2016/11/27: Bleibt alles anders

Alltag, ach, Alltag… Wer braucht schon Alltag? Ich schon. Tatsächlich hätte ich sogar gerne einen ganz langweiligen – aber nun, der ist mir einfach nicht gegönnt.

Nachdem die letzte Woche schon etwas durcheinander war, wird die nächste ganz anders, als gedacht: Der Kindergarten ist nämlich wegen „Hand-Mund-Fuß“ geschlossen. Mindestens die kommende Woche über, vielleicht noch länger.

Diese Krankheit ist wirklich ätzend, aber irgendwie reagieren die Chinesen da anscheinend besonders empfindlich drauf. Also im übertragenen Sinne. Ab soundsoviel kranken Schülern (oder einem anderen System, im Detail weiß ich das nicht) wird eine Einrichtung nämlich einfach erstmal geschlossen, damit das Virus nicht weiter verbreitet wird.

Eigentlich ist es erstaunlich, dass wir bisher davon verschont blieben, alle Kindergärten und Schulen im Umkreis hatten nämlich immer mal wieder deswegen zu.

Ich will nicht undankbar rüberkommen, denn tatsächlich habe ich schon sehr lange und feste auf Holz geklopft, dass wir uns nicht angesteckt haben. Wir haben also „nur“ eine Woche frei.

Ja, ich habe keinen festen Job und muss mir um die Betreuung keine Sorgen machen. Dennoch arbeite ich, wenn auch „nur“ ehrenamtlich und freiberuflich. Dabei kann ich mir bei beidem die Zeit frei einteilen – aber nur weil ich das mitten in der Nacht erledigen kann, wenn mein Sohn schläft, heißt das ja nicht, dass ich nie Schlaf brauche und… ach…

Außerdem muss mich um diverse Dinge wegen des Umzugs kümmern und wir feiern einen Kindergeburtstag und eine Nikolausfeier und einen Abschied und das will geplant beziehungsweise umgesetzt werden.

Ein Friseurbesuch wäre auch nötig und eigentlich wollte ich noch zwei Arzttermine wahrnehmen, die nicht wahnsinnig dringend sind, aber schon wichtig. Denn in Deutschland habe ich erstmal keine Zeit und außerdem bin ich dann nicht mehr privat versichert und muss ewig auf einen Termin beim Facharzt warten und… Seufz.

Aber hey… Ich kann das ja alles irgendwie drumherum planen. Hahaha. Haha. Ha.

Tja.

Ich sehe es dennoch positiv, denn mir bleibt ja auch nichts anderes übrig. Also werden wir die Gelegenheit nutzen und vielleicht noch mal den einen oder anderen Ausflug machen, den wir gerne gemacht hätten und außerdem treffen wir uns mit Freunden. Auch schön. Doof nur, dass die Luft gerade jetzt wieder schlecht wird und alles, was draußen stattfinden könnte, damit mehr oder weniger flach fällt, aber hey, ich wollte ja positiv denken. ;)

Viele Grüße aus Shanghai,
Mareike

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3 Gedanken zu “2016/11/27: Bleibt alles anders

  1. Also auch wenn die Hand-Fuss-Mund-Krankheit meist recht harmlos verläuft und ich auch schon zwei mal über die 14tägige Frist geschimpft hab, die meine Tochter dann eigentlich isoliert sein sollte (gleich nach „ein Kind schwerkrank zwei Wochen zuhause haben“ kommt „ein Kind zwei Wochen zuhause halten müssen obwohl es nicht offensichtlich krank ist“): unterschätzen sollte man die HFMK sicherlich nicht, sie kann ne Meningitis auslösen und zu Lähmungen führen, gerade im Kindergartenalter. Es gibt auch fatale Krankheitsverläufe. In China gabs in den letzten Jahren immer wieder Ausbrüche mit Toten im zwei- bis dreistelligen Bereich.

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    • Das weiß ich ja, mir ist klar, dass das echt schwere Verläufe haben kann. Ehrlich gesagt würde ich mir das in Deutschland auch manchmal wünschen, dass die einfach mal dicht machen, bis eine Magen-Darm-Welle vorüber ist, damit sich alle nicht immer und immer wieder anstecken, weil sie zurück kommen. Aber ich weiß eben auch, dass das in der Umsetzung scheitert.

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