2016/04/19: Freizeitstress

Dienstag war ich voll im Freizeitstress. Pascal hat extra Home Office gemacht, damit ich die ganze Zeit das Auto haben konnte. Und das war auch nötig.

Der Tag begann chaotisch. Felix Kindergartengruppe hat einen Ausflug in den Century Park gemacht. Dafür sollten die Kinder erst in die Kita kommen und konnten wahlweise mit den Eltern oder dem Schulbus fahren. Ich wollte ihm die Fahrt mit dem Bus gönnen, weil er das so gerne macht. Pascal brachte ihn also wie gewohnt hin und dann hätte ich eigentlich auch schon losfahren sollen.

Weil ich aber irgendwie getrödelt hatte und – wie das eben so ist – natürlich ein paar Sachen wesentlich länger dauerten als gedacht, war ich dann schon spät dran, als ich das Haus verließ. Ich hätte es eigentlich so gerade eben noch rechtzeitig zum Treffpunkt am Park geschafft. Dummerweise gibt es eine neue Richtlinie, dass die Fahrer nicht mehr vorm Haus warten dürfen, sondern außerhalb des Compounds. Das ist sowieso schon voll ätzend, an dem Tag war es das aber besonders. Der Fahrer hatte meine Nachricht anscheinend nicht richtig verstanden und selbst irgendwie gebummelt und war wohl zu Hause oder weiß der Himmel. Ich stand wie Rumpelstilzchen im Eingang und kochte vor Wut. Das ist eher selten. Aber ich hatte ja auch geschlagene zwanzig Minuten Zeit dazu, mich aufzuregen. Um 09:29 Uhr kam er an, um halb hätte ich am Century Park sein müssen. Zu diesem Zeitpunkt hatte er dann auch gecheckt, dass ich echt sauer und viel zu spät war, er fuhr sehr, äh, sportlich und als er dann den entsprechenden Eingang nicht fand, fragte er noch diverse Verkehrspolizisten um Rat.

Das war auch so ’ne Story für sich: An der Abbiegerspur einer großen Kreuzung machte er an der roten Ampel einfach die Warnblinker an, stieg aus, rannte zu diesem Verkehrspolizisten in der Mitte, diskutierte wild mit ihm, mittlerweile wurde es grün und… Ich starb innerlich tausend Tode. So ähnlich war das dann noch mal eine Straße weiter und ich sag’s mal so: Die waren echt hilfsbereit. 

Endlich angekommen, rannte ich zum Kassenhäuschen (der Park kostet 10 RMB Eintritt, also knapp 1,50 EUR), weckte die darin ein Nickerchen haltende Kassiererin (China halt, ’ne?), und fummelte derweil das Handy aus der Tasche, weil mir eine andere Mutter den Weg dirigieren sollte. Die Sonne knallte, ich sah trotz der höchstem Einstellung fast nichts auf dem Display, hatte sie dann aber an der Strippe und wusste ungefähr, wo lang. In dem Teil des Parks war ich zwar noch nie, hoffte aber, dass ich alle finden würde. Mittlerweile war ich nämlich schon über zwanzig Minuten zu spät und dieser Ausflug sollte mit Elternbegleitung stattfinden.

Direkt am Eingang sprühten sie sehr großzügig Pestizide. Also… Ich verstehe das ja, aber ich fand es jetzt nur so mittelgut, durch so eine Dusche laufen zu müssen. Kann man das auf dem Foto erkennen? Ich hatte das Handy ja eh in der Hand und die zwei Sekunden hatte ich dann auch noch übrig. Allerdings sah ich jetzt erst, dass man das Sprayen gar nicht so gut erkennen kann.

Schließlich fand ich die Gruppe auf einer riesigen Wiese und dankte der einen Erzieherin noch mal für ihre knallbunte Haarfarbe, denn die leuchtete und in der Sonne richtig schön bunt und ich konnte die Gruppe als die unsere identifizieren. Mittlerweile war mir unglaublich heiß, obwohl ich nur ein weites T-Shirt trug und sah mein schnell schwitzendes Kind mit Sonnenhut, aber auch mit Sweatshirt-Jacke. Unter der er ein langärmeliges Shirt trug. Morgens war es nämlich noch kalt gewesen. NATÜRLICH wollte er die Jacke erst später ausziehen, denn die hatte er ja morgens gar nicht erst anziehen wollen. Kleinkindlogik halt.

Das Picknick war sehr lustig und nach anderthalb Stunden auch schon wieder zu Ende. Das war mir auch echt recht, denn die Sonne brannte und es war unglaublich hell und ich kann das nicht so gut ab. Angeblich waren es nur 21 Grad, aber gefühlt war es locker wie 31.

