Anekdote #44: Alle haben frei. Alle. ALLE? Ok: Fast alle.

Ich muss noch mal was zu Chinese New Year loswerden. Da haben nämlich alle frei. Mindestens drei Tage, an denen alles geschlossen hat und auch die Ayis und Fahrer nicht arbeiten müssen. (Oder aber sehr viel mehr Geld bekommen als sonst.) Die meisten Firmen haben auch die ganze Woche zu.

„Ja, wie…?“ fragen die meisten daraufhin und sind ganz fasziniert. „Und dann haben die alle frei und alles ist geschlossen? Aber wie geht denn das?“.

Tja nun.

„Und was ist mit Taxis? Öffentlichen Verkehrsmitteln? Restaurants? Das geht ja gar nicht!“ sagen viele und triumphieren dann „Aber die Krankenhäuser? Die haben doch bestimmt geöffnet!“.

Leute… Lasst mich mal kurz mit den Augen rollen.

Wie ist das denn bei uns an Weihnachten? Na? Jetzt denkt mal ganz scharf nach. Krankenhäuser haben geöffnet, es werden aber keine geplanten Operationen gemacht. Es fahren Busse und Bahnen, einige Restaurants haben eingeschränkt geöffnet… Es läuft halt alles auf Sparflamme.

„Ja, gut. Aber dann haben die meisten Angestellten noch die ganze Woche frei? Das KANN ja gar nicht gehen!!“

Nicht? Und in Deutschland ist „zwischen den Tagen“ jedes Büro komplett besetzt? Betriebsferien hat auch keiner? Ach doch? Eben.

We’ll do it the chinese way #14: Von spiritueller Erleuchtung

Sonntag Abend stand ich in der Küche und bereitete gerade das Abendessen zu. Die Spülmaschine lief, die Dunstabzugshaube dröhnte und während es in der Pfanne brutzelte und ich an Dies und Jenes dachte, nahm ich plötzlich einen leichten Duft nach etwas wahr, das nicht in das Szenario passte.

Ich stutzte. Das kannte ich, aber was war das…? War das etwa… Weihrauch…???

Obwohl ich den Geruch direkt richtig eingeordnet hatte, weigerte mein Hirn sich, diese Information zu akzeptieren. Dann war er auch schon wieder verflogen und ich dachte an was anderes. Doch, hey, da war schon wieder dieser leichte… Was war denn da los?

Mir war das suspekt. Kurz dachte ich, vielleicht kündigt sich eine Engelserscheinung an. Aber das wäre ein wirklich kurioser Zeitpunkt und außerdem wird der von Rosenduft eingeleitet. Das habe ich zumindest gelesen. Ich grinste ein bisschen. „Jetzt drehst du völlig durch!“ murmelte ich und widmete mich wieder dem Essen.

Plötzlich roch es leicht verbrannt. „Na super!“ brummelte ich grimmig. Kurz zuvor war die Spülmaschine ausgelaufen und ich hatte Sorge, dass da was durchgeschmort war. Das war vor ziemlich genau einem Jahr nämlich schon mal so.

Da ich das Essen nicht anbrennen lassen wollte (der Gasherd und ich kämpften einen kleinen Machtkampf), mich der stärker werdende Geruch aber gleichzeitig nervös machte, rief ich meinen Mann herbei. Pascal kam in die Küche und stellte fest, dass es eindeutig nicht die Spülmaschine war. Das Essen war es aber auch nicht. Hmmm.  Weiterlesen

Xīn Nián Kuài Lè – 新年快乐 – Happy Chinese New Year

Etwas spät, ich weiß, aber:

Xīn Nián Kuài Lè – 新年快乐 – Happy Chinese New Year!

Dieses Jahr ist das Jahr des Affen und ich freue mich drauf. Bisher ist es leider nicht so super angelaufen, weil Pascal und ich krank sind, aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass sich das Jahr noch steigert. ;)

Bis dahin quäle ich euch mit einem Ohrwurm, der mich seit der Chinese-New-Year-Party im Kindergarten verfolgt. Nicht, dass ich mitsingen könnte, aber das macht den Kinderchor in meinem Kopf noch viel schlimmer.

Ich hoffe, das Video funktioniert bei euch. Es müsste eigentlich und das Video ist schön bunt. Viel Spaß! :)

Frohes Neues und viele Grüße aus Shanghai,
Mareike

Chinese New Year und Karneval

Dieses Jahr fallen Chinese New Year und Karneval zusammen. Letztes Jahr war das genauso. Ich habe mich gefragt, ob das immer der Fall ist und das mal kurz für euch recherchiert.

