Anekdote #60: The german weather

Wir sind wieder zuhause. Und wie das halt so ist, wurde ich gefragt, wie denn das Wetter in Germany sei. Ähnliche Gespräche hatte ich letztes Jahr auch schon und es war da mindestens genauso lustig. Im Winter war’s halt kalt und zwar so ähnlich wie hier, das war einfach. Aber im Sommer ist das was anderes.

Der Sommer in Shanghai ist einfach zu beschreiben: Er ist heiß. In diversen Abstufungen zwar, aber die Temperaturen liegen so bei dreißig Grad aufwärts und oft ist es auch noch sehr feucht dabei. Das kann man jetzt auf hohe Luftfeuchtigkeit, jedoch auch auf Regen beziehen. Wenn man Klamotten einpackt, ist das ziemlich einfach: Alles, was kurz ist. Nachts kühlt es zwar ab, das Wort „abkühlen“ ist hier jedoch ganz klar in Anführungszeichen zu gebrauchen, denn 30 statt 34 Grad ist nun auch nicht so frisch, als dass man ne Jacke oder nen Pullover bräuchte.

Also als Normalsterblicher zumindest nicht.

Es gibt natürlich immer welche, die das behaupten. Das sind aber auch dieselben Leute, die sagen, die Malls wären ja alle so krass heruntergekühlt, dass man sich da was ‚rüberziehen müsse. Ich wünschte, es wäre so, aber naja, bei denen ist die Integration definitiv schon sehr weit fortgeschritten. ;) Über dieses Thema könnte ich endlos reden, weil ich es einfach nicht nachvollziehen kann. Oder anscheinend in die falschen Malls gehe.

Ja, äh, ich schweife ab, wo war ich? Ach ja, genau.

Wenn man für den deutschen Sommer packt, muss man auf alles gefasst sein. Die Ayi, die wir letztes Jahr hatten, war sehr belustigt, dass ich quasi für jedes Wetter was einpackte und fragte, ob ich denn auch meine Winterjacke mitnehmen wolle und sie die noch mal waschen solle. Also soooo kalt wird das da normalerweise nun auch wieder nicht.

Eine Freundin, die gerade in der Heimat ist, schrieb mir allerdings, sie müsse sich unbedingt noch mehr warme Klamotten kaufen, da es momentan so oft kalt ist, dass ihre mitgebrachten Sachen einfach nicht reichen. Ich versteh das durchaus, ich hatte neulich dasselbe Gefühl. Doch dann wurde es wieder wärmer und ich hatte Glück. Im Urlaub hatte ich ein Wechselbad der Gefühle, äh, Temperaturen und zwischen 17 und 34 Grad war alles dabei. Dementsprechend trug ich ein lange Hose plus Pullover plus Jacke und dünnem Schal und fror und schwitzte aber auch in einem ärmellosen luftigen Kleidchen.

Ich mag den deutschen Sommer dennoch lieber als den hier, aber ich bin auch unter Deutschen allein auf weiter Flur damit. Das stört mich nicht, andere (also die Sommerliebhaber) interessanterweise schon.

Die Chinesen finden das äußerst merkwürdig, dass in meiner Heimat so unbeständiges Wetter ist. Ich habe versucht, es mit dem Frühling in Shanghai zu vergleichen, der ist manchmal ähnlich wechselhaft. Irgendwie empfinden die den aber nicht als so. Aber gut, wenn ich bei 29 Grad schon in knappen Sachen da sitze, ziehen die auch ihre Daunenjacke noch nicht aus. Weil ja noch kein Sommer ist. Doch wenn es jetzt 29 Grad ist, wischen sie sich den Schweiß von der Stirn. Und obwohl denen der Sommer hier auch zu heiß ist, wurde ich für das wechselhafte deutsche Wetter bemitleidet.

Das verstehe, wer will. Oder wer kann. ;)

Viele Grüße aus Shanghai,
Mareike

Advertisements

Ein Gedanke zu “Anekdote #60: The german weather

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s