Ich muss mir mal wieder Luft machen

Nennt es Stocknolm-Syndrom, aber man gewöhnt sich daran, dass die Luft oft schlecht ist. Ich kenne Expats, die interessiert das nicht die Bohne, wie die Luftwerte sind und welche, die dahingehend schon eher hysterisch sind. Nun kommt das ja alles auch auf die Umstände an. Schwangere und Familien mit kleinen Babys oder Leute mit chronischen Atemwegserkrankungen sollten natürlich vorsichtiger sein, als andere.

Pascal und ich haben als Eltern einen Umgang damit gefunden, der uns sinnvoll erscheint. Den kann man so pauschal nicht beschreiben, das ist zu komplex. Wir treffen unsere Entscheidung immer aus dem Bauch heraus und so, wie wir es in dem Moment für angemessen halten.

Seit einigen Tagen wird es wieder wärmer, gleichzeitig ist die Luft leider eher schlecht und schwankt so zwischen 140 und 190 herum. Ich behaupte, der Durchschnittswert der letzten Tagen lag so bei 160. Bei 150 beginnt der „rote“ Bereich. Eine Übersicht dazu gibt es zum Beispiel hier (*klick*). Für uns bedeutet das also normalerweise, dass wir schon ‚rausgehen, aber eben nicht so lange.

Am Dienstag war morgens strahlender Sonnenschein und ich war mit meinen Eltern unterwegs. Da habe ich übrigens keine Fotos gemacht. Nachmittags zogen Wolken auf, das Wetter war aber dennoch schön und die Werte knapp über 150. Wir entschieden, für ein zwei Stunden in den chinesischen Garten bei uns auf dem Compound zu gehen. Den kannten meine Eltern nämlich noch nicht und der ist ziemlich cool. Alles war prima. Die Luftwerte hätten natürlich besser sein können, doch ich fand sie absolut vertretbar. Die Luft war frisch und es war ein schöner Nachmittag.

Abends lag ich als Einschlafbegleitung neben Felix und surfte. Bei stern.de wollte ich mich zu einer Bildergalerie des Tages klicken. Doch weiter als das erste Bild kam ich nicht und ärgerte mich. Sehr.

Quelle: Screenshot stern.de, 29. März 2016, 22:40 Uhr Ortszeit

Gleich darauf suchte ich ein Foto, das ich an diesem Nachmittag gemacht hatte, zum Vergleich heraus:

Der Himmel ist gräulich und nicht blau, aber so ist das halt, wenn Wolken den Himmel verhängen. Das hat nichts mit Smog zu tun. Und wie ich in dem Tweet weiter oben schon erklärte: Das andere Foto wurde vermutlich in den frühen Morgenstunden bei Sonnenaufgang aufgenommen.

Anscheinend hatten diverse Nachrichtenseiten dieses Foto gezeigt, weil es von einer Nachrichtenagentur herausgegeben wurde. Genervt schrieb ich „Ich mach demnächst auch einfach irgendwelche stimmungsvollen Fotos und schick die als Pressemeldung raus.“ – Mich ärgert das so!

Ja, die Luft ist schlecht. Ja, das ist blöd. Ja, das sollte nicht so bleiben. Ja, das ist ein Thema, bei dem man am Ball bleiben sollte.

Allerdings ist das der falsche Weg, einfach ein manipulierendes Bild zu verwenden. Klar wirkt das spannend, erweckt Aufmerksamkeit und sieht viel dramatischer aus. Leider ist es aber nun mal hauptsächlich Morgennebel und kein Smog. Witzigerweise wurde in der Bildunterschrift ja sogar das Wort „Dunst“ verwendet, nur so, dass man es trotzdem auf den Smog bezieht.

Ich habe nicht viel Ahnung von Meteorologie, doch wir befinden uns hier relativ nah am Meer und momentan ist der Jahreszeitenwechsel im vollen Gange. Da steigt die Luftfeuchtigkeit teilweise sprunghaft an und ach… Ist doch eigentlich auch egal. Bevor ich mir hier in stümperhaften Erklärungen verliere, gehe ich da jetzt nicht weiter drauf ein. Und schmolle ein bisschen weiter.

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