Von Vorbereitungen. Eigentlich. Und uneigentlich auch.

Unsere Zeit hier ist Ende des Jahres ‚rum. Eigentlich ist es noch ganz weit weg. Uneigentlich rast die Zeit aber und das macht mich ganz wahnsinnig.

Vor Kurzem gingen zwei befreundete Familien zurück und eine weitere nächste Woche. Das ist ganz schön blöd. Führt es mir doch auch mal wieder vor Augen, dass unser Aufenthalt hier begrenzt ist.

Vorhin habe ich mich mit dem Thema „Kita“ beziehungsweise „Kindergarten“ auseinandergesetzt. Wir möchten gerne, dass Felix so schnell wie möglich in den Kindergarten kann,w ein wir zurückziehen. Optimalerweise natürlich in denselben, in der er schon in der U3-Betreuung war. Der ist nämlich sehr schön und er hat sich dort sehr wohl gefühlt.

Ich dachte eigentlich, ich wäre voll früh damit dran, wenn ich mich jetzt an die Einrichtung wende. Umeigentlich bin ich das aber gar nicht, weil wir uns ganz normal für das kommende Jahr bewerben müssen. Das im August beginnt. Und über dessen Platzvergabe Ende des Monats bestimmt wird.

Hahahahaha. Sie sehen mich leicht hysterisch lachen. In Düsseldorf läuft sowas nämlich zentral über den Kita-Navigator und… Ach, eigentlich will ich da gar nicht im Detail drauf eingehen. Uneigentlich wäre das nicht schlecht, weil ich so meine Gedanken sortieren könnte.

Es ist kompliziert.

Eigentlich will ich auch noch gar nicht an unsere Rückkehr denken. Umeigentlich muss ich das aber gerade in letzter Zeit oft, weil eben einige aus meinem direkten Umfeld zurückgingen. Es ist ja auch nicht so, als würden wir uns alle nicht unterhalten. Da kommt man schon ins Grübeln. Machste nix.

Außerdem rast die Zeit echt wie bekloppt und wir müssen schon seit einiger Zeit planen, was wir überhaupt noch alles machen beziehungsweise angucken wollen. Wir haben zum Beispiel gesagt, wir können ja nicht in China wohnen und dann nicht die Mauer gesehen haben. Da ist auch schon was Konkretes in Planung. Aber wenn das Jahr gesundheitlich so weitergeht, wird das echt ein Spaß. Nicht. Auch der Rest der Planung ist nicht so einfach und kompliziert. Pascal hat zum Beispiel nur wenig Urlaub. Und ich bin nur bedingt reiselustig. Einige Dinge finde ich mit Kleinkind auch einfach unnötig anstrengend. Das klingt für manche nach Ausrede, man muss ja die Welt sehen, blablabla, aber ich finde, man muss den Kurzen jetzt auch nicht ständig ins Flugzeug setzen und seinen Alltag durcheinanderwürfeln.

Wie dem auch sei, ich kann und will meinen drei Lesern echt nicht immer zumuten, in meine komplexen und durchaus kuriosen Gedankengänge einzudringen. Da tippt man sich teilweise nur an die Stirn. Selbst, wenn man ich selbst bin. ;) Der Hashtag beziehungsweise die Kategorie „#esistnichtimmerleichtichzusein“ kommt halt auch nicht von Ungefähr.

Zu allem Gegrübel kommen so Sachen wie Planungen von Projekten. Manche will ich gar nicht übernehmen, weil ich die dann doch nicht zu Ende führen kann beziehungsweise dann schon bald eine Nachfolge suchen muss. Eigentlich wäre das bescheuert. Uneigentlich muss es halt jemand machen und wir sind alle nur auf Zeit hier.

Und dann kündigen sich ja weiter Besucher an und wir müssen schon mal überlegen, wann wir die Seefracht losschicken wollen und ob wir dann hier möbliert wohnen und wenn ja, wie wir das im Detail machen und überhaupt. Aaaaaah!

