2016/09/23: Hurra und Herzschmerz

Die Seefracht ist weg! Hurra! Es lief überraschend gut, aber ein paar Sachen gingen natürlich trotzdem schief. Ein wenig berichtete ich ja schon darüber, ein ausführlicherer Text folgt noch. Versprochen!

Eigentlich hatte ich geplant, zumindest den Mittwochvormittag erstmal GAR NICHTS zu machen, aber das klappte nicht. Es ist immer Dies und Jenes. Man kennt das. Ich kann da gerade nicht weiter drauf eingehen, ich muss nämlich gleich los, wollte aber noch kurz ein paar Sachen loswerden.

Unsere Wohnung ist nun ziemlich leer, wir haben ein paar Möbel, die noch verkauft werden, sowie ein paar Übergangsmöbel und aufgrund der wenigen Möbel und der Tatsache, dass wir keinen Teppich haben, hallt es furchtbar. Das stört mich sehr. Ansonsten habe ich mich erstaunlicherweise schon an alles gewöhnt und es ist auch nicht so ungemütlich wie befürchtet. Ein Hoch auf Felix Spielzeug, dass es hier wohnlicher aussehen lässt! ;)

Für Felix läuft es ansonsten leider nur so semigut. Wir haben viele Spielsachen behalten und er hat auch etwas von uns als Überraschung bekommen. Er weiß, dass es noch dauert, bis wir nach Deutschland ziehen. Ich habe ihm erklärt, was noch alles ansteht, bis es soweit ist. Oma und Opa kommen noch, ebenso Sankt Martin und der Nikolaus. Es wird erst einmal kalt und überhaupt. Das kommt ihm lange vor und er findet es komisch, dass es hier so anders aussieht.

Dazu kommt, dass einer seiner besten Freunde nächste Woche zurück nach Deutschland zieht. Die beiden sehen sich sonst fast jeden Tag, weil sie in derselben Kindergartengruppe sind und auch nachmittags treffen wir uns schon mal. Außerdem kommt hier noch mal eine neue Variante ins Spiel: Deutschland ist groß. Dass sein Freund nach Deutschland zieht, heißt nicht, dass wir ihn dann wieder öfter sehen, wenn wir auch zurückgehen. Felix findet das aber unlogisch. Ich kann es ihm nicht verübeln, selbst für uns Erwachsene ist ja Vieles schwer zu begreifen.

Offensichtlich macht ihm das auch etwas Bauchweh. Und als ob das nicht reichen würde, hat der kleine Herr Schnupfen. Dieses Potpourri verschiedener Negativfaktoren führt dazu, dass er echt schlecht schläft und (tadaaaa!) wir dadurch auch. Das wäre eine Sache, aber er weint auch viel und ist schnell frustriert. Es zerreisst mir zwischendurch das Herz. Vor allem, weil ich ihn so gut verstehen kann. (Bis auf den Schnupfen, aber das kann nicht mehr lange dauern, bis ich auch welchen habe und doof finde.). Ich finde es doof, dass eine meiner engsten Freundinnen hier geht. Ich finde den Übergang doof, so zwischen den Stühlen zu hängen ist echt blöd. Nach wie vor finde ich es gut, dass wir hier wohnen bleiben und nicht noch mal in ein Übergangsappartement gezogen sind. Aber. Ach.

Es sind noch mehrere Wochen hier, in denen so viele schöner Erlebnisse stattfinden werden. Doch es ist schwierig, wenn man immer wieder vor Augen geführt bekommt, dass alles bald vorüber ist.

Doch ich will nicht zu melancholisch sein und gehe nun den Moment genießen. Meine Freundin, die nächste Woche fort zieht und ich sind nämlich jetzt zum Essen verabredet.

Viele Grüße aus Shanghai,
Mareike

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3 Gedanken zu “2016/09/23: Hurra und Herzschmerz

  1. Übergangsphasen sind immer ätzend. Trennungsschmerz hin oder her – wünschst Du Dir nicht manchmal, du bräuchtest nur einmal mit den Fingern schnipsen und es wäre vorbei? Ich fand die letzten Wochen in Deutschland vor dem Umzug furchtbar. Ständige letzte Male, ein Abschied nach dem anderen, gleichzeitig alles auf den einen Termin vorbereiten… Furchtbar! Es war sowohl emotional belastend als auch in jeder anderen Weise, einfach weil es zu viel auf einmal ist… und dass ihr die Seefracht schon so viel vorher packen musstet, macht euren Cliffhanger ja noch viel länger – und belastender…

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    • Ich hab jetzt eine Weile drüber nachgedacht und die Antwortet lautet: Ja. Generell bin ich eigentlich noch nicht soweit, hier Lebewohl zu sagen. Uneigentlich ist es gerade schon blöd. Bei allem, was ich gerne kaufen würde zum Beispiel überlege ich jetzt. Entweder, wie viel Platz das benötigt und wie schwer es ist oder, ob wir das überhaupt noch aufbrauchen. Das ist blöd.

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  2. […] Im letzten Tagebuchsbeitrag (*klick*) erzählte ich, ich müsse nun gehen, weil ich zum Essen verabr… Danach waren wir noch ein bisschen draußen am Fluss spazieren und als wir da so standen und aufs Wasser guckten, seufzten wir beide ein bisschen und sprachen darüber, dass wir es hier ganz schön vermissen werden. Als wir eines der Boote sahen, die abends bunt beleuchtet sind, kamen wir darauf, dass wir es einfach nie geschafft hatten, damit zu fahren. Das ist mit kleinen Kindern halt auch immer so ne Sache. Die mitzunehmen geht abends auch nicht immer und man nimmt sich ja auch nicht für alles nen Babysitter. […]

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