Sightseeing: Oriental Pearl Tower

wpid-wp-1428051652300.jpegWir waren letzte Woche auf dem „Oriental Pearl Tower”. Das war sehr cool, aber auch sehr anstrengend. Ich erwähnte vielleicht schon mal, dass der kleine Felix hier ständig – also wirklich STÄNDIG – fotografiert wird und an dem Tag war es besonders schlimm. Und wahrlich nicht mehr schön.

Hier erst einmal ein paar allgemeine Infos über den Tower. Der Oriental Pearl Tower ist eines der charakteristischen Hochhäuser, die das Stadtbild von Shanghai prägen, 468 Meter hoch und der fünftgrößte Fernsehturm der Welt. Er sieht futuristisch und funky aus, wird abends bunt beleuchtet und wir können ihn (also das obere Drittel zumindest) von unserem Fenster aus sehen und freuen uns immer über die farbenfrohen Animationen.

In Pudong befinden sich einige sehr hohe Gebäude wie zum Beispiel der „Flaschenöffner”, den wir ja auch schon besucht haben. Da der Pearl Tower inzwischen schon lange nicht mehr das Höchste ist, könnte man davon ausgehen, dass der gar nicht so beliebt ist. Stimmt aber nicht. Er sieht nämlich nicht nur cool aus, sondern hat auch einen geilen Skywalk, dazu aber später mehr.

Zum Glück war es an dem Tag nicht so voll, aber verdammt heiß. Meine Eltern waren zu Besuch und wir sind ohne nennenswerte Vorbereitung zum Kartenverkauf gegangen. Dort waren wir ein wenig mit den verschiedenen Ticket-Varianten überfordert. Man kann eine Böötchenfahrt dazu buchen, das wollten wir aber nicht machen. Felix hatte am Vortag Fieber gehabt und war ein bisschen müde, das war mir zu viel auf einmal. Dann gibt es noch verschiedene Varianten, die sich hauptsächlich darin unterschieden, ob man das „Space Cabinet“ besuchen möchte.

Nach einer Weile Rätseln warf ich also das VPN an und googelte. Meine Internetverbindung lahmte allerdings, irgendwas spiegelte sich immer in meinem Display, vor dem Kartenhäuschen war es sehr wuselig und ich sah aus dem Augenwinkel, dass die ganzen asiatischen Touris den Kleinen schon wieder ins Visier nahmen. Die Umstände waren also eher so mittel, um Infos einzuholen. Falls ihr mal hin wollt: Das „Space Cabinet“ ist eine Aussichtsplattform in der kleinen Kugel oben in der Spitze des Turms. Auf der Webseite des Turms (*klick*) sieht man zwei Fotos, das scheint ziemlich cool zu sein. Wir verzichteten darauf. Und hatten dennoch genug zu gucken.

Die Schlange vor dem Ticketschalter war zum Glück nur sehr kurz. Nachdem wir das Gelände betreten hatten, standen wir erst einmal auf dem großen Vorplatz mit seinen Stufen. Dort finden auch schon mal Veranstaltungen statt. Wir ließen den Tower auf uns wirken und traten ein. Am Eingang befindet sich eine Sicherheitskontrolle und im Gegensatz zur U-Bahn nahmen die das auch ernst und wir mussten unser ganzes Zeug durchleuchten lassen. Innen war die Schlange auch relativ kurz, worüber ich sehr dankbar war. Diese Absperrungen, die einen im Zickzack-Kurs leiten (wir nennen sie immer „Phantasialand-Schlangen“, weil wir sie in Deutschland da zum ersten Mal gesehen haben), verlocken Felix nämlich immer, darunter durch zu laufen, sich daran zu hängen und so weiter und bedeuten für mich Stress.

Richtig anstehen mussten wir erst im Tower an sich und das klappte ganz gut und war auch von der Dauer her gut auszuhalten. Wir fuhren mit dem Fahrstuhl nach oben und befanden uns auf dem „Sightseeing Floor“ in der oberen kleinen Kugel. Dort kann man im Rundgang eine 360-Grad-Ansicht von Shanghai genießen.

Zum besseren Verständnis, wo sich welche Plattformen befinden, könnt ihr euch auf der offiziellen Webseite ein PDF mit den genauen Angaben ansehen.

wpid-photogrid_1428051507151.jpgDie Aussicht war toll! Der Tower ist auch hoch, aber nicht so extrem wie auf dem „Flaschenöffner“. Ich fühlte mich ein wenig an den Düsseldorfer Fernsehturm erinnert und ein vertrautes Gefühl kam auf. Das lag vermutlich daran, dass es auch abgeschrägte Fenstern gab, an denen an oben Hinweise standen, was man sehen kann, wenn man in die Richtung guckt. Außerdem hat der Oriental Pearl Tower ebenfalls ein „Rotating Restaurant“, so dass man auf einer Drehscheibe sitzt und während des Essens langsam weiterfährt und im Laufe der Zeit die komplette Aussicht genießen kann. Weiterlesen

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Anekdote #6: Bitte lächeln!

