2017/04/07: Vom Urin-Indikatoren, Starthilfe und Importen

Ich bin heute wahnsinnig müde. Schätzungsweise ist das der Jahreszeitenwechsel, der mir zu schaffen macht. Und endlich mal wieder eine sich anbahnende Erkältung. Und dass Kitaferien sind. Und überhaupt.

A propos „Kitaferien“, hier mal ein kleiner Exkurs in ein Windelthema. Die Tage habe ich eine neue Packung Pampers aufgemacht und mich gewundert, dass da ein hellgelber Streifen längs über die Windel geht. Ich dachte an einen Fehldruck und dachte mir nichts dabei. (Windeln sind nämlich meist bedruckt. Falls sich das einer fragt.)

Beim erneuten Wickeln bemerkte ich, dass der Grün geworden war. Und ziemlich langsam dämmerte es mir. Aha! Die gibt’s jetzt also anscheinend mit Urin-Indikator. Das war ganz neu, als Felix klein war. Klingt wahnsinnig spektakulär, ist aber eben nur ein dünner farbiger Streifen, der sich dann verfärbt, wenn das Zeug in der Windel feucht wird. Wenn man noch so ein ganz kleines Baby und keine Erfahrung mit Wickeln hat, ist das sicherlich sinnvoll. Wer unsicher ist, ob die Windel schon feucht genug zum Wechseln ist, guckt sich dann den Streifen an und weiß Bescheid. Und er Theorie. In der Praxis klappt das wohl nicht immer.

Gerade bei Nierenproblemen ist das wohl sehr hilfreich, aber eigentlich habe ich davon keine Ahnung. Da gibt’s aber wohl auch so Messgeräte, die man da drauf legen kann. Hab ich neulich mal zufällig irgendwo auf einer Eltern-Seite gesehen.

Wie gesagt, das ist ja ganz schön, aber bei Windelgröße XL (das System ist hier anders als in Deutschland, ich glaube, das entspricht etwa Größe 4+ oder 5), ist das in meinen Augen ein bisschen sinnlos. Da hat man eigentlich schon ganz gut raus, das anderweitig zu bemerken, ob ein Wechsel nötig ist oder nicht.

Pascal ist der Meinung, dass das eher überflüssig ist, denn wenn man das Kind soweit entkleidet hat, dass man den Indikatorstreifen sieht (oder dieses Gerät benutzen würde), kann man die auch gleich wechseln.

Naja. Bei Twitter erfuhr ich, dass dieser Indikator nun bei einer Sorte für alle Größen eingeführt wird. Auf unserer Packung war das allerdings nicht vermerkt. Die ist ja sowieso mit chinesischen Schriftzeichen versehen, die ich nicht lesen kann, aber es sind ja auch Zeichnungen dabei. ;) Anscheinend ist es eine Fehlproduktion beziehungsweise die Verpackung wurde noch nicht angepasst. So gab es also ein Windel-Upgrade für uns.

Es ist nur so mittelmäßig interessant, schätze ich. Aber offensichtlich hatte ich zu diesem Thema Redebedarf.

A propos „Redebedarf“: Heute habe ich viel mit einer äußerst sympathischen Leserin gechattet, die demnächst hierher zieht. Einige ihrer Fragen hatte sie schon mithilfe meines Blog beantworten können. Das macht mich ein bisschen stolz – soll noch mal einer sagen, hier gäbe es keinen Mehrwert. ;) Einige andere Themen haben wir dann auch noch besprochen. Dabei merke ich immer wieder, dass ich inzwischen doch ganz schön viel über mein vorübergehendes Zuhause weiß. Und vieles auch nicht.

Ich hatte mal darüber nachgedacht, ein paar praktische Tipps hier einfließen zu lassen. Möglichst nicht zu ausufernd, aber schon mit kurzer Begründung. Warum wir welchen Air Purifier haben, dass man sich einen VPN-Account schon in Deutschland installieren sollte… Sowas eben. Allerdings tu ich mich damit furchtbar schwer, das mal für längerfristig aufzuschreiben, denn es ändert sich so schnell was.

Bevor wir kamen, haben wir von Kollegen, die gerade erst zurückgekehrt waren, Infos über Ayi-Preise erhalten. Die standen in keinem Verhältnis zu dem, was man momentan zahlt. Oder in einem Forum las ich irgendwo, man bekäme hier ganz schlecht Backpapier und Alufolie und wenn, nur sehr teuer. Also packte ich welche mit in die Seefracht. Allerdings kann ich dieses These nun so gar nicht bestätigen, denn das bekomme ich hier beides und auch jetzt nicht unverhältnismäßig teuer. Also klar, schon für einen höheren Preis als in Deutschland, aber… Ich ziehe da mal eine Augenbraue hoch. Das ist, wie wenn ich sonst immer die von der Eigenmarke kaufe und dann die von Toppits nehmen muss. Bei den Preisen, die man hier für Vieles zahlt, fällt das echt nicht ins Gewicht. Es sei denn, man möchte sich ein Haus komplett mit Alufolie tapezieren. In dem Fall würde ich schon schlucken, könnte aber eh nichts machen, weil ich so viel gar nicht hätte in die Seefracht packen dürfen.

