Anekdote #18: Karamell-Sirup

Ich bin bekennende „Macchiato-Mutti“ und trinke gerne Milchkaffee mit Sirup. Unterwegs fröne ich dieser Lust teilweise mit einem „Vanilla Latte“ oder mit „Hazelnut Syrup“. Oder ich behelfe mir – ganz verrückt! – mit etwas Zucker. ;)  In Deutschland hatte ich diverse Sirup-Sorten zuhause und wollte das hier auch gerne.

Dummerweise habe ich bisher keinen gefunden. Wir hatten ja damals nix, als wir in China waren. Es gibt zwar jede Menge Sirup-Sorten: Cane Sugar (das verwendet man hier, um Limos zu süßen), Maracuja, Grenadine, Minze, Mojito (was wieder Erwarten nach süßlichem Kaugummi und damit nicht so erfrischend wie gedacht schmeckt) und so weiter. Nur eben nichts Kaffee-typisches.

Da die Cafés das im Kaffee anbieten, muss man den hier ja irgendwo kaufen können. In der Metro habe ich noch nicht geguckt, da könnte es den geben. Ansonsten fand ich einen Anbieter, der Vanille- und Mandelsirup führt. Das ist aber direkt mal ’ne 700ml-Pulle und kostet 94 RMB. Das sind umgerechnet fast 14 Euro. Sooo süchtig bin ich dann nun auch wieder nicht, um den stolzen Preis hinzublättern… Naja. (Falls ihr dennoch Interesse habt: Den gibt’s bei Epermarket.)

Eigentlich wollte ich mir welchen aus Deutschland mitbringen (lassen). Heute bekam ich bei Twitter aber den Tipp, selbst welchen zu machen. Unter anderem bekam ich den Hinweis zu „Herrn Grün“. Das Rezept ist gut erklärt, man braucht nur zwei Zutaten und es ist wirklich sehr einfach und sehr schnell gemacht. Hier findet ihr es zum Nachmachen: www.herrgruenkocht.de/karamellsirup-selber-machen.  

Manchmal bin ich ekelhaft spontan und habe das direkt mal in die Tat umgesetzt. Ich hatte Wasser da und Zucker auch.

 

Letzteres ist gar nicht mal so selbstverständlich. Zucker wird hier aus unerfindlichen Gründen hauptsächlich in 250g-Beutelchen angeboten. Warum, weiß ich auch nicht. Es ist ja nun nicht so, als würden die Chinesen es nicht süß mögen. Anstatt dem Kilo-Päckchen wie in Deutschland müsste man hier also vier Beutel mitnehmen und wenn ich nichts Konkretes vor habe, komme ich dabei doof vor.

Oft findet man hier so genannten „soft sugar“, der ist irgendwie leicht feucht. Ich kann das schwer erklären. In amerikanischen Backrezepten wird der viel verwendet, aber warum der so ist und welche Vorteile das haben soll, habe ich noch nicht herausgefunden. Falls ihr das wisst, freue ich mich über eine Erklärung!

Bevor ich mich versah, hatte ich den Sirup auch schon fertig. Was man halt so macht bei 34 Grad: Erstmal Sirup kochen.

Da ich mich erstmal vorsichtig an die Sache ‚rantasten wollte, habe ich die nur die Hälfte der angegebenen Menge aus dem Rezept gemacht. Und etwas mehr Wasser verwendet, weil ich den Sirup ja eben im Getränk verwenden möchte.

Da der Gasherd und ich uns immer noch nicht so recht eingegroovt haben, nahm ich sicherheitshalber den billigsten und kleinsten Topf. War aber alles kein Problem. Man sollte jedoch unbedingt warmes Wasser wie angegeben verwenden, da es sonst ordentlich spritzt und das mit der heißen Zuckermasse sehr schmerzhaft enden kann. Gott sei Dank ist aber nichts passiert.

Ich hatte noch Vanille-Extrakt im Schrank und habe davon noch ein wenig hinzu gegeben. Erst wollte ich dann auch noch eine Prise Zimt oder Salz hinzufügen, aber ich bremste mich. Erstmal sollte man die Basis auschecken, bevor man zu viel experimentiert. Durchs Backen habe ich auch noch Rum-Aroma da. Wobei richtiger Rum sicherlich auch gut wäre. Ich darf hier ja eh nicht Auto fahren, da kann ich mir auch mal morgens schon einen hinter die Binde kippen. ;) Kleiner Scherz. Selbst mit Rum-Aroma käme mir das im Kaffee sehr komisch vor.

Weil ich kürzlich schon auf so einen anderen Hipster-Zug aufgesprungen bin, habe ich die Tage „Cold Brew Coffee“ gemacht. Den kann ich auch nur empfehlen!

So kam es, dass ich vorhin selbst aufgesetzten Cold Brew Coffee mit selbst eingekochtem Karamellsirup trank. Das erklärt auch, warum ich jetzt noch wach bin.

Dabei musste ich ein bisschen über mich selber lachen. Ich seh’s schon kommen, demnächst halte ich unten auf der Wiese hinterm Haus noch ne eigene Kuh, die für die Milch zuständig ist. ;)

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6 Gedanken zu “Anekdote #18: Karamell-Sirup

  1. Das Rezept klingt ja echt idiotensicher – obwohl ich trotzdem Angst habe, dass der Zucker bei mir nicht hellbraun wird sondern dunkelschwarz und dann eben doch nicht mehr abgeht aus dem Topf. Vielleicht wage ich mich ja trotzdem irgendwann mal dran, weil Karamell-Sirup.

    Das mit dem feuchten Zucker verstehe ich übrigens auch nicht. Beim ersten Mal dachte ich, der ist vielleicht schon kaputt wegen der Luftfeuchtigkeit oder so ;-)

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    • Eben. Karamellsirup!! Ich kann dir aber auch welchen mitbringen. ;) Es war aber wirklich sehr einfach, ich war selbst überrascht.

      Das mit dem Zucker hatte ich anfangs auch gedacht! Der löst sich aber relativ gut auf und ist eher fein, vielleicht ist das das Gehemimnis?

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