. Ich las im Vorfeld was davon, aber lasst es euch gesagt sein: Das ist NICHT mit der deutschlandweiten Notfallrufnummer vergleichbar. Stattdessen nimmt man (im Zweifelsfall sogar wortwörtlich) die Beine in die Hand und sieht zu, dass man ein Krankenhaus findet. Und dass dort ein guter hygienischer Standard herrscht und man auf das medizinische Problem, das man hat, ausgerichtet ist. Ich könnte jetzt hier eine unschöne Geschichte über die abendliche Platzwunde erzählen, die ein Kindergartenfreund von Felix sich hier zuzog und wie sie mehrere Krankenhäuser abklappern mussten.

Stattdessen atme ich tief durch und denke an eine blühende Frühlingswiese und so.

Wie dem auch sei, ich wollte euch ja was über Krankenwagen erzählen und nicht vom Thema abkommen. Es gibt hier welche, so ist das nicht. Mir wurde darüber jedoch Folgendes zugetragen: Das wäre nur eine Art besseres Taxi und ganz grob mit einem Krankentransport vergleichbar. Es wären keine Sanitäter oder gar Ärzte drin. Und wenn man einen ruft, kann es Stunden dauern, bis er eintrifft. Weiterlesen

Anekdote #29: Von weiteren Codewörtern

Erst einmal fürs Protokoll: Ich habe mich bei der letzten Anekdote verzählt und zwei auf einander folgende gleich nummeriert. Kinder! Bitte! Das geht so aber nicht, ihr müsst schon ein bisschen aufpassen, ob ich alles richtig mache! ;)

In der vorletzten Anekdote ging es um „Eight“ als Codewort (*hier klicken, um sie noch mal zu lesen*). Da war ich ganz gespannt, ob der Fahrer sich wohl noch weitere Codeworte ausgedacht hätte. Und wenn ja, welche.

Diejenigen, die aufmerksam die Überschrift gelesen haben, werden die Antwort erahnen. Yes, he did!

Leider sind die meisten gängigen Ziele ziemlich unspektakulär und einfach mit Nummern versehen. Oder tragen den jeweiligen Namen, wie zum Beispiel „Super Brand Mall“ oder auch das „Kerry“. Effizient, aber langweilig.

Einen Lacher gab es jedoch. Der ist aber so gut, dass er die anderen Bezeichnungen wieder wett macht. Im Gegensatz zur Acht ist es wahrscheinlich gar nicht zweideutig gedacht, aber das tut der Sache keinen Abbruch.

Ikea wird nämlich mit dem Anfangsbuchstaben abgekürzt, also „I“. Ausgesprochen klingt das wie „Why?“ also „Warum?“.

Tja. Die Frage, warum jemand schon wieder nach Ikea muss, beschäftigt viele. Besonders Männer. :D

We’ll do it the chinese way #11: Aus dem Weg!

Ich mag das ja, wie pragmatisch die hier sind. Aber manchmal ist es auch komisch. Die Tage musste ich kurz zu Ikea, um was zu besorgen. (Yaaaaay… Nicht. Ich hatte keinen Bock und das dauert mit allem Pipapo so lange.)

Der Fahrer fährt normalerweise immer unten ins Parkhaus. Die Zufahrt war aber mit Pylonen versperrt. Er hält also an, steigt aus, räumt die an die Seite und fährt durch.

Der Security-Typ ein paar Meter weiter guckte sich das Szenario an und zuckte nicht mal mit der Wimper.

Tja. Wofür stehen die denn da….? Also sowohl die Pylonen als auch die Securitys?

Anekdote #28: FÜNF!

Ich MUSS diesen Tweet einfach noch mal hervorheben, weil er so unfassbar sensationell ist. Heute Nacht lag die Air Quality bei fünf. Fünf!! Also nochmal für alle: FÜNF!!!

Das ist so sensationell wenig! Wahnsinn!

Neulich gab es mal einen Wert von dreizehn, ich dachte, der wäre das Rekordtief.

Von Kleintieren

Ab und zu ist im Innenhof des Kerry Parkside in Pudong Markt. Da wird dann von Verkäufern allerhand Zeugs feil geboten.

