Vom Aufzug

Jaaaaaaa, ich weiß, es klingt nach einem totalen Luxusproblem, aber es nervt so sehr!

Und damit ihr mein Problem versteht, muss ich erst einmal weit ausholen.

Das Haus, indem wir wohnen, ist ja riesig und es gibt diverse Aufgänge. Pro Aufgang kommt man zu zwei Wohnungen. (Bis auf den ganz links, da sind mehrere „kleinere“.) Wenn man zu uns will, steht man vor drei Aufzügen. Der linke ist ein Privataufzug für die Wohnungen auf der linken Seite, der rechte… Na? Genau für die auf der rechten Seite. Diese beiden kann man nur mit Zugangskarte nutzen, die muss man vor so ein Feld halten und dann fährt einen der Aufzug nur in die entsprechende Etage. Da landet man nicht direkt in der Wohnung, sondern einem kleinen Vorflur mit separater Tür zum Wohnraum.  

Manchmal ist das sehr lustig, weil man ja oft nicht alleine im Aufzug ist und es schon mal vorkommt, dass man fast woanders mit aussteigt. Besonders, wenn verschiedene Kinder beteiligt sind und es wuselig wird.

Runter kommt man übrigens ohne Karte, es gibt jeweils einen Knopf für das Erdgeschoss und das Parkdeck.

Das ist im mittleren Aufzug anders, da gibt es eine Taste pro Etage. Wie erwähnt, ist unser Haus echt groß, an den beiden Seiten umfasst es 52 Stockwerke und in der Mitte 62. Da muss man allerdings noch mal ein paar Etagen abziehen, weil es alle mit einer vier am Ende nicht gibt, denn die steht hier für „Tod“.

Der mittlere Aufzug, also der public elevator, ist für alle. Damit fahren die Leute hoch, die den Müll abholen, die Paketboten, die meisten Ayis, die Lieferdienste, die Essen bringen, alle Besucher und mit dem werden Umzüge gemacht. Ihr könnt euch bei der Etagenanzahl vermutlich vorstellen, dass der meist gut besucht ist. Gerade zu bestimmten Stoßzeiten. Dazu steigt ja nicht jeder schnell aus oder ein, sondern hält noch mal kurz die Tür auf und so weiter. Er ist schon schnell und braucht pro Etage etwa anderthalb Sekunden, würde ich sagen.

Wenn man mit dem Aufzug nach oben fährt, landet man in einem Flur. Der ist echt lieblos, meist eher düster und sieht nicht gerade einladend aus. Dazu ist er unklimatisiert und führt außer zu den beiden Wohnungen noch direkt nach draußen zu einem offenen Bereich, in dem sich das Treppenhaus befindet, der Müll und auch die Klimaanlagen. Dazwischen ist zwar noch eine Tür, aber das war’s. Je nach Jahreszeit ist es also kalt oder heiß.

Dieser Flur ist echt komisch, weil dort ja nicht nur Hinz und Kunz, sondern auch Besucher empfangen werden. Und da man hier eigentlich viel Wert auf Repräsentatives legt, passt das in meinen Augen gar nicht zusammen.

Lange sah der Aufzug entsprechend seiner Nutzung aus und war echt ramschig. Alle Spiegelflächen waren völlig verkratzt, viel war abgeblättert. Obwohl bei Umzügen alles verhangen werden kann, war der Lack einfach ab.

Nun haben sich die Eigentümer überlegt, man könne das ja endlich mal renovieren. Und wir alle so „Yeah“. ;)

Die Renovierung sollte eine Woche oder so dauern und das ging gut von statten. Der Aufzug sieht nun super aus. Mal gespannt, wie lange. ;)

Währenddessen konnte man also nur die private elevator nutzen. Das klingt jetzt erstmal nicht so schlimm, aber wir haben ja nicht unendlich viele Zugangskarten, sondern drei. Eine für Pascal, eine für mich und eine haben wir immer für Besuch. Wenn der zu zweit ist, ist das schon mal blöd. Da wir in dem Zeitraum ausnahmsweise mal keinen hatten, konnte die Ayi diese Karte haben. Sobald man aber Essen oder was beim Supermarkt bestellen wollte, musste man angerufen werden und die Leute dann unten abholen. Das kostet Zeit und Nerven, denn der Aufzug muss ja auch erstmal kommen und die haben es ja alle eilig. Wir hatten da auf eine Lieferung per Nachnahme gewartet und als wir unten waren, war der Typ schon weg. Grrr. Blödmann!

Es war ein wenig nervig, aber nun ja, die Phase war relativ schnell vorbei.

