Hoch hinaus im Hochhaus #1

Ich habe früher schon mal in einem Hochhaus gewohnt. In der Umgebung kleinerer Mehrfamilienhäuser wirkte das immer ganz schön riesig und war tatsächlich doppelt so hoch wie die Häuserreihe gegenüber. Es überragte sogar den Kirchturm der Kirche um die Ecke. Ich kannte jemanden, der in der vorletzten Etage wohnte und von dort aus konnte man den Stadtteil weit überblicken. Das war toll!

Der Beschreibung nach klingt das immens, tatsächlich ist besagter „Wolkenkratzer“ gerade mal acht Stockwerke hoch.

In vielen Gebäuden Shanghais wohnt man damit quasi im Erdgeschoss. Wir hatten uns bei der Wohnungssuche eine Bleibe angesehen, bei der wir dachten, och, das ist aber erstaunlich niedrig hier. In der direkten Nachbarschaft steht der noch nicht vollendete „Shanghai Tower“, aktuell das höchste Gebäude Chinas und das zweithöchste der Welt. Dieser wird nach Fertigstellung 128 Stockwerke umfassen. In Worten: Hundertachtundzwanzig! Da muss man mal einen Moment inne halten und das auf der Zunge zergehen lassen. Wahnsinn!

Tatsächlich war besagte Wohnung im elften Stock und damit schon eine ganz schöne Ecke vom Erdboden entfernt. Außerdem reden wir hier von noch mal drei Etagen mehr als in „meinem“ alten Hochhaus. Das Gefühl für Größenverhältnisse geht hier schnell verloren.

Da das auch Luftfahrzeugen so geht, sind auf den Gebäuden diverse Lampen zur Flugsicherung angebracht. In regelmäßigen Abständen sind rot leuchtende Lampen und zusätzlich Gefahrenfeuer angebracht. Dass die so heißen, habe ich mir zumindest ergoogelt, vielleicht stimmt das auch gar nicht. ;) Ich meine die weiß blinkenden Lampen, die sich drehen.

Von unserem Wohnzimmerfenster haben wir – zumindest bei guter Air Quality – einen Panorama-Blick. Abends ist es einfach toll, die beleuchtete Skyline zu betrachten. Viele Fenster sind erleuchtet. Die meisten Gebäude werden ja nicht nur angeleuchtet, nein, da gibt es zahlreiche Animationen. Dazu leuchten die Gefahrensignale und die Gefahrenfeuer blitzen überall auf. Da ist also ganz schön was los.

Irgendwann wird der Großteil der ganzen animierten Beleuchtung aber auch mal abgeschaltet und die erleuchteten Fenster werden ebenfalls weniger. So wie jetzt. Hier ist es nämlich schon mitten in der Nacht. Dann wären viele Gebäude nahezu unsichtbar – wenn da die Sicherheitslampen nicht wären. Nun haben diese ihren großen Auftritt, weil sie nicht mehr von bunten blinkenden LED-Armeen verdrängt werden.

Aus dem Augenwinkel fühlt es sich gerade so an, als wäre ein Roter Teppich vor unserem Fenster ausgerollt worden und die Fotografen knipsten, was das Zeug hält. Gut, es entspräche keiner Blockbuster-Premiere, aber immerhin.

Ich bin über die blickdichten Vorhänge in unserem Schlafzimmer froh. Für „Schlaflos in Shanghai“ gibt’s schon genug Gründe. ;)

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