Anekdote #11: Äh, da steht ein Kran…?

Eigentlich ist das hier keine richtige Anekdote, sondern nur ein Tweet. Aber weil ich weiß, dass die Leser meines Blogs nicht automatisch bei Twitter sind und ich das Bild für die Ewigkeit festhalten möchte, findet ihr ihn hier:

Zwischenzeitlich dachten wir übrigens, der Kran wäre weg. Der wird aber anscheinend bewegt und steht nun an der linken Spitze.

Aufregung am Morgen

Heute Morgen waren die Männer gerade aus dem Haus, als es an der Tür klingelte. Ich wunderte mich (die Paketpost kommt hier meistens erst nachmittags) und öffnete die Tür. Im Schlafanzug und mit ungeputzten Zähnen. Das hätte ich zwar in Deutschland auch gemacht, aber hier ist das ja nichts, womit man die Chinesen verunsichert, die gehen schließlich im Pyjama vor die Tür. Und zu Letzterem sag ich mal nichts, das klingt so unhöflich.

Draußen stand ein Techniker (?), der sich aber sofort an die Nachbarin gegenüber wandte, die gleichzeitig die Tür öffnete. Er deutete aber an, dass er auch was von mir wollte und so wartete ich also, während er mit ihr sprach. Die andere Tür öffnete sich immer mehr, der Wortschwall wurde immer länger und er zeigte immer wieder mit dem Finger auf mich und überhaupt wurden die Gesten in meine Richtung immer mehr. Er schien ein wenig aufgebracht und ich versuchte, so charmant und ahnungslos wie möglich zu lächeln.

Zwischendurch deutete er auch immer auf die Tür zwischen uns und da geht’s zu so ’ner Hauswirtschaftsecke mit Müll, den Klimaanlagen und der Warmwasserversorgung. Die chinesische Nachbarin – im Gegensatz zu mir top gestylt – guckte mich auch immer wieder an und obwohl mir immer unwohler wurde, wurde mein Verlegenheitslächeln immer größer. Chinesen diskutieren immer wild und reden laut. Erwähnte ich hier schon mal, dass das kein Zufall sein kann, dass Chinesen und Italiener beide gleichermaßen viel als auch temperamentvoll und die Erfinder der Nudel sein wollen? Ein Fall für Galileo Mystery! Weiterlesen

Martina Hill, die fast schon chinesische Knallerfrau

Ich weiß nicht, ob ihr die Sketch-Comedy „Knallerfrauen“ kennt – aber ich liebe sie. Wirklich. Wie die Serie in Deutschland ankam, weiß ich gar nicht so genau. Der Sat-1-Freitag ist ja in der Planung leider manchmal etwas fragwürdig. Aber bei Facebook kursierten öfter ein paar Clips und generell kann man wohl sagen, dass die meisten Deutschen zumindest mal ein Video davon gesehen haben.

Die Witze sind größtenteils ein wenig böse und damit genau mein Humor. Und ich finde Martina Hill einfach großartig. Ja, äh, genug des Fangirlens.

Vor einiger Zeit hatte ich gelesen und auch erzählt bekommen, dass „Knallerfrauen“ hier in China total bekannt wäre. Das fand ich kurios und spannend. Dort las ich das erste Mal, dass sie quasi der neue „Mr. Bean“ wäre und wie er deswegen so beliebt, weil man kaum Untertiteln muss. Und tatsächlich habe ich den her bisher schon öfters als Einblendung gesehen. Denn diese Clips funktionieren ohne viele Worte. Nur sind sie inzwischen ein wenig in die Jahre gekommen.

Wie dem auch sei, am Wochenende las ich zufällig folgendes Interview (*klick*) bei stern.de: „Martina Hill aus der ‚Heute Show‘: Wohldosierter Wahnsinn. Trotz Flugangst reiste sie nach China, spielte eine Gastrolle und schrieb ein Buch darüber. Im Interview spricht Komikerin Martina Hill über Frauenhumor, gute Vorbereitung und die Magie des Spiels.

Wie, was, wer? Sie war in China, hat in einer Comedyserie mitgespielt und ein Buch geschrieben? Dem kindle sei Dank lud ich mir eine Leseprobe herunter, verschlang sie und kaufte direkt das Gesamtwerk. Weiterlesen

Tipps und Tricks: Registrierung in Krankenhaus etc.

Heute mal ein Thema, das mir sehr am Herzen liegt: Das Pre-Registrieren im Krankenhaus und beim Arzt. Als wir hierherzogen, bekamen wir das als Tipp und ich möchte behaupte, dass es sich hierbei um den Wichtigsten von allen handelt.