Im Anschluss sollten die private elevator an die Reihe kommen und das sollte zehn Tage dauern. Die wären Sonntag vorbei gewesen und nun haben wir mittlerweile Mittwoch und er ist noch nicht fertig und ein Ende wohl nicht so schnell in Sicht. Seufz. Gestern sprach ich mit dem Hausmeister darüber.

Jetzt ist es zwar in punkto Besuch und Lieferungen kein Problem mehr, aber für uns ist das so blöd.

Der private elevator braucht pro Stockwerk etwa eine Sekunde und ist damit viel schneller als der andere. Ich freue mich, wenn ich nicht die Knöpfe drücken muss, sondern die Karte vorhalten kann. Gerade, wenn ich jede Menge Zeug dabei und die Hände voll habe. Oder betrunken bin. ;) Felix macht das außerdem auch sehr gerne und kommt an die entsprechende Taste im public elevator nicht dran.

Das Hauptproblem ist aber, dass es so umkomfortabel ist. Unser kleiner privater Flur ist schon umklimatisiert und daher recht warm. Der „öffentliche“ kleine Flur ist es aber ebenfalls und momentan einfach so heiß und stickig. Dazu kommt, dass es da so dunkel ist. Es ist nicht so hilfreich, wenn man bei einer fast schwarzen Tür in einem dunklen Raum den Schlüssel ins Schlüsselloch fummeln will und sich selbst mit dem Handy zu leuchten ist auch eher suboptimal.

Die Tür vom Zwischenflur zur Wohnung schließen wir nie ab, wenn sonst jemand zuhause ist. Bei der Wohnungstür ist das allerdings was anderes, die sollte man immer abschließen, weil die nach draußen nur eine Klinke hat. Da bringt Zuziehen gar nichts.

Jetzt kann ich mir also überlegen, ob ich lieber noch in dem nicht ganz so heißen Zwischenflur warte, bis der Aufzug kommt und dann den Nervenkitzel des Abschließens habe oder im dunklen heißen Flur stehe, während der Aufzug kommt.

Gerade zu Stoßzeiten dauert es jedoch teilweise ewig, bis der Aufzug endlich kommt und das ist so ätzend.

So. Das musste ich mal loswerden. Ich weiß nicht, ob mir überhaupt irgendjemand folgen konnte, der die Räumlichkeiten hier nicht kennt. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich möchte den private elevator wieder benutzen können, buhuhuhu!

Hoffentlich kommen die da mal zu Potte.

Viele Grüße,
Mareike

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6 Gedanken zu “Vom Aufzug

  1. Obwohl unser Gebäude hier in New York viel kleiner ist, haben wir vermutlich das Haus mit dem LANGSAMSTEN Lift der Welt erwischt. Wir haben nur 6 Stockwerke, und trotzdem wartet man manchmal ewig auf den Lift (oder nimmt einfach die Treppe, bei sechs Stockwerken ist das definitiv eine Alternative). Dazu kommt, dass viele Menschen einfach auf beide Knöpfe (nach unten und nach oben) drücken, dann auf dem Weg nach oben in den Lift einsteigen (wenn wir oben im 6. Stock noch warten) und dann auch noch böse reagieren, wenn wir einsteigen. Dafür hält der Lift dann ein zweites Mal auf deren Etage an…:D
    Immerhin könnte es noch schlimmer sein – in manchen Wohnhäusern bei uns in Midwood, das für den hohen Anteil orthodoxer Juden bekannt ist, hält der Lift am Samstag immer automatisch in allen Etagen, weil sie aus religiösen Gründen nicht auf die Knöpfe drücken dürfen.

    Vielleicht sollte ich einfach die Treppe nehmen :D

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    • Ich glaube, ich würde regelmäßig ausflippen. Dass Leute einfach so blöd sein können.

      Das mit dem Knöpfe drücken hab ich ja noch nie gehört. Es ist… äh… Faszinierend. ;)

      Vermutlich würde ich auch so viel wie möglich laufen.

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      • Bisher habe ich es auch nur gelesen aber noch nicht gesehen. Allerdings ist bei uns im Viertel am Samstag auch tatsächlich alles zu und niemand fährt Auto, man hört kaum Musik…es ist faszinierend, vor allem in einer Stadt wie New York :D

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      • Schon bisschen verrückt. Aber ich finde die streng orthodoxen Juden mit den Locken unter der Kopfbedeckung eh sehr faszinierend. Ich kenne die aus New York und aus Zürich. In meiner Heimatstadt hatte ich die allerdings noch nie gesehen und kannte das einfach nicht. Also aus dem echten Leben, nur aus Filmen und so. ;)

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