Schon wieder im Möbelhaus

Ich war heute schon wieder bei Ikea und habe endlich ein Gästebett und einen Schreibtisch gekauft.

Wir haben ein großes Auto und einen Fahrer, also war ich zuversichtlich, dass das alles klappt. Sicherheitshalber hatte ich unseren Ansprechpartner von der Auto-Agentur gefragt, ob man die Rückbank umklappen kann. Er sagte ja und gab dem Fahrer Bescheid.

Gestern Abend suchten Pascal und ich die Artikelnummern der Sachen raus und was das kosten würde, damit ich genug Bargeld dabei habe. Das mit der EC-Karte ist eine nervige never ending story und mit der Kreditkarte wären die Kosten zu hoch.

Also fuhr ich heute morgen erstmal durch die halbe Stadt, um Geld abzuheben (ich verbringe hier so viel Zeit im Auto… Es ist mühsam.) Dann wieder ewig bis nach Ikea.

Im Portemonnaie hatte ich neben dem üblichen Bargeld umgerechnet 570 Euro, die ich an der Kasse würde hinblättern müssen. Das sind fast 4.000 RMB. Ich erwähnte schon mal, dass hier 100er-Scheine die höchste Einheit sind. Meine Geldbörse platzte fast aus allen Nähten und ich kam mir so bescheuert vor. Ich kann mich daran wirklich nicht gewöhnen, so viele Scheine da reinzuproffen.

Zum Glück kamen wir auf die Idee, nachzusehen, was eine Lieferung kosten würde. Die Erklärung auf der (übersetzten) Seite fanden wir verwirrend und waren uns nicht sicher, in welche Preiskategorie das fallen würde. Es erschien uns wenig und wir dachten, ach, das kommt schon hin und kann ja nicht so teuer sein.

Also sammelte ich im Laden das Kleinzeug ein, das ich noch brauchte. Vor allem war das ein halber Einkaufswagen voller Bügel. Der Schlafzimmerschrank, der drin bleibt, besteht fast nur aus Stangen. Sehr amerikanisch. Also hänge ich nun meine ganzen Pullis und so auf. Dafür braucht man aber eben Bügel und ich hatte beim letzten Mal in einem Anfall geistiger Umnachtung viel zu wenig gekauft.

Dann ging es ans Bestellen. Ich war ein wenig nervös, ob das klappen würde. Bei Ikea muss man ja immer das Bett in der Bettenabteilung bestellen, das Sofa in der Sofaabteilung und so weiter. Das ist auch mit einer Liste der Artikelnummern oft mit Hindernissen verbunden. Dazu kommt, dass ich einen Mitarbeiter finden musste, der zumindest ein bisschen Englisch spricht UND mit dem die Kommunikation halbwegs klappt. Denn zwei Leute unterschiedlicher Nationalitäten, die sich in einer dritten Sprache unterhalten bieten viel Raum für Missverständnisse.

Meine Bedenken waren völlig umsonst. Es ging so glatt! Da muss man erst nach China ziehen, um einen Mitarbeiter zu erwischen, der einem ALLES schwuppdiwupp in den Computer eintippt und die Bestellung fertig macht. Ich buchte auch das Zusammensuchen dazu und dachte mir, das macht den Kohl auch nicht mehr fett.

Was soll ich sagen: Das Zusammensuchen und Liefern lassen kostete mich 90 RMB. Das ist quasi geschenkt!

Vor allem wenn man folgenden Tweet vom Folgenachmittag betrachtet:

(Ob die Lieferung so billig oder die Macarons so teuer sind, kann jetzt jeder für sich selbst entscheiden. Ich denke, es ist eine Mischung aus beidem und repräsentiert die Preise in Shanghai ganz gut.)

Als ich durch die Tür zum Parkhaus ging, hatte ich beide Hände voll, jedoch war das Umklappen der Rücksitze wirklich nicht nötig. Der Fahrer war anscheinend überrascht, dass ich schon fertig war und öffnete den Kofferraum.

Nun begab es sich, dass gleichzeitig mit mir ein Typ den Ausgang passierte und einen Wagen voller Pakete an unserem Auto vorbei schob. Der Fahrer rief ihm mehrfach etwas auf Chinesisch zu, wurde jedoch ignoriert. Nach ein paar Sekunden schaltete ich, dass er wohl davon ausging, dass es sich dabei um MEINE Einkäufe handelte, wedelte mit den Händen und versuchte, ihm klar zu machen, dass der gar nichts mit mir zu tun hätte. Der Fahrer nahm mir mein Zeug ab, stellte es in den Kofferraum und ich dachte, das Thema hätte sich nun erledigt.

Stattdessen brüllte er dem Anderen anschließend hinterher. Der wiederum kämpfte mit dem schwer bepackten Einkaufswagen, beachtete den Fahrer kaum und fühlte sich anscheinend auch nicht angesprochen. Obgleich er etwas genervt schien. Schließlich rannte der Fahrer zu ihm hin und wollte ihm den Wagen abnehmen. Was der andere Kerl natürlich nicht so gut fand, ihn anranzte und beide zu diskutieren begannen.

Ich guckte verdattert aus der Wäsche und schaltete mich wieder wild gestikulierend ein, so dass die beiden von einander abließen. Der Andere zog kopfschüttelnd und brummelnd von dannen und der Fahrer war sichtlich verwirrt. Nach einigem Hin und Her klärte sich die Situation auf und wir konnten beide darüber lachen.

Zwei Tage später wurde das Zeug geliefert und Pascal fluchte beim Aufbauen des Bettes, weil wir nicht auch noch den Aufbauservice gebucht hatten. Der Schreibtisch war easypeasy, aber das Bett mit Schubladen und zum Ausziehen ganz schön aufwändig. Jetzt steht es da aber in seiner vollen Pracht im Gästezimmer und ich habe auch schon Probe geschlafen. Die ersten Gäste können also kommen!

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2 Gedanken zu “Schon wieder im Möbelhaus

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