Ich kann nicht garantieren, dass alle Informationen hundertprozentig korrekt sind. Falls euch Fehler auffallen oder ihr Ergänzungen habt: Ich freue mich ehrlich und korrigiere beziehungsweise erweitere gern. Schreibt mir einfach unten in die Kommentare.


Wichtigste Info vorab: In Shanghai kommt kein Krankenwagen. Punkt. Diese Info musste ich erstmal sacken lassen. Ihr könnt zwar einen rufen und werdet mal ab und zu einem im Straßenverkehr begegnen… ABER! Es gibt nur wenige und die sind nicht mit denen in Deutschland vergleichbar! Falls irgendwann mal einer kommen sollte, handelt es sich hierbei lediglich um eine Art besseres Taxi, in dem der Patient liegen kann und in dem sich ein bisschen gekümmert wird. Es sind keine Notärzte oder sonstig gut ausgebildete Personen an Bord.

Schleppt euch also in ein Taxi und hofft, dass ihr nicht im Stau steht.


Ansonsten habt ihr in Shanghai den großen Vorteil, dass ihr viele Anlaufstellen finden werdet, in denen Englisch gesprochen wird. Außerdem sind viele andere Sprachen verbreitet. Als meine Freundin in die Notaufnahme musste, traf sie auf eine österreichische Ärztin. Manchmal hat man Glück.

Gleichzeitig müsst ihr bedenken, dass zwei Nicht-Muttersprachler miteinander versuchen, teilweise schwierig zu erklärende Symptome zu durchschauen. „Da, wo der Stich ist, kribbelt die Haut ganz komisch, wird heiß und brennt. Manchmal fühlt es ich taub an.“, „Ich glaube, ich habe eine Bindehautentzündung und ich bin allergisch gegen Medikament XY.“, „Es fühlt sich an wie eine Sehnenscheidenentzündung, aber irgendwie auch nicht.“ – um mal ein paar Beispiele zu nennen.

Falls es ein geplanter Termin und kein Notfall ist, guckt vorher ein paar Begriffe nach und macht euch Notizen. Oder versucht gegebenenfalls, jemand mitzunehmen, der gut Englisch spricht. Pascal und ich gehen nach Möglichkeit gemeinsam. Denn ihr seid ja wahrscheinlich da, weil ihr krank seid und dann eben nicht ganz auf der Höhe. Das solltet ihr nicht unterschätzen.

Aber auch hier gilt: Keine Panik! Im Notfall geht das schon. Es gibt noch Hände und Füße, mit denen sich was erklären lässt. Irgendeiner kennt immer wen zum Übersetzen und es gibt Telefone. Das Kinderkrankenhaus ist wohl nicht so international, aber wie sagte man mir neulich so schön: Ein gebrochenes Bein ist in jeder Sprache gebrochen und Kinder können ihre Symptome eh nicht so gut schildern.


Es lohnt sich allein deswegen, sich vorzeitig zu registrieren, weil ihr die Krankenhäuser/Arztpraxen dann schon mal von innen gesehen habt und den Eingang kennt. Weiterlesen

Nicht so verbissen

Heute stieß ich zufällig auf ein Video, in dem ein Kinderarzt folgende Frage beantwortet: „Mein Kind wurde von einem anderen Kind gebissen. Wie soll ich es behandeln?“.

Da Felix mittlerweile schon zwei Mal in der Kita gebissen wurde, hat mich das interessiert. Es war jeweils nicht so tief, sah aber natürlich schmerzhaft aus. Das ist in dem Alter leider schon mal der Fall, deswegen wollte ich das nicht so dramatisch sehen. (Dafür, dass ich innerlich „Mein armes Baby! Es wurde gebissen!“ rief, war ich tatsächlich ganz relaxt. Und ich hätte den Beitrag fast noch unter der Rubrik „Kulinarisches“ abgelegt. Ich Scherzkeks.)

In der Kita fragte ich, ob ich da was machen soll und man sagte mir, ich solle das noch mal kühlen, wenn er Schmerzen haben sollte und sie hätten das desinfiziert. Felix zeigte uns zwar das Bissmal und Pascal und ich mussten das ausgiebig bemitleiden, doch das war es dann auch schon. Laut dem Kinderarzt in dem Video haben wir also alles richtig gemacht. Yeah! ;)

Dieser sagte jedoch, wenn die Bisswunde blutig ist, solle man die Gefahr einer Hepatitis-B-Infektion bedenken. Die Impfung dagegen sei ja in Deutschland flächendeckend und stelle deswegen selten ein Problem dar. Nun sind wir hier aber ja in China. Puh. Der Kleine ist zwar gegen Hepatitis geimpft, dennoch sollte ich das mal im Hinterkopf behalten.

