Sightseeing: Shanghai Museum of Public Security

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Wir wollten heute Vormittag ein bisschen was unternehmen, hatten aber keine Lust auf einen großen Ausflug. Und schon gar nicht auf eine Mall. Eigentlich wären wir am liebsten eine Runde spazieren gegangen, aber dafür waren die Luftwerte definitiv zu schlecht.

Pascal suchte online ein wenig herum und fand schließlich bei Trip Advisor das „Shanghai Museum of Public Security“, das prima klang. Laut Internetbewertungen braucht man für den Rundgang etwa eine Stunde und dort gibt es Polizei- und Feuerwehrautos. Also ideal für kleine (und große) Jungs.

Außerdem stand da, dass es 8 RMB (= 1,15 EUR) Eintritt (für Studenten sogar nur 5) kostet, man teilweise aber sogar umsonst reinkäme. Die maximal 24 RMB für drei Leute hätten wir zwar gerade noch aufbringen können, aber for free ist natürlich auch nett. Allerdings rechne ich es mal so aus: Vier voll zahlenden Personen hätten genauso viel berappt wie man für einen Starbucks-Kaffee hinlegt. Wie dem auch sei.

Nach der Fahrt (endlich mal über den Fluss drüber!) wurden wir vor einem eher unscheinbaren Gebäude abgesetzt. Wir wussten, dass es sich um ein eher kleines Museum handelt und die Eingangstür des Hauses, das es sein sollte, war geöffnet. Rechts befanden sich mehrere alte Polizeiautos („Wow!“ rief der Kurze begeistert, „Oooh!“ machten wir), links Vitrinen mit Ausstellungsstücken. Ansonsten waren da noch zwei chinesische Besucher und wir wussten nicht so recht, wohin.

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Wie Sie sehen, sehen Sie nichts.

Wir liefen einfach mal zu den Aufzügen, die für uns nicht weiter erkenntlich beschriftet waren. Drin lag eine rote Matte mit „Welcome“ aus, aber auch dort stand so gar kein Hinweis und wir fuhren einfach mal in den ersten Stock. Mehr als in einem Polizeibüro zu landen, konnte uns ja eigentlich nicht passieren, dachten wir uns. In der ersten Etage hing dann glücklicherweise ein repräsentatives Polizeiwappen an der Wand und darunter standen chinesische Schriftzeichen und lateinische. Die waren zwar schlecht lesbar, aber dort stand der Name des Museums. Puh!

Die ersten paar Meter waren eher langweilig, da waren viele Bilder von Polizeichefs oder anderen wichtigen Leuten. Die Beschreibungen waren alle eher knapp und fast ausschließlich in chinesischen Schriftzeichen. Und die können wir halt nicht lesen.

Bei einem Exponat machte mein Mann sich die Mühe, diese mittels App zu übersetzen. Da stand ein großer Teekessel und darüber ein Foto mit einem Uniformierten, der etwas in den Becher einer lachenden Frau goss. Laut Text handelt es sich um den Teekessel, mit dem Uniformierte die Bevölkerung mit heißem Wasser versorgten. Ach so. Wir waren genauso schlau wie vorher. ;) Im Nachhinein las ich, dass wohl einige Texte unfreiwillig komisch wären, wenn man Chinesisch könne. Das kann ich natürlich nicht näher beurteilen.

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Die linke Wand erinnert übrigens an ein Feuerwehrauto.

Viele Räume waren mit viel Liebe zum Detail hergerichtet. Besonders der Bereich zum Thema „Feuerwehr“ hat es mir angetan. Und das nicht nur, weil Felix da gerade so darauf abfährt. Siehe Foto rechts. Es gab einige Fahrzeuge, viele Modelle, Bilder, und Exponate. Bei vielen blieben uns mangels Sprachkenntnissen zwar der Hintergrund verborgen, aber das machte gar nichts.

Es gab viele Waffen und auch einen kleineren Bereich, in dem es um Kriminalfälle ging. Plötzlich sahen wir dann weiter oben groß aufgezogene Tatortfotos. Die waren zwar schlecht aufgelöst und schwarzweiß, aber man sah, dass viel Blut im Spiel gewesen war. Drunter sah man beispielsweise eine Axt, die vermutlich die Tatwaffe war. Ich wurde kurz skeptisch, aber der Kleine guckte gar nicht hin und stapfte durch den Flur schnell durch – und ich hielt ihn auch nicht auf. Die Drogen-Labor-Thematik verstand er sowieso nicht. Es wird ihm also keine schlaflosen Nächte bereiten.

Mit etwas älteren kleinen Kindern kann man diesen Bereich aber gut umgehen, denn das Museum ist auf mehrere kleine Etagen aufgeteilt. Jede war heute übrigens unterschiedlich stark geheizt beziehungsweise gekühlt. Bis Etage vier war alles normal, in Etage fünf war die Tür ge-, aber nicht verschlossen und dahinter befand sich eine Ausstellung im Dunkeln. Also wirklich im Dunkeln. Da war kein Licht an und die Räume in völliger Dunkelheit. Äh, ja. In Etage sechs fand eine Feier statt und wir sind uns nicht sicher, wer überraschter guckte – wir oder die Leute im Eingang. Und in Etage sieben war einfach gar nichts mehr. Äh, ja. Ich schätze, das ist mal wieder the chinese way.

Heute war kaum was los, es waren nur wenige andere Besucher da. Wir werden bestimmt noch mal bei schlechtem Wetter wiederkommen. Gerade weil es nicht so groß ist und man das noch mal kurz nachmittags unternehmen kann. Allerdings weiß ich nicht, wie es in dem Bereich mit der Rush Hour aussieht. Wir hätten uns ein paar Sachen sicherlich intensiver angesehen, wenn wir die Erklärungen verstanden hätten, an einigen schlenderten wir mehr oder weniger vorbei und an einigen, wie dem ausgestopften Schäferhund („Wuff, Wau, Wau!“ kommentierte Felix das) oder der wirklich aufwändig und toll gestalteten Modellszenerie eines Feuerwehreinsatzes blieben wir länger stehen. Insgesamt waren wir eine knappe Stunde dort und es hat sich gelohnt.

Hier findet ihr noch zwei weiterführende Links in englischer Sprache: Bericht zum Museum of Public Security bei „Smart Shanghai“ – Da seht ihr auch Bilder einer goldenen Handfeuerwaffe sowie erwähnten Schäferhund. Sowie die Bewertungen bei „Trip Advisor“. Ich kann euch besonders den ersten Link empfehlen. Im Nachhinein habe ich nun doch noch mal ein paar Hintergrundinformationen erfahren.

Fazit
Name: Shanghai Museum of Public Security
Eintritt: 8 RMB, 5 für Studenten – oder aber umsonst ;)
Adresse (international): 2-4/F, 518 Ruijin Nan Lu, near Xietu Lu
Adresse (chinesisch): 请带我去 瑞金南路518号2-4层, 近斜土路
Note: 2+

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4 Gedanken zu “Sightseeing: Shanghai Museum of Public Security

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