Donnerstag war hier ja Feiertag und da die meisten Chinesen erfreulicherweise (und was ich sehr sympathisch finde, aber wir haben da nun mal so ein Kleinkind und stehen daher eher früh auf, buhuhu) an solchen Tagen sowie Wochenenden gerne ausschlafen, war es noch relativ leer.

Als wir da so über den Platz schlenderten, fiel uns auch ein Stand mit Kleintieren auf. Der Verkäufer packte gerade erst aus. Weiterlesen

We’ll do it the chinese way #10: Ein freundlicher Hinweis

Neulich kam Pascal nach Hause und erzählte mir eine Geschichte aus dem Büro. Abends schüttelte er immer noch ungläubig den Kopf. Irgendwann ist man Einiges gewöhnt, aber… Tja.

In seinem Büro war irgendwas kaputt und deswegen sollte die Tür nach Feierabend bitte nicht abgeschlossen werden, damit der Hausmeister noch mal rein und sich in Ruhe um das Problem kümmern kann.

So weit, so gut.

Damit das auch ja keiner vergisst, schrieb der Hausmeister diesen Hinweis auf einen Zettel und klebte diesen an die Tür.

Dies könnte man mit einem speziellen, leicht wieder ablösbaren Zeug machen, wie zum Beispiel Powerstrips oder Patafix. Vielleicht auch mit schnödem Tesafilm. Wenn man das alles nicht da hat, tut es oft auch ein bisschen Paketklebeband.

Nun könnte man denken, vielleicht herrschte ja ein genereller Mangel an Bürobedarf. Stichwort „papierloses Büro“, wozu sollte man also sowas da haben? Deswegen könnte man nun raten, der Hausmeister verwendete eventuell ein vorgekautes Stück Kaugummi aus seinem Mund. Doch selbst das war es nicht.

Stattdessen nahm der Typ eine Flasche Flüssigkleber, benetzte das knitterige Stück Papier großzügig und klebte es so ordentlich wie möglich irgendwie mitten auf die Tür und ward nicht mehr gesehen.

Pascal seufzte.

Am nächsten Tag war das Problem beseitigt und der Hausmeister wollte das Schild wieder entfernen. Klappte natürlich nur so mittel. Deswegen ist nun das Furnier beschädigt. Aber ein paar dekorative weiße Schnipselchen sind geblieben.

Und das Beste: Das hat der Typ wohl nicht zum ersten Mal so gemacht, aber er versteht das Problem einfach nicht.

Anekdote #27: Wenn man Schnürsenkel als anstößig empfindet

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Leider konnte ich kein Foto machen, deswegen muss eine Beschreibung reichen. Denn obwohl Chinesen schon mal schnell den halben Handyspeicher voller Fotos von fremden blondgelockten Kindern haben, sind die etwas empfindlich, wenn man im Laden etwas fotografiert. Man könnte es ja billig nachproduzieren lassen wollen.

Eigentlich mutete die Szene heute Mittag ganz harmlos an. In einem Schuhgeschäft hatte man anscheinend die Sonderfläche umgeräumt und Birkenstocks gegen Doc Martens ausgetauscht. Bei immer noch durchschnittlich dreißig Grad kann man ja auch schon mal an Herbstgarderobe denken. ;)

Da Schwarzweiß immer noch Thema ist, stehen da also schwarze und weiße Modelle herum. Eins ist schwarzweiß gemustert. Eins ist knallweiß und hat schwarze Schnürsenkeln. Eins schwarz mit weißen Schnürsenkeln. Also ein ganz normaler Weg, den Trend aufzugreifen. Denkt man.

Ich gucke mir die hübsch drapierten Schuhe noch mal an. Mein Blick bleibt an einem speziellen Paar hängen. Und das nicht, weil ich die so toll finde. (Wobei ich tatsächlich mit welchen liebäugele, aber in anderen Farben und das ist eine andere Geschichte.)

