Kuriose Klogeschichten, #1: Papier ist geduldig

Im Vorfeld wurden ja die wunderlichsten Geschichten über China im Allgemeinen und Shanghai im Konkreten an mich herangetragen. Unter anderem sagte man mir, es gäbe eigentlich nirgendwo Klopapier und das wäre auch ganz schwer zu kriegen. Und wenn, nahezu unbezahlbar. Und überhaupt.

Meine vorsichtige Frage, ob das denn auch für Shanghai gelte oder nur für eher dörflichen Regionen, wurde mit einem wissenden Lächeln und einem vieldeutigen „Das wirst du schon noch herausfinden…“ abgetan. Sowas kann ich ja nicht ab. Aber das ist ein grundsätzliches Ding.

Beim Look and See Trip hielt ich mich in mehr westlich orientierten Gefilden auf und lasst euch gesagt sein: Da gibt es ganz normale Toiletten und auch Klopapier. Ich war auch in einem einheimischen Lokal und von dieser doch äußerst faszinierenden Toilettenerfahrung muss ich euch noch mal separat erzählen. Aber selbst da wurde mir vorher ein kleiner Stapel Papierservietten in die Hand gedrückt.

Die Toilettenschüssel in unserer Wohnung ist auch eine ganz normale, ich würde sagen, eine eher amerikanische. Lustigerweise ist die ganz niedrig. Wenn der Kleine irgendwann mal trocken wird, braucht er nicht so weit nach oben klettern. ;)

Als wir am ersten Tag hier einkaufen waren, kaufte ich auch Klopapier. Im Carrefour (vergleichbar mit Real), gab es auch einen halben Gang voller Varianten. Das Zeug war zwar tendenziell etwas teuer und eher zweilagig, aber es gab so viel Auswahl, dass mein übermüdetes Ich völlig überfordert davor stand und sicherheitshalber zwei verschiedene Sorten kaufte. Zuhause stellten wir amüsiert fest, dass alle Rollen noch einmal separat in Folie gewickelt waren und schoben das auf die Luftfeuchtigkeit und den Schutz davor.

Jetzt kommt aber der Haken: Obwohl das Papier so dünn ist und wir zuhause eine westliche Kloschüssel haben und in so einem schon eher noblen Compound wohnen, ist die Kanalisation nicht dafür ausgerichtet. Ein bisschen Klopapier geht schon, aber dann ist auch Schluss und dann ist das verstopft. Also begannen wir schnell damit, das Papier in den kleinen Kosmetikeimer zu werfen, den wir als Badezimmer-Accessoire gekauft hatten. Dementsprechend klein ist der auch und muss häufig geleert werden. Da muss wohl noch ein größerer ran.

Das mag jetzt too much information für viele von euch sein, aber: Erstaunlicherweise riecht das bisher nicht. Aber es ist ja auch noch Winter und kein Hochsommer.

Ich habe das bisher so rausgehört, dass es sich hierbei um ein typisches Problem handelt. Erstaunlicherweise habe ich mich da schon sehr schnell dran gewöhnt. Aber es ist schon lustig: Da wohnste in so einem unfassbar teuren Appartement, musst dein benutztes Klopapier in nen extra Eimer werfen. Wie in so nem Schrebergarten.

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2 Gedanken zu “Kuriose Klogeschichten, #1: Papier ist geduldig

  1. Von unbezahlbarem Toilettenpapier habe ich bis jetzt noch nicht gehört. Bei der Auswahl ist für jeden was dabei. Dass viele Rollen einzeln eingepackt sind, verstehe ich auch nicht, ist aber bei den ganz billigen Varianten nicht so. Dafür ist das Papier dann auch wirklich … naja. Das verträgt nicht jeder Hintern ;-) (wo wir gerade bei too much Information sind)

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