Was doch nicht fehlt: Windeln. Und über Preise im Allgemeinen.

Ich las und hörte im Vorfeld immer wieder, es gäbe in China im Allgemeinen und auch in Shanghai im Speziellen schlecht Windeln zu kaufen. Die Chinesen würden nur den ganz kleinen Babys welche anlegen und dann früh windelfrei praktizieren. Spätestens ab Größe 4 und aufwärts wären Windeln hier deswegen ganz schwer zu bekommen. Und wenn, dann unheimlich teuer. Beim Look and See guckte ich mal schnell in ein paar Läden. Da gab es jede Menge Windeln diverser Marken, aber da funktionierte meine Umrechnungs-App nicht und ich hatte kein mobiles Internet . Ich überschlug den Preis aber mit mindestens doppelt (und teilweise fast dreifach) so hoch wie bei uns. Jetzt war ich da aber auch in teuren Geschäften und ich fand nur importierte Marken aus Italien und aller Herren Länder.

Da Felix Größe 4+ trägt und damit keine kleine Babygröße mehr, machten wir uns auf was gefasst. Und luden sicherheitshalber vier Pakete Windeln mit in die Seefracht. Ich sah mich schon Marken durchtesten, in der Hoffnung, dass sie gut sitzen.

Tja. Keine Ahnung, wo und wann diese Leute mit diesen Tipps hier in Shanghai wohnen oder wohnten, aber das kann ich bisher gar nicht bestätigen.

Selbst in dem kleinen Supermarkt bei uns schräg gegenüber, in dem ich bisher ausschließlich Einheimische angetroffen habe, gibt es eine größere Auswahl an Pampers. Und die auch in der nächsten Größe. Zwar nur in der kleinen und damit teureren Packung aber hey, das ist bei uns im Edeka zum Beispiel genauso.

Wir haben einen großen Karton im Carrefour gekauft. Ich habe das mal ausgerechnet. Die Windel kostete uns hier pi mal Daumen zwei Cent mehr als daheim. Und das ist schon äußerst (!) großzügig gerechnet. Wir verbrauchen am Tag im Schnitt fünf bis sechs Stück. Rechnen wir also mal mit sechs. Das sind dann 12 Cent pro Tag. In einem Monat mit 31 Tagen sind wir dann bei 3,72 Euro. Ich will hier nun nicht einen auf reiche Tussi machen (die ich ja nun definitiv nicht bin), aber: Bitte. Also BITTE! Das zahlt man hier für ne Packung Scheibletten-Käse aus importierter Milch.

Hier ist sehr vieles sehr teuer und wer hier im Expat-Supermarkt knapp sechs Euro für ne Packung Dinkelmehl ausgibt – und das mehrmals im Monat, weil er sein Brot selbst backt – der wird die 3,72 Euro ja wohl auch noch verschmerzen. Die machen den Kohl dann auch nicht mehr fett.

Jetzt mag der Vergleich für alle Nicht-Pampers-Verwender hinken, weil sie in Deutschland immer die von Aldi kaufen und die eben viel günstiger sind. Ja, den Einwand kann ich nachvollziehen. Wir haben für tagsüber auch immer die von babylove verwendet. Aber wenn es etwas hier nun mal nicht gibt, ist der Vergleich einfach hinfällig. Ich habe zuhause meist den Frischkäse von Aldi oder anderen Eigenmarken gekauft. Gibt’s hier jedoch nicht (wobei Aldi Süd ja nach Shanghai kommen soll!). Dann muss ich entweder auf eine Marke aus chinesischer Milch zurückgreifen oder aber auf den Preis von Philadelphia einiges drauf schlagen.

Oder einfach keinen Frischkäse essen und auf lokales Essen zurückgreifen. Ich kann doch auch nicht von China nach Deutschland kommen und dann mokieren, dass bei uns keiner nen Topf und nen uralten Gaskocher auf nem rostigen Fahrrad festgeschraubt hat und an der Straßenecke eine Garküche aufgemacht hat, in der ich mir für einen Pfennigbetrag einen Eintopf aus regionalen (und damit „exotischen“) Produkten mitnehmen kann.

Genauso ist mit Drachenfrucht. Das sind diese leuchtend pinken Früchte mit hellgrünen Enden. Das Fruchtfleisch ist weiß mit schwarzen Punkten (= Kernen) oder auch Purpur mit schwarzen Kernen. In Deutschland gibt es die zwar schon mal öfter zu kaufen, ist aber echt teuer und wird kaum genommen. Hier gibt’s die ständig, oft auch schon fertig geschnitten. Für Kinder werden die hier wie bei uns Äpfel verwendet. In der Lunchbox in der Kita haben die eigentlich immer welche drin und auch im Restaurant ist die beim Kindermenü oft dabei.

Wenn ich das in Deutschland beibehalten will, dann hab ich im kleinen Dorfsupermarkt eher schlechte Chancen. In Düsseldorf krieg ich die aber schon ganz gut. Dann muss ich aber eben auch entsprechend viel dafür bezahlen. Wieso sollte es andersherum anders sein?

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