2017/03/19: Hachjanun.

Uns geht’s immer noch gut, aber: Kinder, ich komm‘ ja zu nix. Ein paar Dinge würde ich gerne verbloggen, aber mal sehen, vielleicht schaffe ich das ja bald. Momentan vermisse ich Shanghai ein bisschen mehr als sonst. Diese Woche war aber auch komisch.

Erst fand ich bei Penny diese Äquivalent zu meinem Lieblingssaft (ja, ich weißte, den kann ich mir auch selbst pressen, aber das ist halt nicht dasselbe, ne?):

Dann brachte ein Freund noch eine Tasche mit ein bisschen Zeug mit, dass ich noch in Shanghai hatte. Unter anderem ein Geschenk, das ich von Freundinnen zum Abschied bekam.

Dabei musste ich an „Ich hab noch einen Koffer in Berlin“ denken. Da wird gesungen: „Deswegen muss ich nächstens wieder hin. / Die Seligkeiten vergangener Zeiten sind alle noch in meinem kleinen Koffer drin. Ich hab noch einen Koffer in Berlin. / Der bleibt auch dort und das hat seinen Sinn.“.

Ich hab‘ jetzt keinen Koffer mehr in Shanghai. Wobei das eigentlich auch kein Koffer war, sondern eine Tasche. Und da war auch nichts drin, mit dem ich da wirklich was hätte reißen können, aber: Ihr wisst schon, worauf ich hinaus will.

Außerdem haben wir ein Foto der Skyline ausdrucken lassen und aufgegangen, das macht mich abwechselnd glücklich und wehmütig.

Es ist alles nicht so einfach, wenn man wieder kommt. Schön, ja. Das ist es. Aber auch seltsam und vor allem gewöhnungsbedürftig.

Viele Grüße,
Mareike

2016/06/27: Mich gibt’s noch! ;)

Momentan ist hier im Blog nicht viel los. Neben dem üblichen Dies und Das hatte ich – mal wieder – Besuch und dann noch mehr Besuch und nun bin ich zu Besuch in Deutschland. Vorher hatte ich auch das Gefühl, ich würde immer nur über dieselbe Leier berichten und habe immer mal wieder Texte angefangen, die ich dann doch nicht zu Ende schrieb. Und für die richtigen Erzählungen über Ausflüge und so, fehlten mir die Zeit und die Ruhe.

Nachdem ich in der ersten Hälfte dieses Jahres immer nur dachte, dass ich momentan nicht zurück will und auch nicht für mehrere Wochen nach Deutschland urlauben möchte, kippte die Stimmung irgendwie insofern, dass es andersherum wurde. Naja, „kippte“, klingt jetzt ein wenig dramatisch. Aber die Tendenz änderte sich.

Das lag unter anderem daran, dass ich endlich mal wieder eine Ayi hatte, mit der ich echt zufrieden war und die dann mal eben die Zeiten änderte, die gar nicht zu unserem Alltag passten. Das fand ich blöd. Man kann halt nicht einfach sagen, oh, ab Montag komme ich dann Mittags, wenn man einen Vertrag hat. Aber da kann ich eben auch nicht drauf pochen, denn dann kriege ich einfach eine andere von der Agentur geschickt und ich will nicht schon wieder eine andere und selber putzen will ich auch nicht und ach, eigentlich will ich gar nicht drüber reden.  Es ist so frustrierend.  Weiterlesen

2016/04/13: Manchmal. Vom Shang-low.

Ich fühle mich hier echt wohl, aber manchmal, also manchmal mag ich einfach nicht mehr. Heute Vormittag war es so. Da hatte ich ein kurzes, aber fieses Shang-low.

„Ein was…?“ werdet ihr euch fragen. Nun, es ist so: „Shanghai“ klingt auch wie „Shang-high“ und dazu passend gibt es eben auch das „Shang-low„. Das habe ich mir übrigens nicht selbst ausgedacht, das waren andere. ;)

Falls ich hier übrigens mal Sachen doppelt erzähle oder Klärungsbedarf besteht, sagt Bescheid. Oft verliere ich den Überblick, ob ich euch das schon berichtet habe, ob ich das mal auf Twitter oder Instagram anmerkte oder ob ich das einfach nur schon drei Milliarden Mal im Gespräch erwähnte. 

Heute morgen war alles ein bisschen doof. Ich bin nach dem Aufwachen nicht in die Puschen gekommen und Felix und ich waren total spät dran. Das Wetter ist momentan ganz eigenartig und unberechenbar. Momentan ist dieser komische Jahreszeitenübergang, wo es direkt super warm ist, wenn die Sonne ‚rauskommt und morgens und abends noch kalt ist. Außerdem ist die Luftfeuchtigkeit hoch und das kann ich nicht gut vertragen. Mein Kreislauf findet das nur so lala und ich hab das Gefühl, es ist dauernd alles klamm. Die Luftfeuchtigkeit ist nicht nur gefühlt, sondern auch in Zahlen abartig:

humidity

Dieses Jahr ist diese Phase relativ spät dran, letztes war die schon etwa einen Monat eher. Weiterlesen

