Ausprobiert: Vapiano

Gestern waren wir bei Vapiano essen.

Moment… Was? Nein, wir sind nicht klammheimlich nach Deutschland geflogen. Wir waren in unserer gewohnten Hood in Lujiazui. In der Nähe vom Paulaner, direkt neben dem „TGI Friday’s“ und gegenüber der Super Brand Mall.

Rund um unseren Look and See im November erfuhr ich, dass dort ein Vapiano gebaut werden würde. Als wir dann herkamen, stand an dem riesigen Bauzaun nur der Hinweis „Cooking soon“ (haha) und die Jahreszahl 2015. Sehr konkret. Das Twitter-Team vom Vapiano konnte mir auch keine Details nennen.

Die Zeit verstrich und man konnte manchmal durch die geöffnete Tür im Bauzaun erkennen, dass da ordentlich gearbeitet wurde. Vor zwei Wochen oder so, war es endlich so weit und dieser wurde abgebaut. Für chinesische Verhältnisse dauerte es also quasi ewig, bis der Laden fertig war. ;) Whohoooo! Am Folgeabend sahen wir sogar, wie darin die Mitarbeiter geschult wurden.

Wie aufregend!

Es sollten aber noch ein paar Tage vergehen, bis wir es endlich dorthin schafften. Gestern war es soweit. Es war ein bisschen merkwürdig. Wie man oben auf dem ersten Bild erkennen kann, sieht es halt aus wie… Ein Vapiano. Nur eben mit zusätzlichen chinesischen Schriftzeichen.

Auch drinnen sieht es aus wie immer. Dem Foto links erkennt man seinen Entstehungsort nicht an. Also wirklich überhaupt nicht.

Als wir da waren, war es schon relativ dunkel, aber die Sonne geht hier ab halb sechs langsam unter. Manchmal verwirrt mich das immer noch. Da es recht früh war, war es noch relativ leer, füllte sich aber nach und nach.

Eine derartige Kette lebt ja davon, dass alle Läden ähnlich aussehen, doch es fühlt sich einfach komisch an. Da saß ich also gestern im Vapiano, es roch alles sehr neu und ich konnte alle Speisen wählen, die ich auch ansonsten im knapp 10.000 Kilometer entfernten Düsseldorf ordern könnte. Irre!

Soweit ich das beurteilen kann, war die Karte genau dieselbe wie in Deutschland. Das ist ja ne internationale Kette, ich war bisher nur in Läden in Düsseldorf und Köln. Und wenn ich die englischen beziehungsweise chinesischen Beschreibungen sowie die Währung ignoriert hätte, hätte ich mich vielleicht ein bisschen gewundert, das ausschließlich Asiaten hinter den Theken stehen. Und für deutsche Verhältnisse überdurchschnittlich viele davor,

Die Getränkeauswahl ist hier vielfältiger. Glaube ich. Bekommt man in Deutschland auch Cocktails? Ich wusste es nicht. Jedenfalls kriegt man hier sensationellen hausgemachten Eistee mit verschiedenen Sorten Früchtepüree. Allein deswegen lohnt es sich, dort wieder hinzugehen.

Und die Kindergerichte waren eventuell anders. Ich war bisher selten im Vapiano und meistens ohne Kind. Das eine Mal war Felix noch ein Baby und aß noch nicht mal Brei. Er hatte eine Kinderpizza, die uns besonders freute. Denn was auf der Karte nicht verraten wurde: Diese hatte eine besondere Form und sah aus wie ein Hase! Total cool! Wir kicherten ein bisschen, weil der so grumpy aussah, Felix war nämlich nicht allerbester Laune und es passte einfach perfekt. ;)

Die Pizzen, die Pascal und Felix hatten, waren gut. Ich persönlich halte die vom „Pizza Express“ allerdings für das Nonplusultra, dagegen stinkt jede andere ab. Sorry. Ich wählte Nudeln mit Filetspitzen und Weißweinsoße und  die waren genauso lecker wie ich sie kannte. Dazu gab es einen „Strawberry Bellini“ und zum Nachtisch ein kleines Glas Tiramisu. Nur für mich alleine. Man muss sich ja auch mal was gönnen.

