2016/04/15: Von toten Katzen

Ich muss euch was als Nachtrag zum meinem kleinen „Shang-low“ (*klick*) erzählen. Bezüglich der Katzen-Thematik ging es in der Gruppe und überhaupt noch richtig ab. Heute gab es vor den Aufzügen die Notiz wie oben dargestellt.

In unserem Compound gibt – beziehungsweise gab – es anscheinend ziemlich viele streunende Katzen. Zugegebenermaßen habe ich von Katzenhaltung keine Ahnung, aber ich vermute mal stark, dass kaum oder sehr wenige Freigänger dabei sind. Die Katzen werden teilweise von Hausbewohnern gefüttert. Vor unserem Hintereingang gibt es zum Beispiel ein paar Näpfe und Felix und ich haben die Frau schon ein paar Mal zur Fütterungszeit getroffen, wenn wir spazieren waren.

In diese Futternäpfe und auch sonst auf dem Compund hat jemand offensichtlich was beigemischt, was für die Katzen tödlich ist. Und auch sonst wurden wohl diverse Giftköder ausgelegt und überall liegen nun verendete Tiere herum. Es sollen mindestens zwanzig sein.  Weiterlesen

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We’ll do it the chinese way #16: Hält nicht so gut!

motorradIch habe eine Freundin hier in Shanghai, deren Sohn gestern etwas mit Duplo gebaut hat. Sie hat das Ergebnis auf Facebook gepostet (und ja, ich habe natürlich die Erlaubnis, das hier zu veröffentlichen!) und ich MUSS euch das einfach zeigen. 

Die Bildunterschrift ist nämlich folgende:

„Oh, hmmm…. Der Turm auf dem Motorrad hält nicht so gut. Egal.“ – Integration abgeschlossen. Kein Zweifel.

Dem habe ich nichts mehr hinzuzufügen. :D

Er leider auch nicht, denn man berichtete mir, er wäre eine wenig enttäuscht gewesen, dass er keine weiteren Bausteine mit Essens-Motiven hatte. Sonst hätte er noch fröhlich weiter gestapelt.

Anekdote #49: Auf der anderen Seite

Erst einmal als Bemerkung vorab: Ich mag unserer Fahrer. Also meistens zumindest. ;) Anscheinend kommt das hier manchmal nicht so ‚rüber, zumindest habe ich das hier ab und zu so ‚rausgehört.

Außerdem muss man wissen, dass man sich immer dort abholen lasen sollte, wo man abgesetzt wurde. Sonst gibt es Chaos. Ernsthaft. Das ist nicht nur bei unserem Fahrer so, sondern bei vielen anderen auch.

Anfangs hat mich das furchtbar genervt, doch mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt. Nach knapp anderthalb Jahren bekommen wir es sogar ab und zu mal hin, dass ich mich an Ort A hinbringen und an Ort B abholen lasse. Das darf dann aber nicht zu weit voreinander entfernt sein.

Denn das klappt so in einem von vier Fällen auf Anhieb. Bei den anderen drei Malen steht er dann an Ort A und fragt mich, wo ich denn sei und nach einer Weile (und vier Nachrichten später, in denen allen die verdammte Adresse von Ort B steht. Wie in der ersten halt auch schon, aber… naja.) erscheint er dann an Ort B. Deswegen ist es nicht förderlich, wenn die beiden Plätze weit voneinander entfernt sind.

Jetzt aber zur eigentlichen Anekdote.

Wir sind relativ oft an der Super Brand Mall beziehungsweise deren Umgebung. Das müssten regelmäßige Leser ja nun mittlerweile gemerkt haben. Wenn ich ihm dann schreibe, dass ich in fünf Minuten abgeholt werden möchte, schreibt er seit ein paar Wochen immer „Ok. Opposite side!“.

Und wartet auf der anderen Straßenseite auf mich. Theoretisch klingt das ja total nützlich und nett, manche Kreuzungen sind hier super unübersichtlich und das dauert unter Umständen echt lange, bis man auf die andere Straßenseite kommt.

Praktisch ist das jedoch etwas albern, denn an der Ecke, wo unser Treffpunkt ist, hat die Straße ganze zwei Spuren. Den Gegenverkehr mit eingerechnet. Ich habe euch mal ein Foto gemacht: Da, wo man unten den Bürgersteig erkennt, setzt er uns immer ab und da, wo die Ampel ist, sammelt er uns wieder ein.