Eigentlich winke ich also allen Abreisenden hinterher, wische Tränken aus den Augenwinkeln und erstelle Fotoalben als Erinnerung. Und blicke nach vorne. Uneigentlich sehe ich damit aber auch unseren eigenen Abschied vor mir. Wer wir dann noch hier sein? Wer wird mir hinterher winken? Und wen werde ich bis dahin noch verabschieden müssen und wen werde ich noch alles kennenlernen?

Ich fühle mich gerade sehr wohl hier und will gar nicht zurück nach Deutschland. Auf eigene Faust werden wir aber nicht bleiben. Eigentlich freue ich mich natürlich auch auf viele Dinge, die wir dann in Deutschland wieder haben, machen können und so weiter. Uneigentlich gibt es aber auch Dinge, die ich dort sehr vermissen werde. Und Dinge, auf die ich keinen Bock habe.

Ich habe keine Lust auf diese Ungewissheit, wenn wir wieder kommen. Es klingt verrückt, weil wir ja vor über einem Jahr in die viel größere Ungewissheit in China aufbrachen. In Deutschland wissen wir ja, wie der Hase läuft.

Eigentlich. Uneigentlich ist das aber nicht so. Allein, wenn ich den ganzen Behördenirrsinn und den damit verbundenen Papierkram denke, wird mir schon ganz schlecht. Dann hat die Welt sich ja weitergedreht. Es wird sich viel verändert haben. Freundschaften sind nicht mehr dieselben. Ich bin nicht mehr dieselbe. Der Auslandsaufenthalt hat mich verändert, das ist nun mal so.

Das Abenteuer China fanden bisher alle Daheimgebliebenen interessant und das Verständnis, dass die Umgewöhnung schwierig ist, groß. Andersherum wird das aber nicht so sein. Dabei habe ich da auch gehörigen Respekt vor.

Eigentlich zermartere ich mir auch nicht die ganze Zeit meinen kleinen Dickschädel, was in ein paar Monaten ist. Das kann ich dann immer noch machen, wenn alles ansteht. Uneigentlich bin ich ich aber nun mal Ich und kann nicht anders.

Tja.

Und mit diesem Gedankengang gehe ich jetzt ins Bett. Eigentlich. Uneigentlich brauche ich vermutlich noch ein bisschen, bis ich soweit bin.;)

Viele Grüße aus Shanghai,
Mareike

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4 Gedanken zu “Von Vorbereitungen. Eigentlich. Und uneigentlich auch.

  1. Ich bin mal ganz eigennützig gespannt auf eure Erfahrungen. Ich habe jetzt schon den absoluten Horror davor, wenn wir nach Deutschland zurück gehen. Ich habe nicht den Hauch einer Ahnung, was man da alles machen muss… Ich habe ja Deutschland direkt nach dem Studium verlassen. Allen Papierkram haben daher sonst immer meine Eltern für mich erledigt. Und dann muss ich das für meine eigene Familie machen. Denn das Haselchen kann kaum Deutsch und ist da dann keine große Hilfe…

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    • Mit deutschem Papierkram habe ich mich ja bisher auch herumschlagen müssen. Und wir werden hoffentlich wieder Unterstützung durch die Firma bekommen. Es gibt Firmen, die sich auf sowas spezialisierte haben. Aber die halten ja auch nicht die ganze Zeit Händchen. ;) Es graut mir einfach davor. Das war allein schon so ein blöder Akt, das Kindergeld abzumelden, das Anmelden wird da sicherlich auch wieder ein Spaß. Wir sind ja aktuell nicht in Deutschland gemeldet und sind daher auch nicht kindergeldberechtigt. Um nur ein winziges Detail zu erwähnen. Einige Dokumente sind eingelagert, einige sind hier… Ach, das wird furchtbar. Vor allem, weil ich Papierkram eh schon wie die Pest hasse. *Augen-zuhalte-Smiley*

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