Ein Weihnachtsmarkt in Shanghai

christkindlmarkt2015In Shanghai gibt es nicht nur einen, sondern gleich mehrere Weihnachtsmärkte. Manchmal frage ich mich schon, was es hier nicht gibt. Also wenn man nur lange genug sucht und das eine oder andere Auge zudrückt. Aber ich will nicht abschweifen. ;)

Ich hatte ehrlich gesagt nicht erwartet, dass diese Weihnachtsmärkte was taugen. Letztes Jahr habe ich ein bisschen was von dem am Kerry Center in Pudong mitbekommen. Ob der auf- oder abgebaut wurde, weiß ich schon gar nicht mehr. Jedenfalls ist der eher klein, ihm fehlte der Flair und alles in allem haute er mich nicht vom Hocker. Da wusste ich schon, dass man für die Märkte hier einen nicht unerheblichen Eintritt zahlen muss und das wäre es mir in dem Stadium, das ich da sah, nicht wert gewesen. Zumindest nicht, um echte Weihnachtsstimmung aufleben zu lassen.

Meine Begeisterung hielt sich dann auch in Grenzen, als Pascal mir einen Artikel mit den diesjährigen Weihnachtsmärkten und deren Beschreibung zusandte. Aber naja, warum nicht?

Unsere (beziehungsweise seine) Wahl fiel auf den „Christkindlmarkt“ im Paulaner in der French Concession in Puxi. Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, war der nur am Nikolauswochenende und wir wollten erst Freitagabend hin, verschoben unser Vorhaben aufgrund des Wetters und einer Erkältung meinerseits aber auf Sonntagvormittag.

Der Paulaner soll kulinarisch (ich war in dem noch nie drin) nicht sooo gut sein wie die andere Filialen, aber das Gelände ist relativ groß und ein bisschen wie ein verwinkelter, verwunschener Garten angelegt und hat einen ordentlichen Bestand an hohen Bäumen. Gerade, wenn man die Lage beachtet. Das gefällt mir gut.

In diesem Garten waren um die sechzig Buden aufgebaut. Eine ordentliche Menge also. Und alle Buden waren richtig nette Holzhäuschen, wie man das vom Weihnachtsmarkt eben so kennt. Ich hoffe, die Fotos fangen das so halbwegs ein. Weiterlesen

Anekdote #41: Von Smog und Selbstironie

Quelle: Screenshot der App „Shanghai Air Quality“, http://aqicn.org

Naja, eigentlich ist es eher eine ganze Sammlung kleiner Anmerkungen, aber was soll’s. ;)

Die Air Quality ist, gelinde gesagt, beschissen. Es ist der höchste Wert seit vier Jahren oder so langem (Danke an Fledermama für die Korrektur). Wir hatten heute Werte im Bereich „300+“. Danach geht die Skala nicht mehr weiter (siehe Screenshot).

Im Laufe des Tages sank der Wert immerhin in den violetten Bereich, aber das ist immer noch miserabel. Normalerweise schränken wir unsere Aktivität draußen schon ab roten Werten stark ein. Die beginnen bei 150. Heute hatten wir über 300, also mehr als doppelt so schlecht. Die Luft ist gelbgrau und man kann sie wahrscheinlich wortwörtlich schneiden. Und von Luft und Liebe allein leben. Hahaha.

Ihr seht, der Galgenhumor ist mir noch erhalten geblieben. Das liegt aber auch daran, dass es über Weihnachten nach Hause geht und ich die Tage herunterzählen kann.

Da ist der belegte Geschmack auf der Zunge, als ob man letzte Nacht sehr lange in verrauchten Bars auf den Tischen getanzt und gesoffen hätte, noch erträglich. Den Brummschädel gibt’s – zumindest bei mir – gratis dazu. Bisschen doof ist es nur, das mir die Partynacht im Vorfeld fehlt. Und damit meine ich keine alkoholbedingte Erinnerungslücke. Buuuh! Weiterlesen

Sankt Martinszug im T-Shirt

Naaaaaa, was seht ihr auf dem Foto? Ok, in Kombination mit der Überschrift ist es nicht schwer. Einige von euch haben das Bild vielleicht auch schon auf Instagram gesehen.

Es sind Weckmänner! Manch einer kennt sie auch als Stutenkerle oder unter anderen regionalen Bezeichnungen. Die schmeckten lecker und sehr authentisch. Der einzige Unterschied zu denen aus meiner Heimat waren die fehlenden Pfeifen. Aber gut, man kann ja nicht alles haben und gebrauchen kann man die eigentlich auch nicht wirklich. Verratet das aber nicht meinem kindlichen Ich von früher. ;)

Hierbei handelt es sich nicht um ein altes Bild, nein, es ist von Samstag. Ich habe die Weckmänner auch nicht selbst backen müssen, sondern die deutsche Abendbrot-Bäckerei hat diese hergestellt. Gespendet wurden sie vom Deutschen Club in Shanghai, der gemeinsam mit der Christlichen Gemeinde den jährlichen Martinszug organisiert hat.

Ja, genau! Es gab einen Martinszug! In Shanghai! Und das ist wohl nicht der Einzige! Weiterlesen