Ich finde es echt lieb, dass er da dieses Servicedenken hat, aber: Also das erkenne ich auch ohne Hinweis. So gerade eben jedenfalls. ;)

2016/04/13: Manchmal. Vom Shang-low.

Ich fühle mich hier echt wohl, aber manchmal, also manchmal mag ich einfach nicht mehr. Heute Vormittag war es so. Da hatte ich ein kurzes, aber fieses Shang-low.

„Ein was…?“ werdet ihr euch fragen. Nun, es ist so: „Shanghai“ klingt auch wie „Shang-high“ und dazu passend gibt es eben auch das „Shang-low„. Das habe ich mir übrigens nicht selbst ausgedacht, das waren andere. ;)

Falls ich hier übrigens mal Sachen doppelt erzähle oder Klärungsbedarf besteht, sagt Bescheid. Oft verliere ich den Überblick, ob ich euch das schon berichtet habe, ob ich das mal auf Twitter oder Instagram anmerkte oder ob ich das einfach nur schon drei Milliarden Mal im Gespräch erwähnte. 

Heute morgen war alles ein bisschen doof. Ich bin nach dem Aufwachen nicht in die Puschen gekommen und Felix und ich waren total spät dran. Das Wetter ist momentan ganz eigenartig und unberechenbar. Momentan ist dieser komische Jahreszeitenübergang, wo es direkt super warm ist, wenn die Sonne ‚rauskommt und morgens und abends noch kalt ist. Außerdem ist die Luftfeuchtigkeit hoch und das kann ich nicht gut vertragen. Mein Kreislauf findet das nur so lala und ich hab das Gefühl, es ist dauernd alles klamm. Die Luftfeuchtigkeit ist nicht nur gefühlt, sondern auch in Zahlen abartig:

humidity

Dieses Jahr ist diese Phase relativ spät dran, letztes war die schon etwa einen Monat eher. Weiterlesen

Von allerlei Obst und Gemüse

Vor einer ganze Weile schon stöberte ich in einer Buchhandlung und kaufte Felix das Buch, was ihr hier seht. Das war gar nicht teuer und kostete nur knapp 17 RMB und damit etwa 2,30 EUR.

Es ist total hübsch und hochwertig aufgemacht und darin sind ganz viele Obst- und Gemüsesorten abgebildet. Die sind dann mit chinesischen Schriftzeichen, Pinyin (also der chinesischen Lautschrift) und Englisch beschriftet.

Ich fand das auf Anhieb super. Das ist nämlich auch für Erwachsene sehr praktisch. So lerne ich beim Angucken gleich was mit. Felix kann „Apfel“ und „Banane“ auf Deutsch nicht korrekt aussprechen, auf Englisch geht so und auf Chinesisch überraschenderweise sehr deutlich. Zumindest, wenn man ihm es vorher einmal vorsagt. Das hat mich echt verblüfft, weil er in unserer Gegenwart sonst kaum Chinesisch spricht und selbst wenn, könnte ich das dann eh nicht kontrollieren.

Aber ich greife vor. Felix fand das Buch lange nicht besonders spannend und das lag hier herum.

Bis Vorgestern, da fiel es ihm in die Hände und er wollte es unbedingt angucken. Gesagt, getan. Wir sahen uns alles an und er benannte Einiges, wollte wissen, wie dies oder jenes heißt – wie man das eben so macht. Ich las ihm die englischen Begriffe vor und übersetzte simultan ins Deutsche. Natürlich waren ihm die Schriftzeichen nicht entgangen, doch ich sagte ihm, dass ich das Chinesisch nicht richtig vorlesen könne. Da stünden zwar die Worte in Pinyin, jedoch wolle ich ja nicht, dass er sich das falsch einpräge. Ob er denn wisse, wie das hieße?

Anstatt zu antworten, schlug er ganz aufgeregt vor, die Ayi könne ihm das ja später vorlesen, wenn sie kommt. (Das hat sie noch nie gemacht! Normalerweise ist sie nämlich gar nicht für die Kinderbetreuung zuständig, auch wenn das hier meist so üblich ist. Sie spielen zwar schon mal ein bisschen was, aber eher wenig.)