Über dieses Preis-Ding könnte ich eh stundenlang quatschen. „Kleinvieh macht auch Mist.“, „Wer den Pfennig nicht ehrt, ist den Taler nicht wert.“… Das mag ja alles richtig sein, aber man darf auch nicht vergessen, dass ganz schön viele Schwaben hierher ziehen. ;)

A propos „Pfennigfuchser“: Ich habe mir nun diverse Sachen mitbringen lasse beziehungsweise bekomme die demnächst mitgebracht. Vieles, was es hier nicht gibt. Wie zum Beispiel den guten heimischen Löwensenf. Hier gibt es viel französischen Senf und diesen extrem gelben amerikanischen und den von Thomy. Gerade zu Letzterem kann ich nur sagen: Ich hab den nochmal probiert, aber… Neee. Den mag ich einfach nicht, der schmeckt irgendwie immer nach Ei.

Außerdem Einiges, was hier einfach so abartig teuer ist oder was man hier nur in einer kleinen Auswahl bekommt. Deo zum Beispiel. Oder Tampons. Oder eine Lego-Platte. Die wiegt ja nun wirklich nichts und kann gut transportiert werden. Weil die hier einfach unverhältnismäßig teuer ist. Oder eine bestimmte Handcreme („wuta Kamille“), die hier lächerliche elf Euro kostet anstatt maximal einen Euro fünfzig. Und ja, ich meine bei beidem den Tubenpreis.

Meine Eltern und Schwiegereltern mussten jetzt als Post-Station herhalten. Das tut mir leid und ich bedanke mich noch mal ganz herzlich dafür. genauso wie ich mich bei allen, die mir regelmäßig Zeug mitbringen, bedanke. Ihr seid super! <3

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4 Gedanken zu “2017/04/07: Vom Urin-Indikatoren, Starthilfe und Importen

  1. Windeln scheinen ja eine Wissenschaft für sich zu sein ;-)

    Mit dem Gedanken an solche „Überlebenstipps“ habe ich auch oft gespielt und ihn jedes Mal wieder verworfen. Ich bin für so was einfach nicht geeignet. Merke ich auch bei deinem Artikel. Backpapier? Weder backe ich, noch wohne ich in Wohnungen mit Backofen. Alufolie? Wofür braucht man das? Senf importieren? :-D

    Um mal die Klischees zu bemühen: Ich backe kein eigenes Brot (noch kaufe ich welches), ich züchte keine eigenen Hefekulturen und mache keinen Joghurt selbst, kaufe mir auch nur alle Jubeljahre mal einen. Es ist mir einfach eine fremde Welt …

    Außerdem kommen Expats gut ohne meine Tipps aus. Die sind drei Wochen da und finden sich bestens zurecht. Ich war nach vier Jahren immer noch nicht in einem City Shop …

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    • Man KANN halt aus allem ne Wissenschaft machen, wenn man will. ;)

      Ja, genau so denke ich mir das nämlich auch. Wenn ich mit anderen Expats so rede, dann vermisst eigentlich jeder was anderes oder legt auf was anderes wert. Ich habe tatsächlich mal vor dem Umzug übers Joghurtmachen nachgedacht. Aber da ich hier die Einzige bin, die den isst und dann auch nur ab und zu… Tja. Es ändert sich auch immer alles so schnell. Ich nenne es immer das „Cherry-Cola-Phänomen“. Mal gibt es die überall, mal nirgendwo und immer in verschiedenen Läden. Und dann auch zu völlig unterschiedlichen Preisen. (Dazu muss ich wirklich noch mal bloggen. )

      Ich lasse viel Kohle im City Shop, aber ich gucke da auch immer, was ich kaufe. Felix darf sich manchmal Kekse aussuchen und wenn das dann (zufällig) die für 50 RMB aufwärts sind, muss er dann auch andere nehmen. Es ist immer so eine Gratwanderung, was man „braucht“ und was nicht.

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  2. Hab Ich jetzt erst gelesen :) freue mich wirklich über den Blog! Viele kleine Dinge, die man sonst vielleicht ewig suchen müsste. Danke für deine Unterstützung!

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