Felix fuhr mit dem Schulbus zurück in die Kita, ich nahm noch besagte Freundin plus Baby mit und fuhr zu uns nach Hause. Mein Mann und ich wollten zusammen Mittag Essen. Das ist ein besonders cooles Feature am Home Office. Wir wollten endlich mal wieder ins „Element Fresh“, bei dem wir schon lange nicht mehr waren. Dort und überall drumherum war es aber mega voll (was war da los…?!?) und wir bekamen keinen Tisch. Also entschieden wir spontan, nebenan ins „Hooters“ zu gehen.

Dazu muss ich folgendes sagen: Wir waren da schon mal ganz am Anfang, als wir frisch hier wohnten. Da war es aber unheimlich teuer, obwohl ich ein paar Wochen später dachte, das war wahrscheinlich gar nicht so krass, wir waren die Shanghai-Preise nur noch nicht gewohnt. Allerdings war das Essen auch nicht sooo toll, was ich vom Hooters so nicht kannte.

+++ ACHTUNG, PSEUDO-SEXISTISCHER INHALT, WEM DAS AUS PRINZIP NICHT GEFÄLLT, LESE BITTE UNTER DEM HINWEIS WEITER! +++

Außerdem fand ich es komisch, dass die Kellnerinnen gar nicht ins Klischee passten. Die knappe Bekleidung war vorhanden, aber die Bedienungen waren alle nicht besonders hübsch und obenherum flach. Was bei den Tops halt irgendwie albern ist. Also ich gehe ja nicht wegen der B*rüste hin, da kann ich auch meine eigenen angucken. Aber ich fand es bemerkenswert.

+++ ACHTUNG, SEXISTISCHER INHALT ENDE! +++

An dem Tag war aber alles anders. Das Essen war richtig super – die Cheese Sticks vom Foto waren sehr knoblauchlästig, aber richtig lecker und die Curly Fries waren erstens Curly Fries (wann habe ich sowas zuletzt gegessen?) und knusprig. Das ist hier auch nicht alltäglich. Pascal hast einen Burger, der zwar wie gewünscht well done, aber dennoch saftig war. Auch das finde ich erwähnenswert.

Die Kellnerinnen entsprachen dem Klischee. Was ich äußerst amüsant fand. „Unsere“ malte ihren Namen mit Herzchen auf die Serviette und, äh ja. Es war wie aus einem Werbefilmchen.

Danach fuhren wir wieder nach Hause und ich konnte eine knappe Stunde lang ein paar organisatorische Sachen erledigen, Mails checken und mal ganz kurz Löcher in die Luft gucken. Die ging rasend schnell vorbei.

Dann packte ich unsere Siebensachen plus Roller und die Gefährte der Nachbarskinder ein, weil wir zur Spielgruppe fuhren, die bei reihum stattfindet. Dort amüsierten wir uns alle. Wir rannten den Kindern und die sich gegenseitig hinterher, die älteren Kinder stritten sich, wer der Dieb und wer die Polizei wäre, die kleineren führten vermutlich ähnliche Gespräche, nur brabbelnder… Spielgruppe eben. ;)

Im Anschluss fuhr ich wieder nach Hause, zog mich schnell um, stieg wieder ins Auto und fuhr zum Bund. Dort war ich nämlich in einem fancy Lokal verabredet. Links auf dem Foto sieht man den Blick aus dem Fenster. Also wenn ihr ein bisschen ausgefalleneres italienisches Essen mögt, kann ich euch das „Mercato“ im „Three on the Bund“ sehr empfehlen. Ich war da schon mehrfach und ich mag das da.

Und ja, bevor einer fragt: An dem Tag war ich zwei Mal auswärts essen. Weil ich es kann. Man muss die Feste feiern, wie sie fallen.

Dort war ich mit einer Leserin, die bald herzieht und einer Freundin von ihr, die momentan hier arbeitet, verabredet. Es war ein total lustiger Abend, wir haben alle viel gelacht und es war, als würden wir uns schon lange kennen. Im Anschluss sind wir noch zum Bund gegangen, haben die Skyline bewundert, Fotos und natürlich Selfies geschossen. Wie man das halt so macht. Dann gingen pünktlich die Lichter aus und wir langsam nach Hause.

Der Tag war echt lang und hatte viele Stationen, die locker für mehrere Tage gereicht hätten. Aber zum Glück ist nicht jeder Tag zu vollgepackt. Schön war’s.

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