Wie ich fast an einer Waschmaschine verzweifelte

wpid-img_20150110_091409.jpgHausarbeit ist – und da mache ich kein Geheimnis draus – einfach nicht meins. Was ich aber wirklich gerne mache ist: Waschen. Mit allem, was dazu gehört. Unsere heimische Waschmaschine hat ja freundlicherweise zehn Tage vor dem Umzug den Geist aufgegeben und wir haben noch schnell eine neue gekauft. Die steht seitdem in Düsseldorf, weil wir Wohnung mit voll ausgestatteter Küche vermieten wollen. Tja. Was soll ich sagen? Ich vermisse diese Waschmaschine sehr.

Im Vorfeld war ich ganz begeistert, dass wir hier in der übergangsweise teilmöblierten Wohnung eine Waschmaschine und einen Trockner haben. Mittlerweile bin ich da zwar prinzipiell froh drum, dennoch bin ich kurz vorm Verzweifeln. Ich verstehe einfach nicht, wie das Ding funktioniert.

Beim Trockner hingegen ist es einfach: Der hat nur ein Rad, das man nach links in einen mintfarbenen oder nach rechts in einen rosafarbenen Bereich drehen kann. Dazu gibt es in Zehnerschritten steigende Minutenangaben. Diese wirklich umfassenden Programmeinstellungen sind zwar mitunter etwas nervig, weil die Trocknung echt ewig dauert, aber naja. Zumindest ist es einfach.

Bei der Waschmaschine hingegen verzweifele ich noch. Das Ding ist noch relativ neu und macht eigentlich einen guten Eindruck. Bei der Wohnungsübergabe versuchte mir der nette Kerl von der Real Estate Firma, die wesentlichen Merkmale zu erklären, gab aber recht schnell auf und sagte dann beschwichtigend „Just let the Ayi wash.“ – was bedeutet, ich soll die Ayi, also die Haushälterin waschen lassen. Tja. Ich habe zwar schon eine Ayi, aber die soll eigentlich nur putzen. Ich wasche ja eben gerne und vor allem habe ich auch immer keine Lust, darauf zu warten, dass die kommt? Hmmm.

Wir fotografierten also die chinesischen Schriftzeichen immer und immer wieder und ließen diese durch verschiedene Übersetzungsprogramme laufen. Wir wurden nicht wirklich schlauer. Meine liebste Erkenntnis war, dass ein Programm „Senior High School“ heißt und dass mir diese Formulierung im Zusammenhang sogar am besten half. Eins heißt definitiv „Baby“ und laut diverser hilfreicher Twitterer ist das wohl auch in Deutschland inzwischen eine Einstellung neuerer Maschinen, die dann noch mal besonders viel Wasser am Ende spülen, um eventuelle Waschmittelrückstände zu entfernen. Der Rest bleib mir schleierhaft, die Programme sind für meine Verständnisse unlogisch und Gradzahlen gibt es auch nicht.

Außerdem wusste ich nicht, wo ich Waschmittel und Weichspüler hineinschütten sollte. Ich googelte mir die Finger wund und fragte bei Twitter. Ich suchte anhand der Modellnummer und der Firma die Anleitung im Webund fand nur die Anleitung zu ähnlichen Modellen. Die aber ganz anders aufgebaut waren. Ich fand Reviews bei YouTube, zu anderen Modellen natürlich nur und mit so wahnsinnig hilfreichen Tipps wie wo man die Wäsche reintun müsse. Also so weit war ich auch schon selbst gekommen. Ich suchte nach generellen Tipps, wie man mit Toploadern wasche und wurde immer verzweifelter. Interessanterweise gibt es haufenweise Hilfeseiten, wie man einen Toploader reinigt. Das scheint ein ganz großes Ding zu sein. Aber zur Bedienung…? Vielleicht habe ich mich auch einfach nur doof angestellt.

In amerikanischen Fernsehserien sah ich in der Vergangenheit oft, dass die das Waschmittel einfach reinkippten und bekam das auch noch mal so als Tipp. Für Weichspüler sollte es ein extra Fach innerhalb der Trommel geben. Was ja total gut ist, wenn man erst die Wäsche reinfüllt. Dieses Fach gab es aber einfach nicht. Oben am Deckel gibt es ein  Fach, wo man was reinfüllen kann, da läuft aber alles direkt wieder raus und außerdem wird da das Wasser durchgeleitet. Da kann man also vielleicht das Waschmittel reintun, aber den verdammten Weichpüler? Hmmm. Zusätzlich hatte ich auch noch so Wäschedesinfektion gekauft, die ergibt ja auch erst Sinn, wenn man die Wäsche am Ende noch mal damit spült. Zumindest kannte ich das aus Deutschland so.

Da ich von zuhause so Weichpülerkristalle kannte, die man mit in die Trommel gibt, dachte ich mir, nun ja, dann kippen wir eben alles auf einmal rein und hoffen das beste. Dazu wählten wir Einstellungen, die uns sinnvoll erschienen. Nun ja. Die Wäsche fühlte sich soweit sauber an und war nur ein bisschen hart. Außerdem wäre ein abschließender Spülgang gut gewesen. Dazu merkt man, dass die Maschine sowohl das schweineteure Waschmittel nicht sooo sanft mit der Wäsche umgehen. Zwar weiß ich, dass das ein deutsches Ding ist, dass man seine Wäsche pfleglich behandelt und die ne Weile halten soll, aber dennoch… Ich bin halt auch nun mal deutsch, was das angeht. Alles in allem war ich war so semizufrieden.

Gestern kam dann die Ayi und da ich den Kleinen da in die Kita brachte, als sie kam, aber schon Wäsche vorsortiert hatte, schreib ich ihr einen Zettel. Mit Hilfe von Übersetzungshilfen dachte ich, nun ja, das wird sie schon ungefähr verstehen. Tat sie aber nicht. Wir telefonierten dann mit der Agentur, die uns bei der Verständigung half. Jetzt weiß ich also, wie man „Cotton“ wäscht. Aha. Eigentlich macht man die Maschine demnach nur an und drückt den größten Button. Den Rest fasst man nicht an. Ich bin da weiterhin skeptisch.

Meine Einwände, dass man einige Dinge „hot“ und andere „cold“ waschen sollte, wurden weggewischt. Ich glaube, in Chin waschen die Maschinen generell immer eher kalt. Sowas habe ich zumindest jetzt noch mal gelesen. Auch Handtücher und Putzlappen und sowas. Deswegen kippen die wohl auch IMMER teures und aggressives Desinfektionszeug rein. Das widerstrebt mir alles völlig. Und vor allem hab ich Angst um meine Klamotten! Ich bin ganz schön aufgeschmissen, wenn die schnell kaputt gehen oder einlaufen! :(

Die Ayi proffte auch alle Sachen fröhlich in den Trockner und erklärte mir dann am Schluss, dass ich das angefeuchtete Zeug dann trocken bügeln kann. Und außerdem kommt sie nun immer eine Stunde länger, damit sie sich auch um die Wäsche kümmern kann.

Hmmmm. Ich bin weiterhin ratlos und versuche mich damit zufrieden zu geben, dass das ganze Zeug nun anscheinend sauber ist.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s