Mein Hirn braucht einen Moment, um zu erkennen, was mich daran stört. Schwarze Doc Martens mit weißen Schnürsenkeln. Schwarze Docs mit weiße Schnürsenkeln. Weiße Schnürsenkel in schwarzen D…

Äh… Moment? Bitte was?

In Deutschland würde man das wohl eher nicht so ausstellen. Falls doch, dann nur in einschlägigen Läden, um die ich einen großen Bogen machen würde.

Ich hoffe sehr, dass sich dieser Trend hier im modebewussten Shanghai nicht durchsetzt. Einige Herren haben hier sehr kurz rasierte Haare und auch, wenn es Asiaten sind… Bei dem Anblick würde ich mich sehr unwohl fühlen.

Für alle, die jetzt etwas verständnislos gucken, hier die Erklärung: Weiße Schnürsenkel in schwarzen Boots – wie zum Beispiel von oben erwähnter Marke – sind ein Erkennungszeichen von Skinheads.

Und Nein, das habe ich mir nicht ausgedacht. Ich habe das gerade extra noch mal gegoogelt. Zwar habe ich in dem Zusammenhang öfters gelesen, es handele sich angeblich um eine urbane Legende, doch das halte ich für Quatsch. Dafür habe ich das schon zu oft in Kombination mit kahlrasierten Schädeln, Hosen mit Tarnfarben und Bomberjacken gesehen.

Wie dem auch sei: Ich hoffe, es wird kein Trend.

Das Schildkröten-Rätsel ist gelöst. Eventuell zumindest.

Also wirklich nur eventuell. ;)

Ich beschrieb vor einiger Zeit mal ein paar Typen, die anscheinend mit ihrer Schildkröte Gassi gingen. Hier geht’s zu dem Artikel. Es war bizarr.

An derselben Straßenecke sah ich seitdem öfters Chinesen mit Schildkröten stehen oder sitzen. Allerdings waren diese nicht angeleint, sondern sie hielten sie in der Hand.

Die Tage standen wir an besagter Stelle an der Ampel und plötzlich kam ein Kerl in der typischen Straßenreiniger/Gärtner-Kluft ans Fenster gerannt und schrie uns an.

Dazu muss man sagen, dass das nicht allzu ungewöhnlich ist. Hier stehen oft Leute an der Straße, um etwas zu verkaufen. Interessanterweise auch oft Männer und Frauen in Anzügen, die auf an Ampeln haltende Autos zustürmen und den Leuten schlechte Kopien in die Hand drücken oder durch das Fenster schieben wollen, wenn das nur einen Spalt weit geöffnet ist. Oder sie stehen einfach so da und halten bemalte Zettel oder Kartons in die Luft, auf denen Schriftzeichen und Zahlen stehen.

Ich würde gerne betonen, wie super unprofessionell die Dinger wirken. Ich meine, wenn man so Pappkarton-Stücke schon selbst bemalt, dann doch bitte gerade. Oder wenn ich den mit diversen A4-Ausdrucken beklebe, dann doch ebenfalls bitte gerade und ohne, dass sich das Papier wellt. Vielleicht auch ohne unregelmäßige Lücken dazwischen.

Trotzdem wollen die damit sogar Luxuswohnungen verkaufen. LUXUSWOHNUNGEN! Und aus Gründen, die mir wohl ewig verborgen bleiben, scheint das ja zu funktionieren, sonst würden die das nicht immer wieder so hartnäckig versuchen.

Doch zurück zur eigentlichen Geschichte: Der Typ, der uns anbrüllte, wollte etwas feilbieten und drückte eine (für meinen Geschmack viel zu große) Schildkröte gegen das Fenster. Waaaaaaaaaaaaaah! Zum Glück war das geschlossen und die Türe auch. Das war ein wenig gruselig und gleichzeitig auch lustig. Wie in so ’ner Komödie.

Das arme Tier war sicherlich verängstigt oder vielleicht auch schon ganz schön sauer und Schildkröten können ganz schön zubeißen.

Dieses Erlebnis erzählte ich neulich einer anderen Mutter und die sagte, dass man die Schildkröten zum Essen verkaufen würde. Tadaaa! Da haben wir das Rätsel also gelöst. Wahrscheinlich.