2016/09/07: Paketbotenverwirrung

Heute Nachmittag rief mich ein Kuaidi an, also einer dieser Paketboten. Meine Chinesischkenntnisse sind ja sehr begrenzt, daher nannte ich ihm einfach mehrfach meine Adresse und dachte, das hilft schon. Dazu erwähnte ich die Querstraße, die an unserem Eingang ist, weil das meistens hilft.

Der Typ war nicht nur nett, sondern konnte auch ein bisschen Englisch. Wir bemühten uns beide, trotzdem kamen wir nicht weiter und beendeten das Gespräch unvollendeter Dinge.

Nun folgte mein vermeintlicher Geistesblitz. Ich wusste ja, dass der Fahrer gerade irgendwo bei der Arbeit meines Mannes herumsaß und auf den wartete, nichts zu tun hatte und ich bisher den Eindruck gewann, dass er da voll drauf steht, wenn er helfen kann, weil er sich dann so nützlich findet. Also hielt ich das für eine Spitzenidee, ihm per WeChat die Nummer von dem Typen zu schicken, damit er ihm erklärt, wo wir wohnen. Weil, also… ’ne? Wenn einer weiß, wo wir wohnen, dann ist er das. Ohne übertreiben zu wollen: Ich fand die Idee brillant. BRILLANT!

Ihr seht also, da MUSSTE ein Haken dran sein.

Kurz darauf klingelte das Telefon, die Nummer des Fahrers erschien auf dem Display. Ich ging ran – das Gespräch brach ab. Gut, das ist hier nicht ungewöhnlich. Eine Sekunde später dasselbe. Ich ging ran und war gespannt, denn wir kommunizieren sonst nur per WeChat oder mit ein paar Schlagworten. Dran war eine Frau, die übersetzen sollte.

Der nachfolgende Dialog war sehr kurios, denn sie verstand mein Anliegen zwar, war aber wohl sehr verwirrt, dass der Besitzer des Telefons meine Adresse kannte und hatte wohl gedacht, dass sie mit einem Kurier sprechen sollte, an den ich das Handy weiterreichen würde.

Es war also ein bisschen konfus, aber nach ein paar Sätzen hatten wir es und ich bedankte mich. Direkt danach klingelte das Telefon wieder. Ich solle doch bitte noch mal die Nummer schicken. (Nicht, dass ich das Warum verstanden hätte, aber sowas hinterfrage ich ja schon lange nicht mehr.)

Wenig später bekam ich eine Nachricht: „Hello, you have to account for the matter. Has been handled properly.“. Besonders aus dem ersten Satz wurde ich zwar nicht ganz schlau, aber ungefähr zeitgleich klingelten zwei Paketboten hintereinander. Demnach interpretierte ich, dass der Kuaidi es gefunden hatte. Hurra!

Anscheinend hatte ich aber nicht mit dem Auslieferer selbst gesprochen, denn keiner der beiden war annähernd so freundlich, wie der Herr am Telefon. ;) Vielleicht war das aber auch der Typ, der nachher noch mal was brachte, als Pascal an die Tür ging. Weiß man alles nicht.

Und ja, ich, äh, bekomme momentan viel geliefert und es war immer noch nicht alles.

Viele Grüße aus Shanghai,
Mareike

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