Anekdote #20: Papierkram auf Chinesisch

Für Gas, Wasser und Strom sowie Telefon/Internet bekommt man hier Rechnungen. Soweit nicht überraschend. ;) Das wird aber nicht per Bankeinzug oder Überweisung oder so geregelt, sondern man bekommt zweiteilig perforierte  Rechnungen. Damit geht man in einen Family Markt, das ist eine Kette von Kiosken, die meistens rund um die Uhr (oder lange jedenfalls) geöffnet sind.

Da zahlt man dann – endlich mal wieder in bar, denn was anderes wird nicht akzeptiert – und bekommt eine halbe Rechnung mit Stempel und Kassenbon zurück. Also die halbe Papier-Rechnung. Man muss schon den ganzen Betrag zahlen. ;)

Ich weiß gar nicht, wieviel Zeit man dafür hat, aber das sollte man zeitnah tun. Was ich auch immer brav erledige.

Diese Family Markts sind eine ganz interessante Sache. Die Schiebetüren spielen eine wahnsinnig penetrante wie eingängige Melodie, die man schon von weitem hört. Alle Filialen, die ich bisher kennenlernte, sind relativ modern, meistens relativ sauber und man kriegt erstaunlicherweise fast alles. Da haben wir sogar schon mal ne Tube Sekundenkleber von Pattex (!) erstanden, nach sowas hatte ich mir vorher die Hacken abgelaufen. Der Preis ist teilweise etwas höher als im Supermarkt. Vom Stöberfaktor her gehe ich gerne da rein, aber oft riecht es da penetrant nach Essen, weil man da auch immer warme Speisen kaufen kann. Vom Geruch wird mir immer etwas anders. Börghs. Aber das kommt auch aufs Gericht an.

Naja, jedenfalls gehe ich immer so schnell wie möglich hin, um die Rechnungen zu bezahlen. Doch vor ein paar Wochen bekam ich das erste Mal ein Schreiben, dass ich ja nun bitte die Telefonrechnung aus dem vorletzten Monat zahlen sollte, sonst würde das abgestellt. Da hängt ja auch das Internet dran, deswegen wäre das also ein großes Drama gewesen. Meine Reaktion war ungefähr so: Ääääh? Was? Macht mal halblang, ich hab mehrere Monate pünktlich bezahlt, kein Grund, hier direkt ein Fass aufzumachen.

Das ist jetzt schon zwei Mal passiert, ein Mal mit Telefon und einmal mit Gas. Zum Glück kann ich mich hier an den Hausmeisterservice wenden, der mir dabei hilft, das Problem direkt aus der Welt zu schaffen. Denen gebe ich die Kohle dann, die gehen zu irgendnem Büro, zahlen das und ich kriege eine Quittung. Erst dachte ich, die wollen mich vielleicht abzocken, aber ich habe nachgesehen und tatsächlich keine Rechnung bekommen. Folglich habe ich auch nichts bezahlt.

Heute ging ich zum Briefkasten und fand wieder Post vom Telefonanbieter vor. Dieses Mal war es ein Brief, letztes Mal war das ein komischer Zettel. Mir schwante Übles. Ich übersetzte die Überschrift per App. Trotz diverser Versuche (auch in andere Sprachen, das ist manchmal einfacher), ergab das aber keinen Sinn. Also machte ich ein Foto und schickte per WeChat es an den Hausmeistertypen.

Er teilte mir mit, dass ich die Rechnung von Juni nicht bezahlt hätte. Aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaah! Hab ich wahrscheinlich auch nicht. WEIL ICH NUR RECHNUNGEN BEZAHLE, DIE ICH AUCH BEKOMME! Wie ungewöhnlich!

Durch den Service wird das Ganze schon mal wesentlich vereinfacht, aber es ist trotzdem jedes Mal ein ewiges Hin und Her, denn er muss das Geld direkt von mir wiederkriegen und so weiter. Sowas nervt.

Was soll das denn? Diese Zahlungserinnerungen bekomme ich immer, aber die Rechnungen verschlampt der Postbote immer oder was? Maaaaaaann ey!

Advertisements

Ein Gedanke zu “Anekdote #20: Papierkram auf Chinesisch

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s