Wikipedia sagt zur Berechnung von „Chinese New Year“ folgendes (*klick* für die Quelle):

„Chinesisches Neujahrsfest, auch: Frühlingsfest (Neujahr des chinesischen Kalenders), fällt auf den zweiten oder seltener dritten Neumond nach der Wintersonnenwende zwischen dem 21. Januar und 21. Februar.“

Wikipedia sagt zur Berechnung des Rosenmontagstermins folgendes (*klick* für die Quelle):

„Der Termin des Rosenmontags liegt immer 48 Tage vor dem Ostersonntag und wird (…) nach der Osterformel des beweglichen Ostersonntags berechnet.

Häufigkeit der Termine

  • Von 1900 bis 2009 fiel der Rosenmontag jeweils neunmal auf den 11., 15., 23. oder 27. Februar.
  • Am seltensten, nämlich nur jeweils einmal, fiel der Rosenmontag in dieser Zeit auf den 3., 4. (2008, kürzeste Session seit 95 Jahren und für die nächsten 152 Jahre) und 5. Februar, gefolgt vom zweifachen Vorkommen des 7. und 8. März.
  • Der späteste mögliche Termin überhaupt ist der 8. März, letztmals 1943, das nächste Mal im Jahr 2038.“

–> Wenn ich das richtig verstehe, fällt Rosenmontag also immer in den Zeitraum zwischen dem 3. Februar und dem 8. März.

Also könnt ihr euch als Faustregel merken: Chinese New Year ist grob um Karneval herum. Oder ihr guckt einfach online nach. ;)

Ich bin ein Gänseblümchen. Von vereisten Wasserleitungen. Teil 2.

EisLetzte Woche Dienstag schrieb ich über vereiste Wasserleitungen und wie ätzend das war. Das war aber noch nicht das ganze Drama im Gange. Nein. Es wurde nämlich noch schlimmer. Und zwar viel schlimmer!

Ich hoffe, ich habe nichts durcheinander gebracht, das Ganze ist ja nun schon ein paar Tage her, es ist ein leicht verschwommener Albtraum und sehr anstrengend.

Obwohl ich Vieles eigentlich nur angerissen habe, ist der Text daher echt lang geworden.

Erst einmal der Stand von letzter Woche zum Nachlesen oder wieder auffrischen: „2016/02/26: Ich bin ein Gänseblümchen. Von vereisten Wasserleitungen.“ – Nachreichen möchte ich hiermit noch ein Bild des pittoresk gefrorenen Wasserfalls an der Hausfassade. Da sieht man auch mal diese zweckmäßigen „Balkone“, auf denen die Geräte stehen.

Krass, oder? Das war auch ein Spaß, als das nachher alles abtaute.

Zuerst hatten wie Dienstag weiterhin „nur“ kein heißes Wasser. Ich hörte, dass in anderen Teilen des Compounds das Wasser für ein komplettes Gebäude und 24 Stunden abgestellt worden wäre und sonstige Horrormeldungen. Mittags stellte ich plötzlich fest, dass wir in Sachen Wasser nur noch ein kleines Rinnsal hatten. Zum Händewaschen ging es so gerade noch, für die Klospülung wurde es schon zum Problem, ging aber gerade noch so, wenn man zwischen zwei Nutzungen länger wartete.

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Anekdote #43: My monkey business

mapleDie Tage bekam ich eine SMS mit rein chinesischem Inhalt. Sicherheitshalber kopierte ich mir den Text in das Übersetzungsprogramm und heraus kam das, was ihr links auf dem Screenshot steht.

OK, es war anscheinend eine Glückwunsch-SMS zum chinesischen Neujahr. Aber ansonsten… Hä?

Ich habe ein „monkey business“? Good to know, darum sollte ich mich vielleicht mal kümmern. ;) Aber nett, dass man ihm Freude und gute Gesundheit wünscht.

Vor allem war ich jedoch wegen des Absenders verwirrt. „Maple International Women and Children Hospital“ sagte mir nämlich so gar nichts. Ich legte mein Handy und damit auch den Gedanken beiseite.

Abends bekam ich die SMS dann noch mal, allerdings mit englischem Inhalt. Und plötzlich ergab alles Sinn!

Das Krankenhaus heißt nämlich „Red Leaf“ und hat als Logo ein rotes Ahornblatt. Was heißt „Ahorn“ auf Englisch? Genau, „Maple“. Im Chinesischen wird sinngemäß übersetzt, es wird also dasselbe Zeichen haben.

Ach so!