2016/12/11: Sisyphos-Arbeit – jetzt neu in der Expat Edition

Ich finde Bloggen momentan ein bisschen langweilig. Also für euch. Weil ich gerade ein wenig einseitig bin. Dennoch mal ein Lebenszeichen: Läuft hier.

Heute in einer Woche sind wir zurück in Deutschland und ich kann das kaum fassen.

Das ganze Wochenende durch haben wir wild herumgerödelt. Morgen früh wird die Luftfracht abgeholt. Eigentlich war das für Dienstag geplant, aber dann ist den Verantwortlichen noch kurzfristig eingefallen, dass sie dafür den Pass meines Mannes brauchen und der den dann gar nicht vor der Abreise zurückbekommen kann.

Ich zog eine Augenbraue hoch und tja, dann haben wir also Sachen gepackt. Die Kartons hatten wir schon vor dem Wochenende bekommen und durften die selbst packen. Hoffen wir zumindest, denn wenn die den ganzen Trallala noch mal aus- und wieder einpacken, müssen, dann… Tja, dann dauert das morgen echt lange.

Das hört sich ja alles ganz easy an, aber wir mussten erstmal unsere Koffer Probe packen, damit wir die Mengen abschätzen konnten und in der Luftfracht ist so viel Kleinzeug, wir haben noch mal Zeug aussortiert, was an Freunde geht und was gespendet wird und was verkauft wird und dann mussten wir ja noch mit Felix ausdiskutieren, welches Spielzeug wir in den Koffer packen und was in die Luftfracht und dann bei etwa jedem zweiten Teil noch mal erklären, dass das ALLES TROTZDEM NACH DEUTSCHLAND kommt – die Frage ist nur, WANN GENAU und…

Uff.

Hätte ich Kilometergeld bekommen, ich wäre am Wochenende vermutlich reich geworden. Ganz nebenbei haben wir an diesem Wochenende auch noch Felix Abschiedsparty gefeiert. Das „nebenbei“ ist in dem Fall tatsächlich nur leicht ironisch, denn das war vom Aufwand her nicht mit dem Gepacke vergleichbar. Vor allem war es so viel schöner und hat so viel mehr Spaß gemacht. Ok, es war auch ganz schön viel Wehmut dabei, aber… Seufz. Darauf gehe ich mal nicht weiter ein. Vielmehr möchte ich auf die schöne Zeit verweisen.

Was mich aber wirklich nervt, ist das ewige Packen. Ich finde normales Kofferpacken ja schon scheiße, fragt mal, wie ich Kisten und Kartons packen finde? Genau. Voll gut. Nicht.

Und was mich wirklich, wirklich, WIRKLICH ankotzt, ist, dass das schon gefühlt ne halbe Ewigkeit so geht. Erst habe ich den ganzen Scheiß in Deutschland gepackt, dann hier in die Seefracht, jetzt in die Luftfracht, Freitag in die Koffer und wenn ich dann in Deutschland gelandet bin, geht’s ja eigentlich wieder von vorne los.

Das ist der Teil, der mich echt mürbe und so unfassbar müde macht. Wenn ich wiederkomme, haben wir es ja nicht geschafft, Nein, dann fängt der ganze Kram ja wieder von vorne an und ich sehe mich schon Monate lang Krempel von A nach B räumen, bis alles irgendwie halbwegs sinnvoll an seinem Platz ist.

Mittlerweile bin ich mir ziemlich sicher, dass der Begriff „Sisyphos-Arbeit“ eigentlich meine momentane Situation beschreibt.

Schnarch.

Ich bin so fertig.

Was ist eigentlich mit diesem „süßen Expat-Leben“, von dem ich immer höre? Also ich hab‘ keins und ich kenne auch so spontan keinen, der eins führt.

So, genug gejammert. Es wird dringendst Zeit fürs Bett. Bitte drückt die Daumen, dass das morgen alles ganz entspannt läuft. Bitte.

Viele Grüße aus Shanghai,
Mareike

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4 Gedanken zu “2016/12/11: Sisyphos-Arbeit – jetzt neu in der Expat Edition

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