Ich kann das Konzept des Vapianos dennoch einfach nicht leiden. Bei der Platzsuche hatten wir nur begrenzte Auswahl, weil Felix nicht auf den Barhockern an den hohen Tischen sitzen kann und die Hochstühle zu klein dafür sind. Die Sessel im Barbereich hielten wir für eher ungeeignet. Brandneue Sessel und ein essendes Kleinkind vertragen sich nicht so gut. Also teilten wir uns einen der wenigen niedrigen Tische mit einem fremden Paar.

Dann schwirrte ich aus zu den Nudeln, die Jungs zur Pizza und weil die zwei dieses Brummdings bekamen, gingen sie weiter zur Bar, um dort die Getränke zu organisieren. Die ist ganz woanders und dennoch ging ich zu ihnen, um ihnen beim Tragen zu helfen. Gleichzeitig musste ich meine Nudelbestellung irgendwie im Auge behalten. Dass unser Essen nicht gleichzeitig da war, ist in China ja normal, deswegen stört uns das gar nicht mehr. Aber dieses Herumschwirren oder eben Warten am Tresen empfinde ich als ungemütlich. Außerdem habe ich immer Angst, dass ich diese bekloppte Karte zwischendurch verliere.

Das wusste ich aber alles ja vorher schon. Trotzdem gehe ich in Düsseldorf für Nudeln lieber ins „Il Mercato“ an der Ecke Friedrichstraße/Herzogstraße (Nähe Stern Verlag). Hmmm. Da werde ich bei meinem nächsten Heimatbesuch unbedingt vorbei müssen. Falls ihr das lest: Ihr könnt mir für diese Werbung ruhig mal was ausgeben! ;)

Doch zurück zum Thema: Lecker war es im Vapiano. Wirklich. Und es kam aufgrund der standardisierten Einrichtung ein warmes Heimatgefühl auf, auch wenn mich das zwischendurch verwirrte.

Ich komme also wieder. Und habe jetzt tierisch Lust auf Nudeln. Mist. ;) Da es hier aber schon 23:21 Uhr ist, gehe ich stattdessen langsam ins Bett. Gute Nacht!

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15 Gedanken zu “Ausprobiert: Vapiano

  1. Hachja, das Vapiano! Wir waren in Paris ein paar Mal da (weil lecker, direkt bei La Défense und nicht zu teuer) – und ich mag es unglaublich gerne, kann mir aber vorstellen, dass das mit Kind eher unpraktisch ist. Bei La Défense haben sie auch zu wenige Tische. Weil sie das festgestellt haben, gibt es jetzt einen Anbau – falls man keinen Tisch mehr im eigentlichen Restaurant bekommt, muss man eben nach draußen und 10 Meter weiter in ein anderes kleines Gebäude, auch keine sehr geschickte Lösung.
    Allerdings hatte ich da einen sehr coolen 20. Geburtstag! Eine Freundin von mir hat dem Typen an der Tür erzählt, dass ich Geburtstag habe, darum habe ich einen Wein umsonst bekommen. Als ich gerade weg war um mir den zu holen, hat sie mit den Typen hinter den Tresen gesprochen – und die haben tatsächlich nichts auf meine Karte gesetzt obwohl ich die jedes Mal davor halten musste. Und als das Restaurant so richtig voll war kamen sie zu viert an unseren Tisch und haben gesungen bis das ganze Restaurant mit eingestimmt hat – herrlich :D

    Und ich glaube, die Kinderpizza gibt’s hier nicht. Habe ich zumindest noch nie gesehen :D

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    • Das ist ja total niedlich mit deinem Geburtstag! Ich hab im Restaurant noch nie ein Ständchen bekommen und prangere das an! ;)

      Ich esse da auch sehr gerne und mir schmeckt das. Aber ob mit oder ohne Kind finde ich dieses selber anstellen total nervig. Naja. Das mit der Häschen-Pizza ist echt so knuffig und ich bin mal gespannt, ob die das dauerhaft machen und vielleicht sogar andere Motive auf Lager haben? Oder nur, weil es gerade nicht so voll war? Das werden wir wohl testen müssen. :D

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      • Ich kann mir vorstellen, dass es zwischendurch mal ganz angenehm ist, etwas bekanntes zu essen, vor allem wenn man das Konzept von zuhause kennt, oder? Quasi ein Stückchen Heimat in der Ferne :D

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      • Ich mag das Essen auch gerne – aber halt nicht jeden Tag. Kann mir gut vorstellen, dass man sich dann freut, wenn man in einem europäischen Restaurant essen gehen kann!

