Anekdote #19: Alles im Fluss

Wir können aus dem Wohnzimmerfenster auf den Huang Pu River sehen. Oder wie wir es nennen: Auf den chinesischen Rhein. Den Vergleich finden wir sehr passend, denn wie in vielen Städten, die von einem Fluss getrennt werden, gibt es immer DIESE und JENE Flussseite. So ist Puxi für uns also „auf der anderen Rheinseite“.  Und ansonsten sind wir eigentlich ganz normal. ;)

Auf dem Rhein, pardon, dem Huang Pu River tuckern normalerweise die unterschiedlichsten Boote entlang. Sowohl Tag, als auch Nacht.

Während der Taifun-Warnung neulich (Achtung, Schenkelklopfer!) schiffte es, aber es war kein Boot zu sehen.

Neben dem immer wieder gegen die Scheiben prasselnden Regen und dem pfeifenden Wind war etwas am Geräuschpegel anders. Nur was? So ruhig war es eigentlich nicht.

Lange suchte mein Unterbewusstsein nach dem Grund, bis mir endlich auffiel, woran es lag. Während auf der Straße noch relativ viele Autos fuhren und man ab und zu auch einen Passanten mit seinem Hund Gassi gehen sah, war auf dem Fluss nichts los. Also wirklich NICHTS.

Kein Schiff. Kein Tuten. Kein Tuckern. Kein leichtes Wummern in der Magengrube, wenn die richtig großen Dinger vorbei fahren. Keine Fähre. Kein bunt leuchtendes Partyschiff. Ganz eigenartig.

Nur die Wasserpolizei fuhr wohl ab und an Patrouille, wie uns zugetragen wurde. Die Strecke können wir von uns aus nämlich nicht so gut sehen.

Der Schiffverkehr war aus Sicherheitsgründen gesperrt und der Fluss lag in seiner vollen Pracht vor uns. Die Wasseroberfläche war aufgrund des Wetters natürlich aufgewühlt, aber ansonsten wurde sie nicht unterbrochen und schillerte vor sich hin.

Das war sehr eigenartig, denn auf dem Fluss ist sonst echt viel los und gerade am Wochenende beschleicht mich manchmal das Gefühl, dass es mehr Schiffe als Platz dafür gibt.

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2 Gedanken zu “Anekdote #19: Alles im Fluss

  1. Für mich der Inbegriff einer echten Sommernacht?
    Schlafen nur mit Bettlaken, der Duft von Feldern in der Nase und das entfernte Brummen der Schiffe auf dem Rhein im Ohr. Damit bin ich aufgewachsen.

    Und das vermisse ich hier manchmal auch sehr…

    Was so ein Fluss doch ausmachen kann!

    Gefällt 1 Person

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