Sowas macht mich noch mal wahnsinnig. Da haste die üblichen Kinderkrankheiten so halbwegs im Blick und dann kommen da noch so exotische Erweiterungen dazu!

Von Wein und Kleidung

WeinWir waren ganz am Anfang mal bei „Marks & Spencer“ in der Nanjing Road und ich war ganz angetan. Das ist ja ein bisschen wie Strauss! Nur leider ohne die Dekosachen und so. Aber immerhin.

Seitdem wollte ich immer mal alleine hin, aber wie das so ist, irgendwie war immer was und ich bin nicht so gerne auf der Nanjing Road. Obwohl die auf der Höhe eigentlich ganz schön ist.

Die Gegend ist einfach nicht meine Hood und immer, wenn ich in letzter Zeit über eine der Brücken oder durch einen Tunnel muss, ist da die Hölle los. Für den Weg habe ich fast eine Dreiviertelstunde gebraucht. Das ist so albern! Aber nur für den Hinweg, auf dem Rückweg geht immer alles ruck-zuck. Dabei ist dann noch nicht mal Rush Hour oder so. Ich meine, 10:37 Uhr… Hä….? Naja.

Wie dem auch sei, ich war also bei „Marks & Spencer“ und ich war begeistert. Vielleicht erwähnte ich schon mal, dass ich hier beim Klamottenkauf echt Probleme habe. Dabei bin ich gar nicht mal so groß und so dick. Aber für asiatische Verhältnisse schon. Und für Expat-Wifes anscheinend auch. ;)

Hier ist es wesentlich sommerlicher und dank der hohen Luftfeuchtigkeit vor allem schwitziger als in Deutschland und ich wollte gerne meine Klamotten aufstocken. Gerade, was T-Shirts angeht, denn da habe ich feststellen müssen, dass meine Auswahl da beträchtlich geschrumpft ist, nachdem ich mal ordentlich aussortiert habe. Leider gab es hier bei H&M sowie C& A (alle mit „&“, erkennt ihr ein Muster?) irgendwie kaum was. Die meisten Shirts sind leider nur in XS, S und M vorhanden. Bei H&M kann ich zwar M tragen, aber dann sehe ich aus wie Mariah Carey. Die lässt sich ja gerne wie eine Presswurst in viel zu enge Kleider nähen. Kann man machen, muss man aber nicht. ;)

Leider war das bei M&S ähnlich. Dafür fand ich zwei Shorts (also keine Sporthosen, sondern welche für den Alltag!) und hätte sogar noch viel mehr haben können. Hurra! Und es gibt sogar noch eine Größe größer, das fühlt sich super an!

Ganz oben findet man auch eine Lebensmittel-Abteilung. Dort gibt es unter anderem richtig gute Bagels kaufen. Hmmmm! Und Kekse. Und Chips. Und Nudelsoße. Und überhaupt. Außerdem Wein und Sekt in kleinen Flaschen. Das klingt unspektakulär, ist aber der Knaller. Hier ist Wein und Sekt total teuer und da wir abends nur ab und zu und eher wenig trinken, ist das ideal. Also kaufte ich einen kleinen Sekt, eine kleinen (hessischen!) Weißwein, einen kleinen Rotwein und einen kleinen Rosé. Ich weiß nicht, ob ihr meine Begeisterung im Ansatz nachvollziehen könnt, aber das ist eine Sensation! Jede Flasche hat auch „nur“ um die 40 RMB gekostet.

Jetzt kann ich mir die Luftfeuchtigkeit schön saufen. ;) Doof nur, dass Marks & Spencer wohl seine Läden hier aufgeben will, weil die nicht genug Umsatz machen. Sooo viel kann ich da aber auch nicht kaufen. Mist!

Emoji-Grübelei

screenshot
Quelle: Screenshot stern.de, 5.6.2015, 14:06 Uhr

Ich las gerade den sehr interessanten Artikel „Das steckt hinter den mysteriösen Emojis“ bei stern.de (*klick*) und musste bei dem Absatz auf dem abgebildeten Screenshot sehr lachen.Diese sich drehende Säulen sind hier an jedem Friseursalon zu finden. Allerdings sind diese schwarz-weiß gestreift.

Inzwischen haben wir diese schon oft in einer digitalen Variante gesehen, in der diese sich drehende Rolle also simuliert wurde.

Ob diese Salons nach Feierabend noch anderweitig genutzt werden und die schwarz-weiße gestreifte Animation dann blau-rot-weiß wird…? ;)