Ich fand den Vorschlag toll. Nachmittags wollten wir eigentlich los, als die Ayi kam. Doch da hatte ich die Rechnung ohne Felix gemacht, der wollte das Buch natürlich mit ihr ansehen. Also saßen wir zu dritt in der Küche und gingen diverse Obst- und Gemüsesorten durch. Dabei bestätigte sich, was ich schon vermutete hatte: Sie spricht (anscheinend) super deutlich und ohne Dialekt oder so. Alles, was sie sagte, klang wie aus dem Lehrbuch, das fand ich sehr faszinierend und angenehm.

Da dieses Buch ja jetzt nicht sooo viel Text enthält, beschloss ich, die deutschen Begriffe jeweils daneben zu schreiben. Bei einigen musste ich nämlich länger überlegen und bei sehr vielen hatte ich keine Ahnung, was das überhaupt war. Interessant fand ich, dass die Mango oder die Litschi auf Chinesisch und Deutsch nahezu gleich heißen. Der „Chinakohl“ heißt auch auf Englisch „Chinese Cabbage“, „Rotkohl“ hingegen „Purple Cabbage“. Was ja eigentlich logisch ist, ich finde auch, der ist eher lila als rot.

Abends setzte ich mich dann hin und notierte erstmal die deutschen Bezeichnungen, die ich problemlos wusste. Das waren zum Glück schon mal einige. Dennoch gab es viele Dinge, die mir total fremd waren und viele, die ich so auch nicht auf Anhieb nicht finden konnte. Das war echt nervig.  Weiterlesen

2017/04/09: Tatütata, die Feuerwehr ist da!

feuerwehr-1Heute war ein aufregender Tag für Felix. Dieser ist nämlich Feuerwehr-Fan und durfte ein paar Feuerwehrautos aus der Nähe betrachten. Nein, keine Sorge, es hat nicht gebrannt oder so. Das kam so…

Wir fahren ab und an an einer Feuerwehrstation vorbei. Bei der sind die Tore normalerweise geschlossen und diese also nur mittelmäßig spannend. Doch heute nicht. Alle Tore waren weit geöffnet und vor jedem stand ein anderes Feuerwehrauto. „Guck mal, Felix!“ riefen wir aufgeregt, der gerade woanders hinsah. Wie ordentlich trainierte Eltern das halt so machen. ;) (Alle Eltern, die auch ohne Kind im Auto nach Baggern, Kränen, Müllabfuhr, Feuerwehr, Polizei und so weiter Ausschau halten, kennen das.)

Dann sahen wir, dass da mehrere kleine Kinder herumliefen und Feuerwehrkostüme trugen. Man muss Chancen ja nutzen und so baten wir den Fahrer wild gestikulierend, dass er doch bitte dorthin fahren möge. Der war etwas verwirrt, denn die Mitte der Fahrbahn ist bepflanzt und man muss erst eine Weile weiter fahren und dann einen U-Turn machen und generell fand er unserer Wunsch verbunden mit der plötzlichen Aufregung wohl irgendwie seltsam. Weiterlesen

2017/04/08: Ich hab ’ne Tante aus Marokko und die kommt…

Hihi. Hab ich gar nicht. Aber ihr den Satz automatisch ergänzt und nun einen .! :D

Und falls ihr euch denkt „Ok, jetzt spinnt die Alte völlig!“ – Ich meine dieses Lied:

Wenn ihr aus Deutschland kommt, kennt ihr das vermutlich. Felix kannte es noch nicht. Obwohl ich ihm schon immer diverse Kinderlieder vorgesungen habe, waren da nun mal nicht alle Gängigen bei. Bei vielen kann ich den Text nur bruchstückhaft, einige mag ich nicht und dann kenne ich natürlich auch nicht alle. Da gibt es ja auch Modeerscheinungen, regionale Vorlieben und so weiter. Deswegen habe ich da ungeplant immer eine Vorauswahl getroffen. Viele Eltern lassen ja CDs mit Kinderliedern laufen, aber die treiben mich nach einer Weile meistens in den Wahnsinn und ich kann sie dann nicht mehr ertragen, deswegen kommt das bei uns selten vor.    Weiterlesen