Sightseeing: Wie das Shanghai in den 1930er Jahren. Oder so.

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Meine Eltern hatten neulich etwas über eine unterirdische Straße gelesen, in der das Shanghai der 1930er Jahre nachgebildet worden sei und wir fanden, das sollten wir uns doch mal ansehen.

Natürlich handelte es sich dabei um eine Einkaufsstraße – was auch sonst.

Thematisch passend befindet diese sich unterhalb des Museum für Stadtentwicklung. Das klingt übrigens prima, da möchten wir demnächst gerne hin. Außerdem ganz in der Nähe der Nanjing Road. Diese ist eine der größten Einkaufsstraßen der Welt weitestgehend Fußgängerzone und… joa… halt ne riesige Shoppingmeile.

Der Eingang ist mit großen Pfeilen und einer riesigen Werbetafel markiert. Dann geht es diverse Stufen um die Ecke hinunter. Die Treppe machte auf mich schon mal einen historischen Eindruck und ich witzelte, dass vor allem das abgewrackte Geländer vermutlich ein Original aus den 30er Jahren sei.

wpid-wp-1429362985913.jpegUnten angekommen ist es nett aufgemacht. Eine Fototapete, Aufsteller und eine alte Eisbahn (siehe oberes Foto) sowie ein paar metallene Statuen erzeugen einen Museums-Charakter. Gegenüber geht es dann direkt in den ersten Teil der Straße (siehe Foto rechts).

Ich hatte neulich schon im Vorfeld ein Foto davon gesehen und war auf den aufgemalten „Himmel“ vorbereitet. Dieser wird immer mal wieder mal heller und dunkler und so werden verschiedene Tageszeiten simuliert.

Wer von euch zufällig schon mal in Las Vegas gewesen sein sollte – so wie Pascal und ich, Felix gab es damals noch nicht – könnte ein deutliches Déjà-vu bekommen. Aber naja, das ist ja nichts Schlechtes. ;)

Es war relativ leer, dennoch nicht ganz so idyllisch, wie man vom Foto her denken könnte. Diverse Läden hatten blinkende Leuchtreklamen, viel Krempel – aber auch coole Klamotten – in der Auslage und es tönte überall Musik. Chinesischer Pop aus blechern klingenden Lautsprechern. Es hatte was von Kirmes. Es war also ganz authentisch und man bekam einen Eindruck davon, wie das 1930 in Shanghai so war. Die Hausfassaden waren nett gemacht und es gab auch ein paar „Hauseingänge“. Natürlich hatte alles einen leicht künstlichen Freizeitpark-Charme, aber ich fand es gelungen. Ich mochte das auch in Vegas schon. Es ist was anderes als das vierhundertste 08/15-Shopping Center aus Glas und so und da hat sich mal wer was einfallen lassen. Ok, zumindest gut kopiert. Und das schön umgesetzt.

Ich weiß nicht, wie gut man das auf dem Foto erkennen kann, aber die Straße ist relativ kurz.

wpid-wp-1429362980534.jpegNach einigen Metern führt sie um die Ecke und geht dann in dem Stil weiter. Man läuft leicht abwärts und man kann das auch auf die Qualität übertragen. Auf der Collage (siehe Foto links) sieht man, dass auf der linken Seite viele Bögen mit bemalten Platten verschlossen sind. Da könnten eigentlich auch Ladenlokale drin sein, zumindest sieht es danach aus.

Die bestehenden Shops sind eigentlich ziemlich cool. Es gibt alles Mögliche und auch viele stylische und ein paar abgefahrene Klamotten. Soweit ich das beurteilen konnte, sind zumindest der Großteil etwas individuellere Geschäfte und keine Ketten.

Leider ist der Rest etwas heruntergekommen. Dass der Himmel sich dort nicht mehr ändert, finde ich nicht schlimm. Allerdings ist die Farbe an einigen Stellen großflächig abgeplatzt und es hängt Putz herunter. Schön ist das nicht und hat etwas Trauriges.

wpid-wp-1429362974628.jpegNach einer Weile geht diese Straße schließlich in eine „normale“ unterirdische Shopping Area über, wie man sie in größeren U-Bahnhöfen oft findet (siehe Foto rechts). Wer mit der Metro unterwegs ist, könnte nun direkt weiterfahren.

Fazit: Der eigentlich sehenswerte Teil im Stile der 1930er Jahre ist mal was anderes und es lohnt sich, da mal einen Abstecher hinzumachen. Man muss auch nicht viel Zeit mitbringen. ;) Aber so richtig verpassen täte man auch nichts.

Hier geht’s zur Adresse und weiteren Details bei TripAdvisor.

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2 Gedanken zu “Sightseeing: Wie das Shanghai in den 1930er Jahren. Oder so.

  1. Shanghai, 1930er?

    Cool! Also so richtig mit Opium-Gangstern, Tommy Guns und Oldtimern?

    *liest den Artikel*

    …Och… Keine Tommy Guns. Und keine Opiumhändler.

    Gefällt mir

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