Aus dem Alltag: Kartoffel-Krise. Und Baguette-Bedürfnisse.

Ich hatte mir überlegt, mal wieder Kürbissuppe zu kochen. Da ich sowieso Wasser und diverse andere Sachen bestellen wollte, legte ich mir am Vortag alles bei Epermarket in den virtuellen Einkaufskorb. Hier kann man nämlich sehr gut online Lebensmittel einkaufen und das ist nicht nur enorm praktisch, sondern funktioniert auch mit Obst und Gemüse ziemlich gut.

In der Kürbissuppen-Variante, die ich immer mache, kommen auch Karotten und eben Kartoffeln hinein. Ja, ich weiß, die letztere sind nicht unbedingt nötig und ich könnte das Rezept ziemlich einfach anpassen. Aber so mögen wir die hier nun mal am liebsten.

Theoretisch hatte ich auch welche in den Einkaufswagen gelegt. Praktisch hatte das aber nicht geklappt. Ich erinnerte mich dunkel, dass beim Bestellen zwischendurch kurz das Internet war, aber ich hatte gedacht, das Hinzufügen hätte dennoch geklappt. Und eigentlich hatte ich gedacht, ich hätte die Liste am Ende noch mal kontrolliert. Hatte ich aber wohl auch nicht. Jetlag lässt grüßen! Gnaaaah. 

Jetzt hätte ich ja am Folgetag noch schnell irgendwo ‚reinspringen und welche besorgen können. Mal davon abgesehen, dass das innerhalb meines eh schon knappen Zeitplans etwas eng wird, treten nun aber Probleme auf.

Nachträglich online bestellen, war nicht drin. Das wäre vom Timing der Lieferung knapp geworden. Die können auch nicht einfach vor die Tür gelegt werden, weil ich die nur bar bezahlen kann. Wobei das Hauptproblem die Versandkosten sind. Ab einer gewissen Summe (die natürlich überall unterschiedlich ist), ist die Lieferung umsonst. Nur mit ein paar Kartoffeln erreiche ich die aber natürlich nicht und dann würde das unverhältnismäßig teuer.

In den Supermärkten drumherum oder auf meinem morgigen Weg wird es aber auch schwierig. Wie ihr euch vielleicht schon gedacht habt, sind Kartoffeln hier nicht so populär wie in Deutschland.

Online, auf Märkten oder in der Metro gibt es die schon mal in größeren Mengen, aber meistens bekommt man hier Gemüse in handlichen kleinen vorgefertigten Portionen abgepackt. Eigentlich finde ich das schon gut. Ich habe schon oft was gekocht, bei dem ich mir dachte, nun ja, also die Menge an Möhren hätte ich nun eigentlich nicht gebraucht. Aber wenn man mehrere braucht, ist das natürlich etwas doof. Jenachdem, wo man hingeht, gibt’s dann nämlich nur drei Packungen mit je zwei bis drei Kartoffeln und je nach Plan reicht das nicht.

Tja.

Aus Gründen, die ich euch nicht weiter erläutern möchte, kaufe ich im Supermarkt gegenüber kein Obst und Gemüse. Der kleine Expat-Supermarkt um die Ecke hat zwar öfter welche, aber in Zweierpacks. Und wenn ich Pech habe haben die nur noch einen da.

Ich überlegte also weiter, in welchen Supermarkts ich auf die Schnelle welche bekommen könnte, OHNE weit zu fahren oder OHNE dafür ein Vermögen zu zahlen. Als meine Schwiegermutter im Frühjahr zu Besuch war, hätten wir fast zwei Säckchen für insgesamt etwas über 60 RMB gekauft. Und knapp zwei Kilo Kartoffeln für neun Euro finde ich dann doch etwas teuer. Aber nur etwas. ;)

Am nächsten Morgen entschied ich mich dann, in die Super Brand Mail zu fahren. Draußen ist ein „City Super Markt“, da gibt es viel Importiertes. Wenn die das da nicht gehabt hätten, wäre ich in den großen im Inneren gegangen. Und wenn es da auch keine gegeben hätte, wäre ich noch mal eben zu dem kleinen Supermarkt gefahren und wenn die da auch keine haben würden, dann gäbe es eben Suppe ohne die bescheuerten Kartoffeln.

Wenigstens war schönes Wetter. Ich sprang beim City Markt aus dem Auto und drinnen sah ich mir die relativ kleine Obst- und Gemüseauswahl an. Bingo! Es gab Kartoffeln! Hurra! Zu einem ganz guten Preis und die Knollen sahen auch noch richtig gut aus. Die waren übrigens richtig gut! Muss ich mir merken!

„Glück muss man manchmal haben!“ jubelte ich und erstand noch zwei Kleinigkeiten und dachte mir, yeah, geil, jetzt hab ich ja noch richtig Zeit. Ich beschloss, das schöne Wetter zu genießen, erstand bei Starbucks ein Kaltgetränk und saß ein wenig am Flussufer. Es war verdammt kalt, aber tat sehr gut.

Beschwingt wollte ich unten in der Mall noch schnell Baguette und eine andere Kleinigkeit besorgen. Das hatte ich als unproblematischste Besorgung des Vormittags erachtet. Bei „Bread Talk“ gab es aber nur das mit schwarzem Sesam, das ich nicht so gerne mag und welche, mit massig Kräutern drauf. Naja, was soll’s, da unten gibt’s noch andere Bäcker. Doch auch bei „Bon Matin“ gab es keine. Aber hey, da ist schließlich direkt gegenüber auch noch „Paris Baguette“ und wie der Name schon sagt, führen die auch welches. Doch Pustekuchen. Alle Auslagen waren für den baldigen Mittagspausen-Ansturm reich gefüllt. Nur das große Fach für Stangenbrot war wie leer gefegt. Da war gerade alles ausverkauft.

Ich fühlte mich dezent verarscht. Auf dem Rückweg von der Mall komme ich sowieso fast an dem fantastischen französischen Bäcker vorbei, falls ich den hier noch nie namentlich erwähnt haben sollte: „La Parisienne“ heißt der und hat köstliche Sachen. So auch normales und mit hellem Sesam ummanteltes. Ich wählte letzteres und hmmmm, es duftete himmlisch.

Zuhause machte ich mich dann an die Vorbereitung der Suppe für das Abendessen, die auch prima gelungen ist. Happy End! :D

Viele Grüße aus Shanghai,
sendet euch Mareike

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