Ankedote #11: Sprachen-Mischmasch und english, please

Seit ich hier wohne, bin ich von viel mehr Englisch umgeben als vorher. Zwar habe ich vorher schon einige Serien im englischen Original gesehen und so, aber ich hatte wenig Training, weil ich selten selbst gesprochen habe.

Hier spreche ich immer noch nicht so viel, aber definitiv mehr als vorher. Bleibt mir halt auch nix anders übrig, ’ne? ;) Dass mein Gegenüber oft auch kein Muttersprachler ist, hilft bedingt. Einerseits haben beide Seiten mehr Verständnis für einander, aber die Sätze werden dadurch nicht unbedingt besser.

Eher alltägliche Dinge wie Speisekarten oder das Fernsehprogramm sind für mich hier nahezu ausschließlich Englisch. Das ist völlig ok für mich und funktioniert soweit gut. Manchmal muss ich etwas nachgucken, aber das hält sich in Grenzen. Um mal bei der Speisekarte zu bleiben: „Lentils“ sind zum Beispiel „Linsen“. Hab ich bisher nie gebraucht, mag ich aber nicht besonders und deswegen weiß ich das jetzt. ;)

Schwierig wird es für mich vor allem im Bereich der Kinderbetreuung. Hier geht Felix nicht in die Kita, nicht in die Krippe und auch nicht den Kindergarten. Das ist alles „school“. Im Deutsche das Wort „Schule“ zu verwenden, hört sich aber beknackt an, genau wie „Klasse“ oder „Lehrer“.

Deswegen reden wir manchmal in so beknackten Mischformen, die ich eigentlich vermeiden will. „Wir hatten eine announcement im communication book.“ sagte ich Freitag zu Pascal. Äh, ja.

Tief durchatmen.

„announcement“ wäre nicht nötig gewesen, aber wie umschreibe ich denn nun das „communication book“? In Deutschland kenne ich nichts Vergleichbares. Es ist kein „Hausaufgabenheft“. Und „Kommunikationsbuch“ hilft auch keinem weiter. Also bleibt der Begriff erhalten.

Dazu finden momentan „parent-teacher-conferences“ und da hatte ich echt einen „Wie sagt man das auf Deutsch…?“-Moment. „Entwicklungsgespräche“ nennt man das übrigens. Zumindest war das in unserer alten Kita so.

Für mich ist das teilweise total bescheuert. So ein Sprach-Mischmasch stört mich und ich hasse das, wenn Leute auf diese Weise betonen wollen, wie wahnsinnig international sie doch sind. Das ist nämlich gar nicht meine Absicht. Ich koche auch nur mit Wasser. Und bin in diese Expat-Sache halt so reingerutscht.

Es gibt immer noch viele Situationen oder auch ganze Tage, an denen ich was sagen will und mir vorkomme, als wäre ich ziemlich doof. Dann stammele ich wild herum und versuche mein bestes. Aber im Großen und Ganzen wird es routinierter.

Vorhin habe ich was auf Deutsch getippt und dabei über Kopfhörer Radio gehört. Plötzlich habe ich bei den englischen Songtexten aber viel mehr verstanden als sonst und ich konnte mich gar nicht mehr konzentrieren. Sowas!

Wer hätte gedacht, dass ein Leben in China mein Englisch verbessert…? Dummerweise leidet mein Deutsch darunter. Aaaaaah!

Advertisements

4 Gedanken zu “Ankedote #11: Sprachen-Mischmasch und english, please

  1. Welcome to my life! :D Stell dir mal vor, wie das erst ist, wenn man 5 Sprachen spricht, ständig von mindestens 4 davon umgeben ist (wahlweise zuhause, bei Freunden oder an der Uni) und auf allen schreiben, sprechen und zuhören muss :D Alles halb so wild, auch wenn meine Mutter mich regelmäßig ein bisschen auslache, wenn ich holländische Begriffe Deutsch ausspreche und es nicht mal merke, dass ich das deutsche Wort vergessen habe :D

    Gefällt mir

  2. China verbessert dein Englisch? Du Glückliche! Ich kann inzwischen gar keine Sprache mehr richtig, und wenn ich nicht aufpasse, spreche ich Deutsch mit chinesischem Akzent ;-)

    Ich hasse das eigentlich auch, wenn jemand englische Ausdrücke nur einstreut, um sich wichtig zu machen. Aber bei uns ist das doch nicht so ;-) In so einem internationalen Umfeld, in dem wir sind, ist das glaube ich echt normal. Und wenn mit „communication book“ jeder sofort weiß, was gemeint ist, warum dann umständlich umschreiben?

    Gefällt mir

    • Ich sag mal so: Eigentlich blubber ich irgendwas vor mich hin und hoffe, irgendwer versteht mich. ;) Das tut meinem Deutsch gar nicht gut, dem Englisch bringt das aber komischerweise was. Von der Grammatik her kann da nicht so viel passieren, die ist im Englischen eh nur so lala und eher… Ja… Rudimentär. Aber mein Wortschatz wird größer.

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s