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      • Dann ist ja gut :) Ich habe übrigens mal gehört, dass die Chinesischen Restaurants hier das Essen an den Geschmack der Europäer anpassen und es in China ganz anders schmeckt – stimmt das? Und ist das dann mit den europäischen Restaurants in China genauso?

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      • Das hab ich auch gehört, das trifft aber wohl nicht immer zu. Ich hab da mal ein Video gesehen, dass es in Shanghai (!!) extra ein chinesisches Restaurant gibt, in dem die Amerikaner genauso chinesisch essen können wie zuhause. Da ist wohl ein Klassiker „Beef and Broccoli“ und das gibt’s hier eigentlich gar nicht.

        Die europäischen oder amerikanischen Restaurants hier in Shanghai sind eigentlich alle sehr authentisch. Hier sind die Leute wohl auch äußerst experementierfreudig. Klar, einige haben dann noch mal was eher asiatisches auf der Karte, aber das ist, falls wer mitkommt, der das sonst einfach gar nicht mag.

        Es gibt allerdings zwei Türken, bei denen wir schon mal bestellen, die haben meiner Meinung nach nicht so typisches Essen, wie ich es kenne. Döner gibt es gar nicht, auch keine Schafskäse-Rollen oder diese typischen Tagesgerichte, die an Auflauf erinnern. Dafür mehr Pide und so. Aber auch echt lecker.

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      • Was für ein ausführlicher Bericht, danke! :D Ich hätte gedacht, dass manche Sachen vielleicht doch anders schmecken oder so. Aber kannst du das andersrum bestätigen? Dass chinesische Restaurants in Deutschland meist eher die abgeschwächte Version der Gerichte servieren? :D

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      • Das kann ich nicht beurteilen. Ich bin ja generell nicht so der Fan der chinesischen Küche. ;) Das meiste ist in Düsselorf wohl auch relativ authentisch, aber man darf dabei nicht vergessen, dass ich nicht total ländlich wohne und das Publikum ein anderes ist. Es gibt bei uns wohl diverse „richtige“ Chinesen, bei denen man sogar Hühnerfüße bekommt und sowas. Allerdings gibt’s auch diese typischen „Süß-Sauer“-Chinesen, wo es am Schluss gebackene Banane, billigstes Eis und Lychees aus der Dose gibt.

        Ich bin da kulinarisch recht verwöhnt. Bei uns gibt’s auch super und sehr originalgetreu Thai, Laotisch, Koreanisch und natürlich Japanisch. In Düsseldorf gibt’s eine sehr große japanische Community und dort leben weltweit die meisten Japaner außerhalb Japans.

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  2. ich lese deinen Blog gerade von Anfang bis Ende durch und finde ihn superspannend und unterhaltsam! Dass die meisten Japaner außerhalb Japans Düsseldorf leben, muss ich aber korrigieren, denn das ist eine weitverbreitete Legende – Quelle, leider nicht ganz aktuell aber immer noch richtig:

    http://www.mofa.go.jp/mofaj/toko/tokei/hojin/12/pdfs/shosai_1.pdf
    (Ministry of Foreign Affairs of Japan, Stand: 01.10.2011)
    Los Angeles 70 629
    Shanghai 56 481
    New York 54 885
    London 36 717
    Bangkok 35 935
    Sydney 26 260
    Singapur 26 032
    Vancouver 23 847
    Hongkong 22 184
    San Francisco 16 565

    Düsseldorf, auf Platz 23, 8 233
    :)

    Liebe Grüße nach Shanghai, wo ich einen tollen Urlaub verbracht habe!
    Eva Lu

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    • Dankeschön! Das freut mich!

      Ja, das hab ich nun schon mehrfach gehört, allerdings das erste Mal mit Quelle. Da scheint ja tatsächlich was dran zu sein. ;) Danke für den Hinweis und liebe Grüße zurück!

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