It’s getting hot in here…

…so take off all your clothes. Ähm. Oder so. Kürzlich schrieb ich folgenden Tweet:

Ich werde mich in den nächsten Monaten wohl mehrfach täglich fragen, wie jemand wie ich so blauäugig in diese Klimazone ziehen konnte.

Das stellt tatsächlich ein Problem dar. Denn Hitze ist nichts für mich. Und ich definiere „Hitze“ sehr großzügig, alles über 25 Grad ist mir viel zu warm und auch darunter werde ich schnell mal unleidlich. Ich schwitze extrem flott und ausgiebig. Das ist ziemlich blöd. Ich bin geruchsempfindlich und bei Wärme riecht alles noch mal viel extremer. Außerdem ekel ich mich vor Insekten.

Was ich aber am allermeisten hasse, ist Schwüle. Das finde ich nicht nur widerlich, weil ich dann in Windeseile schweißgebadet bin, nein, mein Kreislauf kann das nur schlecht verarbeiten und ich bin zu nicht viel zu gebrauchen.

In Deutschland gibt es zum Glück meist nicht sooo viele Tage, an denen das ein Problem darstellt. In den letzten zwei Jahren konnte ich das gut umgehen, weil wir einen schattigen Garten haben, in dem gerne ein Lüftchen weht. Oder aber ich verbarrikadierte mich mit Baby in der leicht abgedunkelten Wohnung und ging erst spät raus. Praktischerweise habe ich mir Nachwuchs geboren, der so Wetter auch nicht ab kann. Das hat Vorteile. Manchmal aber auch Nachteile, denn wenn sich beide in der prallen Sonne aufhalten müssen und deswegen grantig werden, ist das eher nicht so gut.

Einige feuchtheiße Tage gab es nun schon und an einem war die Luftfeuchtigkeit ganz besonders unerträglich. Gestern war sie aber auch nicht mein Fall. Nun ist Shanghai für eben diese jedoch bekannt und es wird hier auch gut heiß. Darauf sind die Leute hier aber ausgelegt und es gibt fast überall Klimaanlagen.

Da die Luft im Winter nicht so feucht war, wie mir alle prophezeiten und die Kälte daher nur an sehr wenigen Tagen in meine Klamotten kroch, war ich ganz optimistisch, was den Sommer angeht. Inzwischen ist das aber nicht mehr so.

An dem einen Tag, als ich im nassgeschwitzten T-Shirt unsere Ayi traf, hatte die einen Pullover und eine dünne Daunenjacke an. An dem anderen Tag, als es 30 Grad heiß war und die Sonne vom strahlend blauen Himmel knallte, trug unser Fahrer ein langärmeliges Shirt und eine Jacke. Als ich in das dunkle Auto stieg, das zuvor in der Sonne gestanden hatte, bekam ich fast einen Hitzschlag. Meine Geste, die ihm sagen sollte, er möge doch bitte das Fenster weiter öffnen, interpretierte er so, dass er es schloss.

Ich habe so im Gefühl, dass ich Temperaturen ein klitzekleines bisschen anders empfinde als die Einheimischen. Noch dazu habe ich nun schon von so vielen gehört, dass es „ganz schön heiß wird“ und solche Sätze höre ich normalerweise höchst selten. Auch habe ich schon von zu vielen gehört, dass sie hier schwitzen würden. Was sie sonst ja nie tun würden. Haha. Toll. Das kann ja heiter werden!

Oh je. Hilfe, was hab ich mir da nur bei gedacht?

Aktuell versuche ich immer wieder, mir bewusst zu machen, dass ich mich hier wirklich sehr wohl fühle und bisher ausgesprochen gerne in Shanghai lebe. Das könnte sich in den nächsten Monaten ändern. Ich bin froh, im Winter hergekommen zu sein.

Kann ich nicht vielleicht Sommerschlaf machen? So wie Winterschlaf nur andersherum?

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18 Gedanken zu “It’s getting hot in here…

  1. Ich kann es so gut nachvollziehen. Habe nur 2 Tage Hongkong-Erfahrung, aber eben genau die Mischung in Erinnerung, die du beschreibst: Schwül, Schwitzen, Gerüche (passenderweise Besuch auf einem Fleisch- und Fischmarkt). Die Vorstellung von Insekten…grr.

    Wenn es dann soweit ist und ganz schlimm werden sollte, schicke ich gerne Regenfotos aus dem Rheinland 😉.

    LG
    Rosa

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    • Oh weia. Diese ganzen Gerüche werden noch mal eine zusätzliche Herausforderung für mich. Ich werde sicherlich auf dein Angebot zurückkommen! Dann stelle ich die Klimaanlage möglichst kühl ein und gucke mir vielleicht sogar ein Regenvideo an. Das klingt doch super! :D

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    • Darauf baue ich auch. Obwohl die gestern in der Mall das auch nicht für nötig hielten, die besonders laufen zu lassen. Im Restaurant aber schon. Letzteres ist aber ein amerikanisches (aber NICHT McDonald’s, hihi). Ich fürchte, da kommt wieder das veränderte Temperaturempfinden der Einheimischen ins Spiel.

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  2. Achja, mein Kreislauf macht dann auch manchmal schlapp, aber ich gewöhne mich glücklicherweise recht schnell an Hitze und so und dann geht’s. Da habe ich wohl doch ein paar Gene des griechischen Teils meiner Familie abbekommen :D Ich wünsche dir ganz viel Glück, dass es vielleicht doch nicht so schlimm wird! :)

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  3. Oh je, jetzt schon zu viel…? Das ist doch bisher für Ostchina noch gar nichts… Im Juli, wenn es nachts von 38° Grad auf 33° runter geht, dafür die Luftfeuchtigkeit sich aber nochmal gefühlt verachtfacht, ja dann…, dann wird es selbst mir zu heiß, obwohl ich Temperaturen zwischen 27 und 32° sehr gerne mag. Allerdings auch nur am Tag. Dazu holt man sich übrigens auch schnell mal eine Erkältung, weil viele Läden mit Klimaanlage auf 16° runterkühlen.

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    • Da war ich bisher eher überrascht. Die Chinesen scheinen Temperatur definitiv anders wahrzunehmen und ich fand die Läden bisher gar nicht so kühl wie erwartet. Aber wir sind ja auch noch am Anfang. ;)

      Ja, ich weiß, dass das bisher erst ein ganz zaghaftes Anklopfen des Sommers war und da noch Einiges kommt. Bisher fand ich auch nur einen Tag so richtig schlimm, weil es da eben so feucht war. Aber das macht mir nicht gerade Hoffnung.

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      • Das mit der anderen Wahrnehmung stimmt definitiv. Ein Bekannter sagte einmal, „Europäer und Amerikaner produzieren Körperwärme, Chinesen produzieren Körperkälte.“ Aber Temperaturen in den höheren 30ern finden selbst Chinesen zu heiß, und dann kann es in den Geschäften auf einmal nicht mehr kalt genug sein. So zumindest meine Erfahrung in Nanjing, aber vielleicht ist man da in Shanghai etwas berechenbarer.

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      • Da ist ganz sicher was dran. Allein wenn ich sehe, wie dick die hier meistens angezogen sind und was die kleinen Kinder alles tragen (müssen)! Ich sag nur Wollpullover plus vermutlich Langarm-Shirt drunter und Steppjacke drüber versus Kurzarm-Body und Langarm-Shirt.

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