Meine Eltern waren die letzten zwei Wochen zu Besuch. Am Flughafen verabschiedeten sie sich natürlich auch von unserem Fahrer, denn der hatte sie beziehungsweise uns ja die ganze Zeit durch die Gegend gefahren.

Währenddessen zückte der sein Smartphone, hielt mir das entgegen, stellte die Kamera an und deutete auf meine Eltern. „Ach, was für eine nette Idee, jetzt will er ein Abschiedsfoto von uns machen.“  dachte ich.

Tja. Dem war auch so – nur wollte er kein Foto von UNS machen, sondern ich sollte ihn mit meinen Eltern fotografieren. Hab ich auch brav gemacht.

Jetzt haben die drei ein rührendes Abschiedsbild, das er sich ansehen kann, bis sie uns ihn das nächste Mal besuchen. :D

Andere Länder, andere Fragen – vom Stillen in China

Milchpulver ist hier in China ein begehrtes Gut, gerade das aus Deutschland. Was mit ein Grund dafür ist, dass dort die Regale oft leer sind. Über die Hintergründe möchte ich an dieser Stelle aber nicht weiter eingehen, denn das ist ein Thema für sich.

Daher war ich bisher immer davon ausgegangen, dass es sich bei dem Thema „Stillen“ in China eher um ein tabuisiertes handelt und verpönt ist. Oder einfach nicht angesagt. Ehrlich gesagt, hatte ich mir aber insgesamt keine allzu großen Gedanken zu gemacht.

Seit ich hier bin, habe ich gesundheitsmäßig einen eher weniger guten Lauf und war schon mehrfach beim Arzt. Da man hier normalerweise in Gemeinschaftspraxen oder Krankenhäuser geht, haben die behandelnden Ärzte meist keine große Ahnung von der Vorgeschichte des Patienten und fragen alles noch mal ab. (Wobei man sagen muss, dass auch die deutschen Ärzte mich auch oft wieder und wieder gefragt haben, was eigentlich deutlich in meiner Kartei stehen müsste. Aber auch das ist ein anderes Thema.)

So kam es, dass ich jedes Mal routiniert gefragt wurde „Are you currently breastfeeding?“. Besonders beim ersten Mal war ich darüber verwundert. Da ging es im Gespräch darum, wann ich denn das letzte Mal diese Beschwerden gehabt hätte. Ich antwortete, das wäre in der Schwangerschaft gewesen und da mein Kind inzwischen schon zwei sei, wohl schon… *rechne*… *äh*… 2012 gewesen und damit eine ganze Weile her. Daraufhin wurde ich gefragt, ob ich Stillen würde und ich musste schief in mich hinein grinsen. Als Mutter eines zwei Jahre alten Kind gefragt werden, ob dies gestillt werde? Beim Allgemeinmediziner? In Deutschland wäre mir das wohl nicht passiert. Weiterlesen

Anekdote #5: Schildkröten-Gassi. Oder so.

Gestern sah ich aus dem Auto heraus etwas Merkwürdiges, das ich gerne für euch fotografiert hätte. Ging aber leider nicht, deswegen beschreibe ich es euch.

Auf einem Mäuerchen am Straßenrand saßen drei Männer. Einer davon hielt einen dünnen Holzstab hoch. Daran baumelte eine Schildkröte. An allen vier Beinen hatte sie rote dicke Schnüre gebunden bekommen und hing damit an dem Stab. Aber nicht kopfüber, sondern so, als wäre sie vom Boden hochgehoben worden. (Keine Ahnung, wie die das hingekriegt haben!)

So sah es aus, als würden die Männer mit der Schildkröte Gassi gehen und hätten diese mal kurz während einer Pause in die Luft gehalten. Oder als ob sie eine Schildkröten-Laterne hätten. Hätten sie die zum Verspeisen gefangen und so transportiert, hätten sie die auch anders am Stab befestigen können.

Dazu muss man noch anmerken, dass es eine gar nicht mal so kleine Schildkröte war, der Panzer hatte etwa die Größe eines Pizzatellers.

Was haben die da bloß gemacht…? Ein Fall für Galileo Mystery! ;)

Die faszinierende Story von Matt und „Bro Orange“

Folgender Buzzfeed-Artikel schwirrt momentan durchs Internet: „I Followed My Stolen iPhone Across The World, Became A Celebrity In China, And Found A Friend For Life“.

Falls ihr das ich nicht gelesen habt: Holt es nach! Es lohnt sich! Wirklich!

Der Text ist unheimlich lang, aber wahnsinnig unterhaltsam. Ich kann euch empfehlen, auch die ersten Teile dieses Artikels zu lesen. Es ist total verrückt! Weiterlesen